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Der „Flori“, die Welle und viele Worte

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Beim Musizieren wurde auch gepost. Foto: Ariane Schenk
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„Ich habe lange überlegt wie ich das hier beginne und habe mich für eine La Ola entschieden“, erzählte Florian Wintels, der sich selbst in seinem Programm „Flori“ nennt, zu Anfang der kurzweiligen Veranstaltung. Die „La Ola“ funktionierte – wenn auch für Außenstehende vielleicht nicht ganz so beeindruckend: Gerade einmal zwölf Menschen waren im Publikum. Schade, denn trotz dieser geringen Zahl war die Stimmung sehr gut.

Mit viel Selbstironie war das Programm garniert. Das funktionierte, weil Florian Wintels ein sympathischer Typ ist. Sprüche wie „Ich spiel jetzt ein Lied über den Sinn des Lebens, den kenne ich, denn ich bin schlau“ kamen keinesfalls arrogant an und auch normalerweise platte Witze wie „Ich würde mich nicht mit mir anlegen, denn wir sind ungefähr gleich stark“ passten sich so charmant ein, dass die Zuschauerschaft Spaß daran hatte.

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Die unter bloßer Blödelei zu stehen scheinenden Geschichten und Gedichte wurden durch Lieder ergänzt und erweitert, die er mit seiner Gitarre unterstützte – sowie mit gelegentlichen „a capella-Soli“. Diese hatten viele ernste Einschläge. Ob in „Ankommen“, das direkt zu Beginn gespielt wurde („Wir kommen an, der Zug kommt an…“) und das Thema „Man kommt immer irgendwann irgendwo an“ auffasst oder „Fernseher“, mit der Kritik, dass der Mensch sich permanent ablenkt, nur um keinen klaren Gedanken, erst recht nicht zur Selbsterkenntnis, zu fassen – die ernsten Töne machten das Programm sehr untrivial.

So gab es viel anzusprechen: Eingeübte Traditionen, die hinterfragt werden, Plädoyers sich gern zu haben, seinen Verstand bewusst zu nutzen und zu tun was man möchte, egal ob andere lachen oder der Klimawandel; all das und viel mehr fand Platz in der rund zweistündigen Veranstaltung. Und dennoch in einem Mantel, der Freude machte, ohne belehrend zu klingen.


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