Start Stadtteile Jülich Keine Angst vor großen Zahlen

Keine Angst vor großen Zahlen

79
0
TEILEN
Synlight ist die größte künstliche Sonne der Welt - ein Paradebeispiel für alternative Energie, deren Ausbau für den Strukturwandel wichtig ist. Foto: Dorothée Schenk
Synlight ist die größte künstliche Sonne der Welt - ein Paradebeispiel für alternative Energie, deren Ausbau für den Strukturwandel wichtig ist. Foto: Dorothée Schenk
- Anzeige -

Wie ist die Definition der Wortmarke „Strukturwandel“ – aus kommunaler Sicht?

Axel Fuchs: Heute nutzt man nicht mehr gerne den Begriff Strukturwandel. Man sagt: Wir begleiten „Transformationsprozesse“. „Strukturwandel“, passt nicht mehr in unsere Zeit. Es spielen so viele Themen eine Rolle: Nutzung der Digitalisierung, die Thematik rund um die regenerativen und neuen Energien und vor allem die Speicherung der Energie.

Das geht aber jetzt weit über den „Fokus Jülich“ hinaus.

- Anzeige -

Axel Fuchs: Es ergibt keinen Sinn, Strukturwandel isoliert auf die Stadt Jülich zu betrachten. Wir müssen größer denken schon deshalb, damit wir bei den Fördergeldgebern besser ankommen.

Wie definiert das “Land” den Begriff Strukturwandel?

Patricia Peill: Wir haben auf ganz vielen Ebenen Strukturwandel. Digitalisierung ist ein Strukturwandel, für den Einzelhandel ist es ein Strukturwandel, wenn wir alle im Internet bestellen. Wir haben in der Region einen Strukturwandel der Energieform, der Arbeitsform…
Axel Fuchs: …auch des gesellschaftlichen Miteinanders. In dem Moment, in dem wir über erneuerbare Energien nachdenken, sprechen wir schon über einen gesellschaftlichen Wandel.
Patricia Peill: Darum ist Strukturwandel eigentlich zu kurz gegriffen. Was wir hier „Strukturwandel“ nennen ist der Auftrag, den Wandel in unserer heutigen Wirtschaft und Gesellschaft positiv zu gestalten. So würde ich es formulieren.

Also ist es ein Prozess…

Patricia Peill: Ich sehe energetischen Strukturwandel als volkswirtschaftliches Thema, das ganz Deutschland betrifft. Aus der Landesperspektive ist es unser Auftrag, dass wir als Bundesland und auch als Rheinisches Revier unsere Stimme und Aktivitäten für Berlin bündeln – überregional und überparteilich als eine Stimme zusammen stehen.
Axel Fuchs: Ich finde Patricia Peills Vorstöße zur Zusammenarbeit gut. Wenn wir überregional über den Tellerrand hinausschauen ist es auch die logische Konsequenz, dass man es überparteilich betrachtet.

Welche Wünsche hat die Stadt wie Jülich im Zuge des Strukturwandels an das Land?

 

Bürgermeister Axel Fuchs. Foto: Dorothée Schenk
Bürgermeister Axel Fuchs. Foto: Dorothée Schenk

Axel Fuchs: Jülich liegt in der Mitte der drei „Löcher“ – der kulturelle Austausch hat gelitten, auch der wirtschaftliche Austausch hat gelitten. Wir haben unseren Beitrag zur Energieversorgung geleistet und jetzt möchten wir etwas zurückbekommen. Wer so ein einzigartiges interkommunales Gewerbegebiet wie den Brainergy-Park mit deutlich erhöhten Investitionskosten plant…da reden wir von Geld. Wir brauchen für dieses Projekt relativ hohe Fördersummen. Trotzdem ist uns völlig bewusst, dass wir auch eine eigene Verantwortung haben. Natürlich werden wir unseren Beitrag leisten.

Wie kann das Land unterstützen?

Landtagsabgeordnete Patricia Peill. Foto: PPP
Landtagsabgeordnete Patricia Peill. Foto: PPP

Patricia Peill: Die Kreis-CDU hat in einer Strukturkonferenz die 12 Projekte zusammengetragen. Eines davon ist der Brainergy-Park. Wir müssen bereit sein, groß zu denken, wenn wir gute Ergebnisse wollen, die Region erkennbar machen wollen, mit Projekten, die Strahlkraft haben. Und Brainergy ist für mich genau so ein Projekt. Oliver Wittke sagte: „Gute Ideen werden Geld finden.“
Axel Fuchs: In der Anlaufphase solcher Projekte sollte man vor großen Zahlen keine Angst haben.

Wie können Land und Kommune die Menschen vor Ort im Prozess mitnehmen??

Axel Fuchs: Wir haben ja schon zu Veranstaltungen zum Thema Brainergy eingeladen und da sind auch viele Interessierte gekommen. Aber wir müssen es immer wieder tun: Den Stand der Dinge vortragen, vorlegen, was es Neues gibt. Wir müssen offen und transparent damit umgehen, dann werden wir die Menschen auch für unser Projekt begeistern.
Patricia Peill: Die guten Sensationen werden viel zu wenig kommuniziert. Wir müssen über die guten Projekte öfter sprechen – nicht erst, wenn sie gelungen sind. Da sind wir oft zu bescheiden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here