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App gegen „Eltern-Taxis“

Leere Busse, gestrandete Jugendliche: Die Stadtverwaltung bemüht sich um eine Alternative zum bisherigen Schulbussystem. In der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport (JuFISSS) wurde nun eine flexible Lösung vorgestellt.

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Foto: AdobeStock.com
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Immer sicher sein, dass das Kind einen Sitzplatz hat und sicher nach Hause kommt: Nach Vorstellung der Stadt Jülich soll das künftig Realität werden. Geplant wird ein sechsmonatiges Pilotprojekt, mit dem bedarfsgerecht Haltestellen angefahren werden können. Und das sogar inklusive Live-Tracking und Push-Nachricht bei Ankunft des Fahrzeugs sowie Erreichen der Endhaltestelle. Das ist die Idee des „Smart School Shuttles“.

Es klingt wie Zukunftsmusik – und Jülich wäre für den Schulverkehr Vorreiter. So klang es im Vortrag von Sven Müllejans und Jürgen Müller, stellvertretend für die TT Verkehrsbetriebe aus der benachbarten Landgemeinde Titz, an. Erprobt wurde das Prinzip allerdings bereits ähnlich von der bayerischen Firma „mopla“, beispielsweise in Augsburg. Die Mopla Solutions GmbH würde auch diese App entwickeln. Beide Unternehmen haben in der Vergangenheit bereits gemeinsame Projekte umgesetzt. Das bietet eine Grundlage und mehr Sicherheit für den Erfolg der Umsetzung, wenn auch erst in der Realität selbst festgestellt werden kann, ob es tatsächlich funktioniert oder wo es hapert. Die konkrete Idee für Jülich: Eine Fahrt kann bis 48 Stunden vorher per App und mit im Profil hinterlegter Haltestelle gebucht werden. Und, beispielsweise bei Erkrankung, bis 60 Minuten vor Abfahrt wieder storniert. Das System teilt automatisch ein passendes Fahrzeug für die Menge der Buchungen in dieselbe Richtung zu. Manchmal könne hier beispielsweise auch ein VW-Bus reichen. Beim Einsteigen checkt das Kind oder der Jugendliche ein und die Fahrt kann über die App verfolgt werden. Der Vorteil soll sein: Weniger Fahrtkosten, weniger CO2 – da nur die gebuchten Haltestellen angefahren werden – keine Leerfahrten, ein garantierter Sitzplatz und weniger Individualverkehr durch Eltern. Folglich auch eine Erleichterung für die Familie.

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Hintergrund ist die Feststellung eines Problems: Momentan kämen zwar alle Kinder und Jugendlichen gleichzeitig zur Schule, mittags führen aber nur etwas weniger als die Hälfte zurück. Grund sind lange Schultage oder Offene Ganztagsschulplätze. Für den Teil, der etwa zwischen 15.30 und 17 Uhr zurückfahre – 17 Uhr ist hierbei die Annahme der ausgereizten Endzeit für die OGS – gäbe es oft keine Rückfahrmöglichkeit. Dazu käme, dass Busse oft fast leer und über Haltestellen führen, an denen niemand aussteige. So entstünden Kosten für die Stadt, die eigentlich unnötig scheinen. Die neuen Kosten beliefen sich nach aktueller Aufstellung auf 4220 Euro pro Monat als Grundpauschale sowie 630 Euro pro Monat für die Wartung der Software. Das seien, so die Vortragenden, etwa 14 Cent pro Personen-Kilometer.

Florian Hallensleben, Amtsleiter für Kinder, Jugend, Schule und Sport, sprach sich für die weitere Zusammenarbeit aus. Auch der Ausschuss befand die Idee für weiter ausarbeitungswürdig. Im nächsten Schritt sollen Zahlen nachgeschärft und weitere Details geklärt werden. Etwa, auf welche Art sich Kinder und Jugendliche am Schulbus registrieren können. Im Ausschuss fielen dazu beispielsweise die Stichworte Smartphone, Schulausweis oder RFID-Chip. Auch kam die Frage auf, ob pro Fahrt ein Obolus von beispielsweise einem Euro berechnet werden solle, um unnötige Buchungen zu vermeiden.


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