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Pfarrer suspendiert

Mit sofortiger Wirkung ist in der vergangenen Woche der evangelische Pfarrer von Aldenhoven durch das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland beurlaubt worden. Dies bestätigte Pressesprecher Jens Iven auf Anfrage. Damit ist der Pfarrer von allen Pflichten entbunden. Aldenhoven gehört zum Kirchenkreis Jülich.

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Derzeit ohne Pfarrer: Die evangelische Kirche in Aldenhoven. Foto: tee
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An der Vertretungsregelung für den seelsorgerischen Dienst werde derzeit gearbeitet, heißt es vonseiten des Landeskirchenamtes. Für den Beerdigungsdienst, sagte Superintendent Jens Sannig, sei bereits eine kurzfristige Lösung gefunden worden. Ebenfalls stattfinden soll die Ferienfreizeit, allerdings mit anderem Personal, erklärte Sannig als Leiter des Kirchenkreises Jülich. Der Religionsunterricht entfällt zumindest bis zu den Ferien.

Wie lange die Suspendierung dauern wird, ist unklar. „Seriöse Einschätzungen“, so Pressesprecher Iven, seien in keinem Fall möglich. „Es gilt für alle entsprechenden Vorgänge der Grundsatz, dass wir so schnell wie möglich und zugleich so gründlich wie nötig arbeiten. Das liegt im Interesse aller Beteiligten und Betroffenen, lässt sich aber nicht in Zeitabläufen prognostizieren.“

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Worum es konkret geht, dazu gibt es weder vom Landeskirchenamt noch durch den Superintendenten Aussagen. Bestätigt wird lediglich, dass es um „Vorwürfe“ gehe, die geprüft würden. „Diese Beurlaubung ist ein notwendiger Schritt, um den Vorwürfen nachzugehen und die Beteiligten, darunter nicht zuletzt den Pfarrer, in dieser Zeit zu schützen. Eine Beurlaubung bedeutet keine Vorverurteilung. Das ist ebenso klar wie das Gelten der Unschuldsvermutung.“ Eine Amtsenthebung erfolgt, so teilt Kirchenrat Jens Iven mit, wenn das „Verbleiben im Dienst geeignet ist, die Glaubwürdigkeit der Wahrnehmung des kirchlichen Auftrages, das Ansehen der Kirche, den Dienstbetrieb oder die Ermittlungen wesentlich zu beeinträchtigen“.

Aus der Redaktion vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass das Jugendamt eingeschaltet ist. Außerdem ist Strafanzeige gestellt worden.

Bekannt ist, dass der Pfarrer eine außereheliche Beziehung unterhielt, noch während er mit seiner Ehefrau Tisch und Bett teilte. Aus diesem Verhältnis ging ein Kind hervor, das inzwischen ein Jahr alt ist. Der Pfarrer hat die Vaterschaft anerkannt. Bis heute ist der Pfarrer verheiratet. Inzwischen haben sich aber beide Frauen von ihm getrennt.

 

Klarstellung vom 11.07.2019 aufgrund der Kommentare:
Bei einem Pfarrer handelt es sich wie z.B. bei einem Politiker um eine relative Person der Zeitgeschichte, eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Darum ist sein Verhalten nicht ausschließlich Privatsache. Ein Pfarrer ist kein normaler Bürger. Er folgt per Definition keinem Beruf, sondern einer Berufung. Pfarrer werden „ordiniert”, spenden Sakramente und sind dadurch „in persona Christi” im Dienst. Zur Ordination leisten Pfarrer einen Eid (§4 des Kirchenrechtes:) „Ich gelobe (…) mich in meiner Amts- und Lebensführung so zu verhalten, dass die glaubwürdige Ausübung des Amtes nicht beeinträchtigt wird.” Derzeit verstößt der Pfarrer mutmaßlich unter anderem gegen § 44 des Kirchenrechtes, in dem es heißt: „Pfarrerinnen und Pfarrer verletzen ihre Amtspflicht, wenn sie in ihrer Amts- oder Lebensführung innerhalb oder außerhalb des Dienstes schuldhaft gegen ihnen obliegende Pflichten verstoßen.”
Der Beitrag ist so sachlich, wie er sein muss. Letztlich gilt: Ein Pfarrer steht nicht außerhalb des Rechts.

