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Offene Türen und kleine Kraft

Es war kein gewöhnlicher Adventsgottesdienst, zu dem Pfarrerin Anke Neubauer-Krauß die Gemeinde in der Gerderather Zeltkirche begrüßte. Sechs ehrenamtliche Seelsorgerinnen wurden nach Abschluss ihrer umfangreichen Ausbildung durch den Jülicher Superintendenten Jens Sannig in ihren Dienst eingeführt, assistiert von Diakon Christian Heinze-Tydecks, in dessen Händen die Ausbildung der sechs Damen lag.

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Es war kein gewöhnlicher Adventsgottesdienst, zu dem Pfarrerin Anke Neubauer-Krauß die Gemeinde am 2. Advent in der Gerderather Zeltkirche begrüßte. Sechs ehrenamtliche Seelsorgerinnen wurden nach Abschluss ihrer umfangreichen Ausbildung durch den Jülicher Superintendenten Jens Sannig in ihren Dienst eingeführt, assistiert von Diakon Christian Heinze-Tydecks, in dessen Händen die Ausbildung der sechs Damen lag. Foto: Johannes de Kleine
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Pfarrerin Neubauer-Krauß sprach die sechs Ehrenamtlichen in ihrer Predigt zum Thema „Offene Türen“ an. „Sie haben mit der Seelsorgeweiterbildung eine Türe aufgetan in ein Ehrenamt, zu weiterer fachlicher Kompetenz, haben erlebt und werden erleben, dass Menschen Ihnen die Türen aufmachen zu ihren Lebensgeschichten und Lebenswelten, manches Mal die Türe öffnen zu ihrer Seele. Unfassbar kostbar – wie ich finde und ein großer Schatz.“

Und die folgende Zusage Gottes gelte auch den Seelsorgerinnen: „Türen öffnen – das ist eine Entscheidung. Gottes Entscheidung von Anfang an – gleich zwei Mal, als Schöpfer, als Kind in der Krippe und das ein für alle mal. Du bist mein geliebtes Menschenkind – gestern, heute und morgen – und für alle Ewigkeit. Dein Leben hat Würde und Hoffnung, Zukunft und Sinn. Offene Türen und kleine Kraft, liebe Gemeinde, welche Zukunft liegt in dieser Gegenwart verborgen? Türen öffnen – das ist eine Entscheidung – Ihre – Eure – deine – meine.“

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Superintendent Jens Sannig dankte den Seelsorgerinnen dafür, dass sie sich einer intensiven und umfangreichen Ausbildung unterzogen haben: 166 Arbeitseinheiten in Theorie und Praxis mit einem Kolloquium zum Abschluss. „Das ist kein Kurs in der Volkshochschule. Das ist eine vollumfängliche Ausbildung. Ich bin tief beeindruckt. In dieser Ausbildung haben Sie seelsorgerliche Kompetenzen erworben, Kommunikation und Gesprächsführung haben Sie eingeübt und diese an Praxisbeispielen reflektiert.“ Und weiter sagte er: „Sie sind ein Geschenk für unsere Kirche, und es beeindruckt mich sehr, dass es Menschen gibt, die sich so umfassend mit so viel persönlichem Einsatz schulen und stärken lassen für ein Ehrenamt.“ Sein Dank galt auch den Angehörigen, den Familien und den Lebenspartnern, die den Seelsorgerinnen in Ausbildung und Dienst den Rücken stärken. Ein weiterer Dank ging an die Ausbilder: „Darum gilt mein Dank auch Christian Heinze-Tydecks und seinem Team, der diese Ausbildung konzipiert und durchgeführt hat. Auch er ist ein Geschenk für unseren Kirchenkreis.“

Und der Superintendent schloss: „Sie, liebe Seelsorgerinnen, Sie werden gebraucht. Wir alle bleiben Lernende auf dem Weg, den Gott mit uns geht, aber heute machen wir Station, halten inne, danken für das, was auf dem Weg geschehen ist und bitten Gott um seinen Segen für die nächsten Schritte, die folgen werden.“

Superintendent Sannig und Diakon Heinze-Tydecks überreichten den Seelsorgerinnen ihre Urkunden zur Beauftragung für ihren Dienst an den Menschen sowie jeweils ein liebevoll ausgewähltes Geschenk zu diesem feierlichen Anlass.

Heide-Marie Skok, selbst ehrenamtliche Seelsorgerin, sprach den frisch Beauftragten in ihrem Grußwort ihre Glückwünsche aus. „Seelsorge, – alleine das Wort sagt schon alles, was wir tun: Wir sorgen uns um die Seele. Gelungene Seelsorge braucht Vertrauen. Menschen öffnen sich im Seelsorgegespräch, wir sind eher Zuhörer. Seelsorge ist ein Dienst am Menschen, eine Hilfestellung.“

Seelsorge habe viele Gesichter und erstrecke sich auf viele verschiedene Lebensbereiche. Menschen im Krankhaus nach einer schwierigen Diagnose, überforderte Angehörige, Menschen im Hospiz oder Sterbende zu Hause und Menschen in vielen anderen Situationen. Seelsorgerinnen schenkten den Betreuten Zeit, ein hörendes Ohr für eine kleine Weile. Und die Menschen, denen man in der Seelsorge begegne, seien dankbar für die Anwesenheit, für eben diese Zuwendung.

Seelsorge sei nicht nur die Fürsorge für andere Menschen, es sei eine Hilfe zur Selbsthilfe. „Wir glauben, dass Gott keinen Menschen verloren gibt. Genauso sollt auch ihr keinen Menschen verloren geben.“ Und Heide-Marie Skok wünschte den sechs neuen Seelsorgerinnen ein gutes Wirken für die Seele „mit Arm, mit Herz, mit Hand und mit Gottes Segen.“ Nach dem feierlichen Gottesdienst, der musikalisch gestaltet wurde von Dr. Irina Fuchs (Orgel und Klavier) und Francesca Ragazzi (Cello), gab es bei Essen und Trinken Gelegenheit zu persönlichen Glückwünschen und zum Gespräch.


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