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Baum um Baum

Im Welldorfer Rosental zeigte sich im letzten Jahr, dass nicht nur Menschen mit dem Alter immer anfälliger werden, denn die Bedürfnisse an die Umwelt werden im Herbst des Lebens nicht nur für uns immer größer. Ebenso für die über 100 Jahre alte Buche, die schon ein stolzes Alter erreicht hatte bevor um sie herum das Neubaugebiet entstand.

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Ortsvorsteher Christian Klems (r) und Wilfried Krieger als stellvertretender Bauhofleiter, stellten das "Baumprojekt" vor. Foto: Björn Honings
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Wenn sie im Herbst ihr Laub fallen ließ, gab es das eine oder andere Mal Unmut über die Mühen des Fegens der Straße. Doch schleicht sich doch die Frage in den Raum, warum man sich darüber nicht vor dem Einzug Gedanken macht, denn die Buche war erstens zuerst da und zweitens äußerst schwer zu übersehen. Nun musste sie im letzten Jahr gefällt werden, da die stark verminderten Niederschlagsmengen der letzten Jahre ihr nicht mehr zum Überleben genügten. Als die Baumkrone marode wurde und begann zu zerbrechen, bedeutete dies das Ende der Riesin. „Es war Gefahr im Verzug“ berichtet Ortsvorsteher Christian Klems und so wurde der Baum unter großem Protest aber zum Wohle der körperlichen Unversehrtheit aller, gefällt. ,,Wegen des Klimawandels“, weiß der stellvertretende Bauhofleiter Wilfried Krieger.  „Wie als wäre ein Schalter umgelegt worden“, beschreibt er das Lebensende, der wahrscheinlich Dorfältesten, weiter. Bis ins Jahr zuvor habe sie auch stets gegrünt doch benötige ein Baum dieser Größe etwa 1000 Liter Wasser am Tag.

Da das Markenzeichen der Straße aber allen fehlte, sollte nun Ersatz her. Die Bewohner berieten und entschieden sich gemeinsam für eine Felsenbirne, die nun die Straßenkrümmung „zum Rosental“ schmückt. In Zusammenarbeit mit dem Bauhof Jülich wurde sie dort gepflanzt, umgeben von Walderdbeeren, Lavendel und anderen bodendeckenden Bepflanzungen. Weiter steht an der exakten Stelle des gefällten Baumes nun ein Schneeball Strauch. Ebenso errichteten die „Rosentaler“ mit Hilfe des Bauhofs eine Bank, an der sie sich, natürlich erst nach Corona, treffen können, um vielleicht auch an die „Verstorbene“ zu Denken. Vielleicht ebenso darüber, wie wir alle verhindern können, dass in Zukunft einem nach dem anderen, Baum um Baum, ein ähnliches Schicksal ereilt.

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