 

18 KOMMENTARE

  1. Jetzt wurde ein neues Opfer gefunden der die nicht haltbaren Vorwürfe weiter streut.Bitte weiter so. Vielleicht kann dieser Pressebericht dazu beitragen endlich diesen Leidensweg des Pfarrers zu beenden. Dafür bedarf es aber eine sehr analytische und genaue Recherche. Kann sehr viel Arbeit bedeuten. Das wünsche ich mir für einen sauberen Infomationsstand. Viel Erfolg.

  2. 20%Information 80%Warmes geblubber. Was der Mann privat macht geht mich nichts an.

    Ich Frage mich bei diesem Artikel nur eins. Wenn es wie am Anfang beschrieben doch keine konkreten Informationen gibt wie kann man das nur so provokant zum Abschluss bringen . Das der Redaktion Unterlagen vorliegen das das Jugendamt eingeschaltet ist naja …… Dazu sag ich Mal nichts . Aber ich halte diesen Artikel für höchst fragwürdig. Wenn es an dem ist was man sich aus diesem Artikel denken kann dann sollte dem auf jeden Fall nachgegangen werden . Wenn daran nichts wahr ist dann Frage ich mich wie man das Moralisch vertreten kann ,lieben Gruß an Fr.Schenk

  3. Man kann zwar Menschen nur VOR den Kopf schauen und nie dahinter, trotzdem glaube ich NICHT daran, daß ***** etwas gegen ein Kind unternommen hat. Wie anders soll ich sonst verstehen, daß das Jugendamt eingeschaltet wurde? Natürlich muss der ganzen Sache gründlich nachgegangen werden. Desweiteren finde ich es UNVERSCHÄMT, daß sie erwähnen, daß ***** ein außereheliches Verhältnis hatte. DAS ist reine Privatsache und hat hier überhaupt NICHTS zu suchen !!
    Johannes 8,7 …..Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
    Ich hoffe, es wird sich alles aufklären
    Ich wünsche ***** und seiner Familie viel Kraft und alles Liebe

  4. Dorothée Schenk zeigt leider wieder, wie schlecht Journalismus sein kann. “Worum es konkret geht, dazu gibt es weder vom Landeskirchenamt noch durch den Superintendenten Aussagen.” Die letzten beiden Abschnitte sind dann nur noch pure Hetze und an Bloßstellung gegenüber der Familie und anderen betroffenen Personen nicht mehr zu übertreffen. Der Öffentlichkeit ist jedenfalls durch diese Information auch nicht geholfen. Peinlich für Sie, Frau Schenk, und auch beschämend für diese Seite/dieses Magazin. Unseriös bis zum geht nicht mehr, ohne das kleinste Empathievermögen.

  5. Ergänzung:
    Um aus Ihrem Facebookprofil zu zitieren:

    “Es geht um Paragraph 1 unseres Grundgesetzes: Menschenwürde.”

  6. Das ein Pfarrer keinen Rechtsfreien Raum genießt ist mir durchaus bewusst allerdings habe ich das Gefühl das sie nicht verstanden haben worum es den Menschen in den Kommentaren geht . Sie schreiben das ,dass Privatleben des Pfarrers nicht AUSSCHLIESSLICH privat ist , es macht den Eindruck das man sich provokativ auf alles stürzt was in der Gesellschaft gut ankommt was die Leute gerne lesen. Sie wissen ja was immer wieder in den Medien über katholische Pfarrer gesagt und berichtet wird und ja es ist unglaublich schlimm das solche Sachen Vorfallen. Mich stört nur das sie sich wiedersprechen in ihrem Artikel und das weckt den Eindruck das sie provozieren wollen . Sie dürfen mich korregieren wen es nicht so ist . Ich kann nur noch Mal betonen wenn an den Vorwürfen welche das auch immer sind etwas dran ist dann soll es aufgeklärt werden nur finde ich es unfair ihm gegenüber so einen Artikel zu schreiben. Auch wenn dieser MENSCH in der Öffentlichkeit steht hatt er das nicht verdient . Empathie ist hier groß geschrieben .

  7. Ich schließe mich Anonym an !! Einen schlechteren Journalismus habe ich selbst bei der Bild-Zeitung noch nicht erlebt ! Und das soll schon was heißen !

