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Brückenkopfpark – Bekenntnis mit Handlungsbedarf

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Klares Bekenntnis zum Brückenkopfpark aber klarer Handlungsbedarf bei Wirtschaftlichkeit, Personalstruktur und
Pflege der Grünflächen

Die Zuschüsse, die die Stadt Jülich jedes Jahr auf Neue aufbringen muss, um den Brückenkopfpark weiterhin betreiben zu können, sind ein den Haushalt der Stadt Jülich stark belastendes Element.

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Die FDP Jülich hält deshalb grundsätzliche Entscheidungen hinsichtlich des Brückenkopfparks für unumgänglich. Die wirtschaftliche Lage der Brückenkopfpark gGmbH kann nur deutlich verbessert werden, wenn klare und mit aller Konsequenz durchgeführte Veränderungen helfen, die wirtschaftliche Lage deutlich zu verbessern.

1. Klares Bekenntnis zum Park
Der Brückenkopfpark ist heute eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt. Sein Bekanntheitsgrad, der auch deutlich über die Region hinaus besteht, steht und fällt mit der Attraktivität des Parks. Der Naherholungseffekt ist ein wichtiger weicher Standortfaktor, der vor allem auch hinsichtlich der Entwicklungen am Campus Merscher Höhe und dem neu zu erschließenden Gewerbegebiet hohe Relevanz besitzt. Abgesehen davon ist der Betrieb des Parks vertraglich zugesagt und allein deshalb nicht in Frage zu stellen.

2. Der Brückenkopf-Park wird derzeit nur verwaltet, muss aber gestaltet werden
Die FDP ist der Meinung, dass der Brückenkopf-Park daran krankt, dass in den vergangenen 10 Jahren der Park nur verwaltet, aber nicht gestaltet wurde. Ein nachvollziehbares Geschäftskonzept mit einer soliden Zukunftsplanung ist bis heute von der Geschäftsleitung nicht entwickelt worden.
Die Geschäftsführung wird aufgefordert sich endlich unternehmerisch zu engagieren. Geschäftsfelder wie Gastronomie, Merchandising und Veranstaltungen sollten ausgebaut und durch den Brückenkopf-Park eigenständig bestritten werden, um neben Eintrittsgeldern weitere Einnahmequellen zu generieren.
Zielvorgabe muss sein, dass sich innerhalb des folgenden Jahres signifikante Ertragssteigerungen ergeben. Sollte dies nicht der Fall sein, muss auch über den Austausch der Führungskräfte gesprochen werden. Die aktuelle Geschäftsführung hatte über 10 Jahre Zeit zu beweisen, dass sie in der Lage ist den Park in eine prosperierende Zukunft zu lenken. Diesen Beweis ist die Geschäftsführung leider bisher schuldig geblieben.
Der FDP Jülich ist es durchaus klar, dass die Arbeitsverträge Klauseln enthalten, die Mitglieder der Geschäftsführung auch zukünftig an die Stadtverwaltung binden oder bei Entlassung ggf. mit höheren Abfindungen zu rechnen ist.
Sollte keine gravierende Verbesserung eintreten, ist es aus unserer Sicht auf Dauer deutlich günstiger, mit einer gestandenen Unternehmer-Persönlichkeit weiter zu arbeiten, als die bestehenden Verhältnisse aufgrund von Konfliktscheue weiterhin zu unterstützen.
Es ist Aufgabe der Geschäftsführung den Brückenkopf-Park wirtschaftlich erfolgreich zu führen und sich nicht in Ausreden bezüglich des Klimas zu verzetteln.

3. Reduzierung der zu bewirtschaftenden Grünflächen
Der Park besitzt einige für den Naherholungswert nicht relevante Teile, die derzeit gepflegt werden müssen, aber den Besuchern keinen Mehrwert bieten. Hier zählen z.B. die Obstwiesen westlich der Themengärten, die derzeit ausschließlich Kosten produzieren. Wir schlagen deshalb vor, die Obstwiesen an einen der örtlichen Obstbauern zu verpachten oder ggf. gegen eine Pflegeverpflichtung kostenlos zur Nutzung zur Verfügung zu stellen. Weitere Einsparungen sind im Bereich des Stadtgartens möglich, auch im Hinblick auf eine im Folgenden noch näher spezifizierte Nutzung. Ggf. lassen sich noch weitere, wenig genutzte Flächen finden, in denen ein Rückbau sinnvoll wäre.

4. Ausschreibung der Pflege der Grünflächen des Parks
Die Personalkosten für die Pflege des Brückenkopfparks sind der größte Kostenfaktor.
Fachleute sind der Ansicht, dass die Pflege des Parks durch ein externes Unternehmen deutlich günstiger und effektiver gestaltet werden kann. Die intensiv zu pflegenden Bereiche sind bei einer Gesamtfläche von ca. 300.000 m² gerade einmal 15.000 m². Hierzu wurden bereits Recherchen durchgeführt. Da die Grünpflege gemessen an der Personalmenge deutlich hinter den Erwartungen zurück bleibt, sind auch hier personelle Konsequenzen unumgänglich. Die von Seiten der Geschäftsführung immer wieder genannten zu pflegenden Flächen entsprechend außerdem nicht der Realität. Ein Großteil der Parkfläche ist Wald und muss deutlich weniger gepflegt werden, als die parkähnlichen Anlagen, die aber eine deutlich geringere Fläche ausmachen. Hierzu sei ebenfalls bemerkt, dass die Zooflächen ausschließlich durch das Zoo-Personal gepflegt werden und ebenfalls nicht zu Buche schlagen. Hier geht die Geschäftsführung in ihrer Argumentation sehr offensichtlich von falschen Begebenheiten aus und kommuniziert diese auch in die entsprechenden Gremien.

