Start Stadtteile Jülich Ein Prozess, der Jahre dauern wird

Ein Prozess, der Jahre dauern wird

Kommende Woche wird die Europäische Mobilitätswoche begangen. Ein Gespräch mit Mobilitätsmanagerin Claudia Tonic-Cober über die anstehenden Veränderungen.

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Foto: Stadt Jülich
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Veränderung bedeutet stets, die eigene Routine zu durchbrechen. „Gerade in der Mobilität sind die Strukturen seit Jahrzehnten gesetzt. Aber das heißt nicht, dass wir nicht neu darüber nachdenken sollten, den zur Verfügung stehenden Raum zu nutzen und aufzuteilen“, freut sich Claudia Tonic-Cober, Mobilitätsmanagerin der Stabsstelle Nachhaltigkeit, Mobilität, Klimaschutz, über die Chance, an der Aufstellung eines Mobilitätskonzepts für die Stadt Jülich mitarbeiten zu können. Das Wichtigste vorab: Ein solches Konzept wird weder kleinteilig, nur auf die eigene Kommune bedacht, funktionieren – und auch nicht ohne die notwendige Datengrundlage: Welche Pendlerströme gibt es? Wie fließt der Verkehr? Welche Verkehrsmittel werden genutzt? Wie entwickeln sich Stadtteile und damit Bedarfe? Welche anderen Baustellen haben Einfluss auf die Mobilität in der Stadt?

Gerade weil das Thema Mobilität Menschen oft emotional betrifft, müsse die Diskussion auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten geführt werden, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Mit dem Entschluss, ein Mobilitätskonzept aufzustellen, ist daher eng die nun startende Bestandsaufnahme des Mobilitätsverhaltens verbunden. Der Kerngedanke war, die Ortschaften besser an die Innenstadt anzubinden. Die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes eröffnet aber durchaus weitere Möglichkeiten, von der alle Verkehrsteilnehmer profitieren können.

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„Wir reden von einem Prozess, der Jahre dauern wird. Aber was wir heute schon direkt beeinflussen können, sind unsere eigenen Gewohnheiten: Ist es beispielsweise wirklich schneller, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren?“, sieht Claudia Tonic-Cober im Prozess eine Chance, Gesetztes und Liebgewonnenes selbst noch einmal zu prüfen. Und auch um Fragen und Bedarfe zu formulieren, was denn benötigt wird, damit es Alternativen beispielsweise zum Auto gibt. Sprich: bessere ÖPNV-Anbindungen, Fahrradschnellwege oder sichere Stellplätze für E-Bikes.

Hier wird auch die Stadt kurzfristig Projekte umsetzen und beispielsweise neue Fahrradabstell-Anlagen installieren, die an Knotenpunkten wie dem Kulturbahnhof oder der Ecke Kölnstraße / Schlossplatz das Umsteigen im wahrsten Sinne des Wortes erleichtern. Seien es stabile Bügel, eingezäunte Areale, die sich nur nach vorheriger Anmeldung per App öffnen lassen, oder buchbare Boxen – das Angebot soll stetig wachsen. 16 neue Ladesäulen sollen die Nutzung von Elektrofahrzeugen attraktiver machen.
Die Konsequenz wäre, den politischen Willen vorausgesetzt, nach Abschluss aller innerstädtischen (Groß-)Baustellen mit der Befragung der Bürgerinnen und Bürger zum Thema individuelle Verkehrsnutzung zu starten. Mit diesen Ergebnissen können auch Überlegungen zum Parkraumbewirtschaftungs-Management angestoßen werden. „Mobilitätsmanagement ist ein Mammutprojekt, das auf vielen Schreibtischen bearbeitet wird. Den Prozess können wir nur schrittweise gehen“, lädt Claudia Tonic-Cober zu einem konstruktiven Dialog und tatkräftiger Mitarbeit ein.

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Stephan Johnen
Kein Muttkrat, aber im Besitz einer Landkarte. Misanthrop aus Leidenschaft, der im Kampf für Gerechtigkeit aus Prinzip gerne auch mal gegen Windmühlen anreitet. Ist sich für keinen blöden Spruch zu schade. Besucht gerne Kinderveranstaltungen, weil es da Schokino-Kuchen gibt, kann sich aber auch mit Opern arrangieren.

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