  8. Als unbeteiligte Person, die den Pfarrer nicht näher kennt, empfinde ich diesen Artikel, entgegen aller hier lesbaren Kommentare, als reine Information. Frage: Warum steht eigentlich nicht Suspendierung im Vordergrund? Für eine Suspendierung muss es doch einen schwerwiegenden Grund geben, auch wenn die Landeskirche und der Superindent sich – trotz besseren Wissens vermutlich wegen des laufenden Verfahrens – einer Aussage enthalten. Das sollte eigentlich Gegenstand der Diskussion sein. Dass es keine konkreten Aussagen gibt ist darum auch verständlich, aber das heißt nicht, dass nicht nachvollziehbar wäre worum es ungefähr geht.
    Anders auch als die Kommentarschreiber vor mir es zum Ausdruck gebracht haben sehe ich die Nennung seines Privatlebens als durchaus berechtigt an. Zum Einen scheint die Beziehung öffentlich bekannt gewesen zu sein (so weit, dass die Vaterschaft des gemeinsamen Kindes vom Pfarrer anerkannt wurde) und zum Anderen muss, nachvollziehbarer Weise und, wie in der Klarstellung genannt, nach Kirchenrecht, ein Pfarrer in öffentlichem und privatem Leben ein Vorbild für seine Gläubigen sein. Dies beinhaltet, meiner Ansicht nach, auch die Achtung des Ehegelöbnisses – was hier nicht vorzuliegen scheint.
    Des Weiteren kann ich aus dem Artikel keine tiefergehenden Details herauslesen, die jemand als schuldig darstellen. Diese Interpretation kann nur aus Verquickung der Informationen, etwa des laufenden Verfahrens oder der Einschaltung des Jugendamtes, heraus entstehen. Dass etwas im Raum stehen muss ist auf Grund der Suspendierung zwar zu vermuten, aber dennoch gilt, um den Pressesprecher Herrn Iven zu zitieren: „Eine Beurlaubung bedeutet keine Vorverurteilung. Das ist ebenso klar wie das Gelten der Unschuldsvermutung.“
    Schließlich und endlich muss ich mich doch auch sehr wundern, warum ein Pfarrer als schützenswert erachtet wird, aber wenn andere Personen des öffentlichen Interesses in ihrem privaten Leben Fehler machen immer sofort auf die Vorbildfunktion gepocht wird. Ein Mann der Kirche hat, meines Erachtens, auch abseits des ihn betreffenden Kirchenrechtes eine moralische Verantwortung.
    In der Hoffnung, dass alles sauber geklärt werden kann und nicht noch mehr Menschen Ziele öffentlichen Ärgernisses werden wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.

  9. Danke Sarah, ich möchte mich gerne diesem Kommentar anschließen. Ergänzend möchte ich noch erwähnen, dass eine Strafanzeige sicher nicht aus dem hohlen Bauch heraus getätigt wird, sondern einer gewissen Grundlage bedarf, die sich auf Fakten beruht.

  10. Was bitte so der Artikel mit Hetze und schlechtem Journalismus zu tun haben? Es werden die Fakten genannt. Das manche beim Thema Jugendamt direkt an Missbrauch denken, dafür kann die Autorin nix.

    Ist aber herrlich, sich so unsachlich zu äußern und sich dabei hinter “Anonym” und “Maximum” zu verstecken. Da muss man sich als Leser doch fragen, wer hier 80% Geblubber absondert und wer hier Hetze betreibt.

    Und zur Aufklärung des ganzen gehört nicht nur Recherche. Sondern auch eine Gemeinde und ein Pfarrer, die bereit sind zu sagen, was Phase ist.

  11. @ Sarah: ja, Sie kennen den Pfarrer nicht… Aber anscheinend die Initiatoren???!!! Wie sonst lässt sich erklären dass Sie diesen Artikel als reine Information bezeichnen??!! Ihrer Meinung nach sollte also eher die Suspendierung im Fokus der Beiträge stehen?? Also soll spekuliert werden ? Dann wären wir endgültig beim Bildzeitung- Niveau gelandet!! Wenn das nicht ohnehin schon der Fall ist!
    Und mal ganz ehrlich??!! In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich??!! Auch ein Pfarrer und vor allem seine Familie hat ein Recht auf Privatsphäre!!
    Wer den Pfarrer kennt, wird wissen dass sich die nicht haltbaren Vorwürfe aufklären werden!

