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Verbunden über Kontinente

Ecuador. Ein Land, im wahrsten Sinne des Wortes erbaut auf Gold. Bedeckt mit dichten grünen Wäldern, atemberaubend hohen Bergen und weißen Sandstränden, soweit das Auge reicht. Ein erheblicher Kontrast zu Deutschland. Und doch verbunden durch das Leben einer Barmenerin in Südamerika.

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Foto: privat
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Als Julia Gilges aus Barmen und Isabelle Bauer aus Würzburg Mitte des letzten Jahres in das Dritte Welt Land aufbrachen, war ihnen noch nicht klar, in welche Kluft zwischen Arm und Reich sie sich begeben würden. Für erstere war es ein großer Schritt, von Barmen in das circa 10.000 Kilometer entfernte Quito umzuziehen. „Ich wollte schon lange etwas anderes machen und ein Abenteuer erleben“, erklärt Julia Gilges lächelnd. Daher habe sie sich zusammen mit ihrem Mann für einen Auslandsschuldienst als Lehrer beworben. „Wir wussten nicht, wohin wir gehen würden, aber wir haben gehofft, irgendwo in Südamerika unterzukommen.“ So kam es auch.

Mit ihren drei Kindern zogen sie in die ecuadorianische Hauptstadt um. Dort unterrichten Julia Gilges und ihr Mann an einer von der Bundesregierung geförderten deutschen Schule, an der täglich 1300 Schüler aller Altersklassen unterrichtet werden. „Von den Schülern sind 80 Prozent Ecuadorianer aus reichem Håause und 20 Prozent deutsche Kinder von zum Beispiel deutschen Botschaftern oder den Lehrern der Schule“, so Julia Gilges. Letzteres trifft auch auf ihre eigenen Kinder zu. Neben der Eingewöhnung im neuen Zuhause müssen Vater und Kinder zunächst Spanisch lernen. Obwohl es der Deutschlehrerin in Ecuador gefalle, wolle sie nicht ewig dort bleiben. „Ich möchte gerne irgendwann zurück in die Heimat“, verrät sie.

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Trotzdem ist Julia Gilges und ihrer Kollegin Ecuador ans Herz gewachsen und wie eine zweite Heimat geworden. Neben vielen positiven Eindrücken kamen sie jedoch nicht umhin, die erdrückende Armut des Landes hautnah mitzuerleben. „Solche Bilder kennt man sonst nur aus dem Fernsehen“, merkt Julia Gilges mitfühlend an. Es ist kaum vorstellbar, wie schwer der Anblick der Bevölkerung sein muss, in der besonders die Kleinsten ohne staatliche Hilfe keine sichere Zukunft erwartet. Eine Kollegin der beiden, die nach ihrer Geburt früh in ein Heim gegeben und später glücklicherweise adoptiert wurde, erzählte den Frauen von ihrem Schicksal, das sie mit vielen Kindern des Landes teilt. Daraufhin haben die beiden engagierten Lehrerinnen die Entscheidung getroffen, die Ärmsten des Landes zu unterstützen.

Um sich selbst ein Bild von der Lage zu verschaffen, besuchten sie das Kinderheim San Vincente de Paul in Quito. „Dort sahen wir viele fröhliche Gesichter und den liebevollen Umgang zwischen den Angestellten und den Kindern“, berichtet Julia Gilges. Das von Nonnen geführte Heim beherbergt momentan 74 Kinder im Alter von 4 Wochen bis 18 Jahren. Die Aufnahme der Kinder sei häufig der vorherrschenden Armut, Vergewaltigungen der Mütter und der Einnahme von Rauschmitteln durch die Eltern geschuldet.

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„Es wird alles getan, um den Kindern später ein besseres Leben zu ermöglichen“, erklärt die dreifache Mutter. Sie selbst wolle ihren Kindern mitgeben, dass nicht alle Gleichaltrigen so privilegiert aufwachsen können. Denn die Unterstützung des Staates bleibt für die Heranwachsenden in den Einrichtungen ebenfalls aus. Daher ist das Heim auf Spenden angewiesen, von denen die Angestellten bezahlt und Schulutensilien, Lebensmittel sowie Medikamente gekauft werden müssen. Das Kinderheim San Vincente de Paul ist nur eine der vielen auf Hilfe angewiesenen Institutionen im ganzen Land. Deshalb sind Julia Gilges und Isabelle Bauer der Hilfsorganisation „Damas Alemanas“ beigetreten, um die Kinder und Jugendlichen ehrenamtlich zu unterstützen.

„Wenn auch Sie einen kleinen Teil dazu beitragen wollen, dass die Kinder hier eine Chance auf ausreichend Nahrung, Bildung und ein selbstständiges Leben haben, helfen Sie mit! Jede Spende hilft uns hier weiter und geht direkt an das Heim“, bitten die beiden tatkräftigen Lehrerinnen.

Mehr Informationen und der Kontakt für Spenden sind unter damasalemanas.de zu finden.


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