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Entscheidung fällt im Dürener Kreishaus

Punkt 2 der Tagesordnung im morgigen Kreistag ist die Umbenennung des Kreises Düren. 48 Ja-Stimmen sind dazu notwendig, 75 Prozent der Mandatsträger müssen dafür stimmen. In einer Pressekonferenz hatten sich alle Fraktionen für eine Umbenennung ausgesprochen.

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Mit einem "Fuß" steht der Kreis Düren schon in Jülich: Das Kreishaus an der Düsseldorfer Straße wurde im September 2019 eingeweiht. Foto: Ingo Latotzki / Kreis Düren
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„Der neue, erweiterte Name wird innerhalb des Kreises zu einem hohen Identitätsgewinn führen und dazu beizutragen, offensichtlich immer noch bestehende Gräben zwischen Nord- und Südkreis zuzuschütten. Außerdem wird die Namensänderung weit über die Grenzen des Kreises wirken und imagefördernd für eine höhere Beachtung des Kreises und seiner Ziele (z. B. nachhaltige Wachstumsoffensi- ve, Modellregion Wasserstoff, Klimaneutralität) sorgen“ heißt es in der Vorlag der Kreisverwaltung, die zur Abstimmung für den neuen Namen „Rurkreis Düren-Jülich“ führen soll. Das Stimmungsbild der Kreistags-Fraktionen war bei der öffentlichen Vorstellung einhellig positiv. Innerhalb der Stadt Jülich melden sich immer mehr Stimmen, die sich auch eindeutig für eine Umbenennung aussprechen.

Als erster veröffentlichte vor fünf Tagen Bürgermeister Axel Fuchs eine Stellungnahme und positionierte sich deutlich. Er ist für die Umbenennung. Er schreibt: „Blickt man auf die zukünftige Entwicklung des Kreises, spielt der Strukturwandel im Hinblick auf das feststehende Ende der Braunkohleverstromung und damit einhergehend der Tagebaue Hambach und Inden eine herausgehobene Rolle. Die Stadt Jülich bildet mit den hier ansässigen Forschungseinrichtungen von weit überregionaler Bedeutung einen zentralen Ankerpunkt. Die vorgesehene bahntechnische Anbindung Jülichs an Aachen, Köln und Düsseldorf lässt hier zudem neben Düren einen zweiten Knotenpunkt des regionalen Nahverkehrs entstehen. Die Bipolarität des Kreises mit den beiden Zentren Düren und Jülich wird im Umbenennungsvorschlag auf den Punkt gebracht. Ich schaue daher zuversichtlich und mit Vorfreude auf den weiteren Entscheidungsweg zur Umbenennung des Kreises Düren in Rurkreis Düren-Jülich.“

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Vom Brainergy Park folgte einen Tag später mit einem Zitat von Frank Drewes, einem der Geschäftsführer des Brainergy Parks: „Mit der angestrebten Erweiterung des Namens wird Jülich in den Namen des Landkreises aufgenommen – und damit auch die weltweit renommierte Forschungskompetenz dieses Standorts.“

Für Bündnis 90/ Die Grünen teilt Sebastian Steininger als Sprecher auf Nachfrage der Redaktion mit: „Wir begrüßen die Umbenennung der Kreises. Damit wird der Nordkreis 50 Jahre nach der Kreisreform wieder Teil des Namens und das Jülicher Land über die Grenzen der Region hinaus sichtbarer.“ Gleiches lässt FDP-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Steufmehl wissen und ergänzt: „Der Nordkreis bekommt damit die nötige Wertschätzung, die er verdient. Immerhin waren wir ein eigensttändiger Kreis und nicht erfreut, dass dieser im Kreis Düren aufging. Die Nachfrage des JÜL Kennzeichen war auch immens. Zudem entsteht durch den Brainergy Park hier etwas neues und u.a. das Forschungszentrum ist weltbekannt und steht für Innovation.“

Einhellige Zustimmung signalisiert ebenso die Jülicher SPD-Fraktion, für die Parteivorsitzende Katja Böcking schreibt: „Wir haben das Thema auf der letzten Ortsverein-Sitzung diskutiert und haben einstimmig für die Umbenennung gestimmt. Wir als SPD Jülich begrüßen die Initiative ausdrücklich. Bereits in der Vergangenheit haben unsere Vertreter für den Zusatz Jülich im Kreis geworben. Und jetzt ist die richtige und notwendige Zeit dafür mit der Marke Jülich zu werben, insbesondere im Hinblick auf den Strukturwandel. Die Frage nach den Kosten haben wir uns auch gestellt. Für Markting muss man immer Geld in die Hand nehmen, die Kosten sind genau bezifferbar, der Nutzen nicht. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass es sich für den gesamten Kreis rechnen wird.“

„Die angestrebte Umbenennung unseres Landkreises ist ein gutes Signal“, meint die Jülicher CDU. „Ein Signal an die Menschen im Jülicher Land, dass der Landkreis größer ist als nur eine Stadt. Die Rur ist das verbindende Element des Kreises, als Trinkwasserquelle, als Grundlage für die Papierindustrie und als Naherholungsgebiet, vom Rursee in der Eifel bis zum Jülicher Brückenkopfpark. Die „Marke“ Jülich ist durch das Forschungszentrum weltweit bekannt. Mit der Umbenennung fällt es vielen in Zukunft leichter, den Kreis regional einzuordnen.“

Seinem positiven Votum der Kreistagsfraktion hat die UWG JÜL nichts hinzuzufügen und hält die Diskussionen im Vorfeld der Kreistagsabstimmung eher für hinderlich.


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