5. Umfassendere Nutzung des Parkgeländes für Konzerte, Festivals, etc.
Die Nutzung des Parks als Event-Standort ist ideal. Die sensationelle Kulisse des napoleonischen Brückenkopfes schreit geradezu nach größeren Veranstaltungen, wie Konzerten, Festivals etc.. Es ist nicht einzusehen, dass die Gewinne der Veranstaltung bei externen Veranstaltern und nicht beim Park selbst hängen bleiben. Der FDP ist klar, dass bei eigener Durchführung des Veranstaltungsmanagements auch das Risiko besteht, dass die eine oder andere Veranstaltung ein Zuschussgeschäft wird. Die Chancen für die substantielle Stärkung des Parks werden von der FDP jedoch als zukunftsweisend angesehen.
Im Bereich des Konzertpavillons und des Stadtgartens sollte ein leicht und vielfältig zu nutzender Bereich entstehen, der sich für Konzerte diverser Musikgenres eignet. Als Alternativfläche könnte auch der Bereich des jetzigen Apfelquadrates umgestaltet werden.
Die Möglichkeit auf einer adäquat nutzbaren Fläche Konzerte oder auch Theater-/ Musical-Aufführungen zu veranstalten, ist für viele klassische Veranstalter sehr interessant. Gleichzeitig wird das kulturelle Angebot in Jülich noch bunter, breiter und anspruchsvoller. Jülich als Open-Air-Kulturstandort zieht auch Menschen aus dem Umland in die Stadt. Hier ist außerdem auch eine Kooperation mit dem KuBa denkbar. Dass hierbei Investitionen für Toilettenanlagen, Beleuchtung und weitere Umbauten innerhalb des Geländes von Nöten sein werden, ist klar. Diese sind für einen gut nutzbaren Standort aber nicht zu vermeiden und zahlen auf das neu zu erstellende Gesamtnutzungskonzept des Parks ein.

6. Gastronomie-Konzept
Wir halten es für sinnvoll, die Gastronomie dezentral auf dem Gelände zu verteilen. Das Park-Restaurant am Haupteingang ist für keinen Pächter wirtschaftlich zu unterhalten. Mit dem Betrieb der auf dem Gelände des Parks vorhandenen Imbissbude und dem im Zoo-Gebäude befindlichen Imbiss ist die Versorgung bereits jetzt gewährleistet. Sollte sich heraus stellen, dass hier ein erhöhter Bedarf entstehen sollte, kann man mit einer weiteren klassischen Imbissbuden auf dem Gelände oder dem Einsatz von Imbisswagen reagieren. Für mögliche Betreiber ist dieser Weg sicher auch interessanter, weil keine Kosten für eine große Immobilie aufgebracht werden müssen und die Anzahl der Imbissbuden entsprechend dem Besucheraufkommen angepasst werden kann. In ähnlicher Weise können 1-2 Standorte für Kaffee und Kuchen geschaffen werden. Die neuen Betreiber müssen flexibel arbeiten können und Ihren Ansprüchen, hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens gerecht werden dürfen, aber auch den Kunden verbindliche Öffnungszeiten garantieren. Hier braucht es deutlich mehr Kontinuität und Planungssicherheit für alle Beteiligten. Evtl. kann auch über den Betrieb der Gastronomie durch die Parkgesellschaft nachgedacht werden. Aber auch dies steht und fällt mit der Kompetenz der neu einzusetzenden Geschäftsleitung und der neu zu rekrutierenden Mitarbeiter. Für das Gastronomie-Gebäude am Haupteingang schlagen wir vor, Ideen für eine Umnutzung zu entwickeln. Hier könnte in Zukunft ein Park-Informationsbüro geschaffen werden und so bald wie möglich die komplette Geschäftsführung und Verwaltung des Parks einziehen. Die Räumlichkeiten im Jufa empfinden wir als zu weit weg vom Geschehen.

7. Markenkern / Markenbildung / Marktforschung
Die Marke „Brückenkopfpark Jülich“ muss deutlich gestärkt werden. Zunächst muss anhand einer Marktforschung in Form z.B. von Besucherumfragen geklärt werden, was gut läuft, was schlecht läuft und welcher Bedarf auf Seiten der Besucher besteht. Aus diesen Erkenntnissen ist das Angebot des Parks dann ggf. anzupassen und ein gutes, für die Region außergewöhnliches Angebot zu schaffen. Mit diesem definierten Leistungskatalog kann dann leichter und vor allem nachvollziehbarer gezielte Werbung für den Park gemacht werden. Solche Marktforschungsprojekte können kostengünstig oder sogar Kostenneutral in Zusammenarbeit mit den Hochschulen realisiert werden.


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