  12. Ich bin über einige Kommentare hier wirklich verblüfft in ihrer Naivität und Schönfärberei. Seit einem Jahrzehnt kämpft die Kirche um die Aufarbeitung von zahllosen Missbrauchsfällen nicht nur in einzelnen Diözesen sondern auch in Bildungseinrichtungen, Kinderheimen, Ausbildungsinstitutionen und Internaten. Und sieht sich dabei konfrontiert mit einer zunehmenden Zahl äußerst konkreter Anklagen wegen Missbrauchs Minderjähriger. Nur durch die rückhaltlose und offene Klärung solcher Sachverhalte können die Kirchen (katholische wie evangelische) ihre Glaubwürdigkeit als ethische und moralische Wegweiser zurückgewinnen. Mir ist bis jetzt kein einziger Fall bekannt, in dem Geistliche ohne ordentliche Prüfung durch die kirchlichen Träger oder den Staat, oder gar zu Unrecht die rechtlichen Konsequenzen ihrer Taten tragen mussten. Aber ich bin nicht allwissend. Zahlreich sind hingegen die jahrelangen Vertuschungsversuche und die Meldungen über Verfahrensverschleppungen.
    Wenn hier die Kirche selbst aktiv wird und einen Pfarre suspendiert, dann liegen nicht nur irgendwelche Klatschmeldungen vor, sondern schwere Vorwürfe mit belastenden Beweisen und Zeugenaussagen. Man sollte sich darauf verlassen, dass unser Rechtsstaat funktioniert und die Beweislast und Aussagen der Kläger ebenso wie die Erklärungen des Pfarrers sachkundig prüft und abgewiegt. Und sicherstellt, dass vor der Beendigung des Verfahrens “keine Sau durchs Dorf getrieben wird”. Aber die Aufgabe der Medien in unserer Gesellschaft ist es, diese Vorgänge zu begleiten, zu recherchieren und öffentlich zu machen. Eine wichtige Aufgabe. In jedem Land, in dem den Medien diese Funktion genommen wird, regiert bald das Unrecht und die Willkür. Es liegt gewissermaßen sogar im Interesse der belasteten Pfarrers, dass die entsprechenden Vorgänge ordentlich untersucht werden, um ihn eventuell von allem zu entlasten. Allerdings liegt es vor allem in unser aller Interesse und im Interesse eventueller minderjähriger Opfer, auch eventueller zukünftiger Opfer, dass Kindesmissbrauch unbedingt verhindert und gefährdete Kinder und Jugendliche beschützt werden. Soviel ich gelesen habe, ist der nämliche Pfarrer nicht nur Seelsorger in seiner Gemeinde, sondern hat darüber hinaus zahlreiche Funktionen als Lehrer in Schulen und in anderen Bildungseinrichtungen. Da möchte ich als Vater von drei Kindern doch sichergestellt wissen, dass dieser Pfarrer sich nicht an seinen Schutzbefohlenen vergeht. Wenn er schon seine moralische Vorbildfunktion offenbar ohnehin nicht erfüllt: ein verheirateter Pfarrer und vielfacher Vater hat hier parallel zu seiner Ehe mindestens eine längerfristige außereheliche Beziehung, in welcher er wiederum ein Kind zeugt. Kein Mann ist gottgleich und ohne Fehler, auch kein Pfarrer, aber von einem Mann Gottes erwartet man genug Gewissen und Moral, um Verantwortung für sein Tun zu übernehmen. Und für die Menschen in seiner direkten Umgebung. Und eben dieser Ansicht ist zweifellos auch die evangelische Kirche, die diesen Pfarrer jüngst suspendiert hat, übrigens nicht, weil es Klatschmeldungen in Zeitungen gab, sondern aufgrund mindestens einer polizeilichen Anzeige mit einem begründeten Verdacht.

  13. Verstehe ich die Kommentatoren richtig: Wenn die Redaktion nicht berichten würde, wäre der Pfarrer nicht suspendiert? Hier werden Ursache und Wirkung vertauscht: Erst war die Suspendierung, dann die Berichterstattung. Die Augen zuzumachen und so zu tun, als seien die Schuldigen die Journalisten, die berichten, entspricht einer derzeit so beliebten populistischen Argumentation, die ja hier offensichtlich der Redaktion unterstellt werden soll. Ich begrüße, dass ich die Information bekommen habe, mit der die Kirche offenkundig ohne Nachfrage nicht an die Öffentlichkeit gegangen wäre.

