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Bildgewaltig

Die „Operation Grenade“ begann am 23. Februar 1945. Die Rur wurde von den Amerikanern überschritten.

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Im Bild hat Henry Jay MacMillan das Ereignis festgehalten: "Alligators at Roer". Soldaten überqueren mit zwei Amphibienfahrzeugen die Rur bei Jülich. Bild: Cape Fear Museum Wilmington)
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Unter großer medialer Begleitung – mehr als 30 Kriegsberichterstatter und Fotografen begleiteten die amerikanischen Truppen – begann am 23. Februar 1945 die sogenannte „Operation Grenade“. Ziel der Operation war es, die Rur zu überqueren und bis zum Rhein vorzustoßen. Die Bilder der Rurüberquerung und Einnahme Jülichs gingen um die Welt.

Was man sich heute nicht mehr vorstellen kann ist, dass die Rur zu diesem Zeitpunkt ein reißender Fluss war: Um den amerikanischen Vormarsch aufzuhalten, hatte die deutsche Wehrmacht am 8. Februar die Grundablassrohre der Rurtalsperre gesprengt. Zwei Wochen lang war die gesamte Ruraue überschwemmt und voller Schlamm. Noch am 23. Februar hatte die Rur eine starke Strömung.

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Wie sich herausstellen sollte war es eine große Herausforderung selbst kleinere Stege zu errichten. Nicht nur die starke Strömung machte Probleme, auch deutsches Artilleriefeuer zerstörte erste Stege und nahm die amerikanischen Soldaten unter Beschuss. Um drei Uhr morgens setzten die ersten drei Sturmboote über, um einen Draht über die Rur zu spannen an dem sich die folgenden Boote entlanghangeln konnten. Erst um sechs Uhr am Morgen konnten die ersten Bataillone die Rur überqueren – der erste errichtete Steg war durch ein abgedriftetes Sturmboot gerammt und zerstört worden. Insgesamt wurden an diesem Tag drei weitere Brücken über die Rur errichtet. Am Abend hatten die amerikanischen Truppen die Stadt bis zum Bahndamm eingenommen. Mit der Einnahme der Zitadelle am Nachmittag des 24. Februar war die Stadt vollständig in der Hand amerikanischer Truppen.

Susanne Richter

Derzeit beleuchten zwei Ausstellungen in Jülich die Zeit des Zweiten Weltkriegs: Das Museum Zitadelle Jülich setzt sich unter dem Titel „Bildgewaltig. Fotos der Zerstörung Jülichs“ mit dem fotografischen Blick auf die Zerstörung der Stadt und den Wiederaufbau auseinander. Der Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V. hat unter dem Titel „ÜberLeben in Jülich“ eine Fotoausstellung
in der gesamten Innenstadt errichtet; ergänzt wird sie durch eine Sonderausstellung im Info-Pavillon und Schlosskeller des Museums Zitadelle. Bis 16. Februar finden jeden Sonntag, 11 Uhr, Führungen statt.


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