Eine Toilette und viel Diskussion: In der vergangenen Ratssitzung wurde ausführlich über die Toilettenanlage im Rahmen der Schlossplatz-Sanierung diskutiert.
Laut Vorlage sollte eine selbstreinigende Toilette gebaut werden. Aus mehreren Ecken kam dazu die Frage auf: Würde diese nicht innerhalb kürzester Zeit unbenutzbar werden? Lohnt sich in diesem Kontext die Anschaffung zu diesem Preis? Hans Günther Engels (CDU) wollte daher die Stadtverwaltung um eine Kostenaufstellung für eine bewirtschaftete Toilette bitten.
Darauf stellte Dezernent Richard Schumacher die Frage, was unter einer „bewirtschafteten Toilette“ zu verstehen sei. Es müsse auch bei einer selbstreinigenden Toilette regelmäßig eine Person vor Ort sein, beispielsweise um den Raum zu reinigen – Bauamtsleiter Stefan Sistemich hatte zuvor auch das Auffüllen des Toilettenpapiers und der Seife genannt. Außerdem sei anzunehmen, dass die Reinigungsanlage auch mal gestört sei.
Schumacher betonte, er verstehe unter einer bewirtschafteten Toilette, dass ständig Personal vor Ort sei, was einen separaten Raum und Personalkosten benötige. Auch sei zu bedenken, zu welchen Zeiten die Toilette bewirtschaftet werde. All dies seien seines Verständnisses nach zusätzliche Aufwände und Kosten.
Einen anderen Punkt machte Bürgermeister Axel Fuchs klar: Es seien auch die Fristen des Integrierten Handlungskonzepts (InHK) zu berücksichtigen, in dessen Rahmen der Schlossplatz saniert wird. Darum müsse der Beschluss in dieser Sitzung fallen. Dabei bot er an, falls sich im Hinblick auf die Bewirtschaftung kurzfristig eine andere Lösung finde, die Planung dahingehend zu ändern.
Heinz Frey (UWG JÜL) meinte rückblickend, dass in vielen vorangegangenen Diskussionen zu diesem Thema die Bewirtschaftung immer der Streitpunkt gewesen sei. Außerdem gab er zu bedenken: Sei es eine selbstreinigende Toilette, sei sie auch außerhalb der gängigen Arbeitszeiten etwaigen Personals benutzbar. Müsse man die Öffnungszeiten einschränken, weil eine Person dort sitzen muss, sei dies nicht mehr sinnvoll.
Da jemand sich um die Toilette kümmern müsse und sie somit „kontrolliert“ werde, könne er die Kritik Engels’, dass sie nicht mehr nutzbar sein könnte, nicht nachvollziehen. Schäden und andere Probleme würden sicher immer wieder passieren, aber seien entsprechend behebbar.
Einen anderen Kritikpunkt gab schließlich Harald Garding (SPD) zu Protokoll. Ursprünglich seien zwei Toiletten beschlossen worden. Die Toilettenanlage sei zu Beginn der Planungen von allen gefordert worden. Jetzt sei nur noch eine Toilette geplant. Seine Fraktion würde nicht von der ursprünglichen Planung abweichen wollen.
Die Vorlage wurde mit großer Mehrheit beschlossen.



















