Mittwoch, 12. August. Viele Leute haben sich versammelt, um am Abend gemeinsam die Sonnenfinsternis zu beobachten. Auf dem Dach des Science Colleges waren viele Mitglieder und Besucher anzutreffen, die alle gespannt in den Himmel guckten. An dieser Stelle ist es uns wichtig zu betonen, dass man niemals (auch im Falle einer totalen Finsternis) mit bloßem Auge in die Sonne gucken sollte, da es zu langfristigen Schäden der Augen kommen kann. Unsere Teleskope wurden deshalb mit speziellen Sonnenlichtfiltern ausgestattet, und jeder bekam eine Sonnenfinsternisbrille. Wir haben nicht nur beobachtet, sondern auch erklärt, wie eine Sonnenfinsternis entsteht. Und das möchten wir mit Euch teilen:
Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn sich der Mond auf seiner Umlaufbahn genau zwischen Sonne und Erde befindet. Diese Konstellation kann nur bei Neumond entstehen. Allerdings kommt es nicht bei jedem Neumond zu einer Sonnenfinsternis. Der Grund dafür ist, dass die Mondbahn gegenüber der Erdbahnebene um etwa 5 Grad geneigt ist. Meist zieht der Mond deshalb aus unserer Sicht etwas oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur wenn der Neumond gerade einen der beiden Schnittpunkte seiner Umlaufbahn mit der Erdbahnebene passiert, können Sonne, Mond und Erde nahezu exakt auf einer Linie stehen.
Der Schatten des Mondes besteht dabei aus verschiedenen Bereichen. Im Kernschatten wird die Sonne vollständig vom Mond verdeckt. Dort kann dann eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Dieses Jahr war dies im Norden Spaniens der Fall. Dieser Kernschatten ist auf der Erde allerdings nur wenige hundert Kilometer breit und wandert durch die Bewegung des Mondes über die Erdoberfläche. In einem viel größeren Bereich des Halbschattens wird dagegen nur ein Teil der Sonne verdeckt. Dort erlebt man eine partielle Sonnenfinsternis – wie bei uns. Wie groß die Sonne dabei vom Mond verdeckt wird, hängt deshalb vom eigenen Standort ab. Da der Mond sich während der Finsternis weiter um die Erde bewegt und die Erde sich gleichzeitig um die Sonne bewegt, wandert auch der Schatten des Mondes über die Erdoberfläche.
In Jülich haben wir also keine totale, sondern nur eine partielle Sonnenfinsternis miterlebt. Wer genau hingeguckt hat (ob mit Brille, Teleskop oder selbstgebauter Lochkamera), hat zwischendurch einen Pacman in der Sonne sehen können.
Gegen etwa 21 Uhr war das Spektakel dann auch schon wieder vorbei, und wer noch etwas länger geblieben ist, konnte die Perseiden beobachten. (Die Perseiden sind ein jährlich im Sommer auftretender Meteorstrom, bei dem zahlreiche Sternschnuppen zu sehen sind, wenn die Erde durch die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle fliegt.)
Habt Ihr die Sonnenfinsternis mitbekommen?
Wer dieses Jahr nicht das gedimmte Sonnenlicht und die halbmond-ähnlichen Schatten, die teilweise auf den Boden projiziert wurden, mitbekommen hat, bekommt 2027 am 2. August noch mal die Chance. Aber es wird wieder eine partielle Sonnenfinsternis sein, da nur etwa 42 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt werden. Die nächste totale Sonnenfinsternis wird man in Deutschland erst am 3. September 2081 erleben.
Nächstes Jahr kann man aber im Süden Spaniens und im Norden Afrikas die totale Sonnenfinsternis mitverfolgen können.
Kontakt
Habt Ihr Lust, noch mehr über Astro-Themen zu lernen oder mal mit unseren Teleskopen in die Sonne zu gucken? Dann kommt doch mal vorbei oder schreibt uns an! Wir sind freitags ab 19 Uhr im AstroLab (der obersten Etage) des Science Colleges Overbach in Barmen – oder auf



