  14. Danke für diesen sachlichen Artikel. Es ist gut und wichtig, dass über solche Dinge berichtet wird! Ein Pfarrer ist eine Person des öffentlichen Lebens und wenn ein solcher Verdacht besteht dann ist es wichtig, dass er ergründet wird. Danke auch an die sachlichen Kommentatoren. Bei einem solchen Thema war es ja zu erwarten, dass auch viele Freunde der betreffenden Person unsachlich argumentieren…

    Meiner Meinung nach ist es völlig unangebracht, wenn ein evangelischer Pfarrer eine aussereheliche Beziehung führt und dann auch noch ein Kind zeugt. Das gehört sich einfach nicht!

  15. Keiner sagt etwas über die Berichterstattung um Himmels Willen . Nur über die Art und Weise ,das man alles erklären muss ist echt nicht mehr normal . Und wie immer kann ich nur noch Mal betonen daß es wichtig ist das die Sache aufgeklärt wird und nicht die Journalisten als Schuldige dargestellt werden ich weiß echt nicht wer hier was vertauscht gerade . Populistische Argumentation das ich nicht lache .

  16. @A.Luzat: Ihr inflationärer Gebrauch von Satzzeichen soll vermutlich Ihren Ärger und Ihre Fassungslosigkeit unterstreichen. Im Grunde ist es aber nur das schriftliche Pendant für Schreien und Vogelzeigen. DAS ist unsachlich und Bildzeitungsniveau. Ein Pfarrer ist eine Persönlichkeit des öffentlichen Interesses und hat eine moralische Vorbildfunktion. Deshalb ist es rechtens, gewisse Aspekte seiner Lebensführung öffentlich zu hinterfragen. Und er hat bürgerliche Rechte, die er zweifellos mithilfe eines Anwalts zu wahren weiß. Darüberhinaus hat er besondere Pflichten gegenüber seiner Kirche und seinen Kindern. ALLEN seinen Kindern! Und an diese muss man ihn zum Wohle und zum Schutz dieser Kinder möglicherweise gemahnen. Das ist nicht die Aufgabe der Presse, auch nicht die der Kommentatoren in diesem Forum, sondern die des Rechtsstaats.

    @Maximum: „Dass man alles erklären muss“, ist normal, damit einen die Anderen verstehen. Sowohl vor Gericht wie in solch einem Forum wird man gemessen an dem, was man sagt und wie man es sagt. Und es erscheint mir völlig legitim, Worthülsen, Übertreibungen und Zweideutigheiten als solche zu entlarven und Klarheit einzufordern. Wenn Sie nichts gegen die Berichterstattung an sich einzuwenden haben, noch gegen die Journalistin, noch gegen die Notwendigkeit, dass diese Sache aufgeklärt werden muss, dann haben wir mehr gemein, als ich dachte. Weil es ihn Ihren Beiträgen so schien, als unterstellten Sie dem Artikel eine tendenziöse Berichterstattung.

    Im Grunde ist es doch recht einfach: der Pfarrer ist nicht wehrlos. Er ist in der Lage, sich selbst hervorragend darzustellen, kann auf ein Netzwerk von ihm Abhängiger und Gleichgesinnter zurückgreifen und hat einen Anwalt. Und einen Superintendenten, der offenbar in die Angelegenheit schon länger eingeweiht ist und sich zu seinem eigenen Schaden zu lange rausgehalten hat. Dann gibt es eine Mutter, die versucht, ihr Kleinkind gegen mögliche Übergriffe zu schützen. Und dann gibt es eine Evangelische Kirche, die ein vehementes Interesse daran hat, dass aus dieser Angelegenheit kein weiteres mediales Fiasko wird, das ihre Glaubwürdigkeit und ihre moralische Integrität weiter beschädigt. Das schwächste Glied in dieser Kette ist das KIND. Dieses zu schützen ist Aufgabe des Gerichts und des Jugendamtes. Und das sollte uns allen am meisten am Herzen liegen, ob wir nun Eltern sind oder nicht. Was für eine Gesellschaft sind wir, wenn nicht unsere Kinder oberste Priorität haben? Was für Menschen sind wir? Was für Christen sind wir?

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