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Von den guten Hirten

In launiger Manier feierte die evangelische Kirche die Einführung ihres neuen Presbyteriums. Das Gleichnis vom guten Hirten und seiner Herde wurde im wahrsten Sinne lebendig.

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Was haben die zwei "Herden" gemeinsam? Foto: Dorothée Schenk
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Was haben Schafe und Hirten mit Kirche zu tun? Wer einigermaßen bibelfest ist, für den ist das Gleichnis selbstverständlich. Und das, obwohl, wie Pfarrerin Elke Wenzel richtig bemerkte, beides nicht mehr zur aktuellen Lebenswirklichkeit gehört. Gemäß dem didaktischen Grundsatz „man muss die Menschen abholen, wo sie stehen“ hatte die Pfarrerin zum Einführungsgottesdienst für das Presbyterium besondere Gäste eingeladen: Schäferin Christina Knechten mit ihrer siebenköpfigen Klein-Herde von ostpreußische Skudden. Mit ihrer Hilfe vermittelte die Pfarrerin im wahrsten Sinne sehr lebendig das Evangelium.

Zum Gespräch zwischen Pfarrerin Wenzel und Hirtin Knechten war die Gemeinde an die Kirchwiese gebeten worden, wo die Tiere die Gottesdienstbesucher erwarteten. Sehr schnell wurden die Gemeinsamkeiten klar. Daran machte die Pfarrerin in launiger Weise die Handlungsempfehlungen in den kommenden vier Jahren für das Presbyterium fest. In der evangelischen Kirche hat das Presbyterium eine wichtige Leitungsfunktion und bestimmt über Personal, Finanzen und Bauprojekte. Eine Aufgabe, die in Verbundenheit mit Pfarrerin Elke Wenzel und Pfarrer Udo Lenzig erfüllt wird. Keineswegs selbstverständlich sei es, diese Verantwortung zu übernehmen, betonte Pfarrerin Wenzel.

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Die Hausschafrasse Skudden steht auf der roten Liste und ist eine vom Aussterben bedrohte Art. Ebenso, meinte die Pfarrerin, sei es mit der Schar der Gläubigen. „Die Austrittszahlen steigen in den letzten Jahren stetig an. Das hat viele Gründe, für die die Leitung einer Gemeinde nur bedingt etwas kann – wird aber trotzdem zur Folge haben, dass auch die Jülicher Gemeinde schon in naher Zukunft sich, wie auch immer, finanziell wird einschränken müssen. Das heißt, dass die Haltung und Pflege der Schafe höchste Priorität hat.“ Beide Spezies, so konstatierte Pfarrerin Wenzel, seien von Natur aus scheue Wesen. Daher seien „Ruhe und Bedachtsamkeit, freundliches und werbendes Auftreten“ hilfreich, wenn man die Gemeindeschafe nicht auseinandertreiben wolle. Gemeinsam sei auch das genügsame Wesen. Schafe fressen Disteln und Brennnesseln, freuen sich aber saftiges Gras. Für die Gemeinde bedeutet dies: Veranstaltungen, Gelegenheit für Geselligkeit oder Bildung. Außerdem wies Pfarrerin Wenzel noch auf die Bedeutung der Hütehunde hin, die regelmäßig und gut trainiert werden müssten. „Vernachlässigen Sie das also nicht!“, rief sie den Presbytern zu und ließ keinen Zweifel daran, wer im übertragenen Sinne gemeint war.

Abschließend gab sie dem neuen Leitungsteam mit: „Vor allem bitte ich Sie und Euch alle, Zutrauen zu haben in das, was Ihr und Sie mit Euren Talenten, Fähigkeiten und Interessen in die Arbeit des Presbyteriums einzubringen habt.“ Angelehnt an die Lesung zum Tage ermutigte sie: „Es mag Euch wenig erscheinen und nicht ausreichend – aber am Ende wird es wie fünf Brote und zwei Fische reichen, um alle Gemeindeschafe, die auf der grünen Wiese lagern, satt zu machen.“

In den kommenden vier Jahren werden Dr. Martin Appuhn, Claudia Schultze-Matzerath, Silvia Obiera, Britta Peschel, Andreas Richter, Arne Schenk, Wolfgang Schlesener, Dieter Schnabel und Norbert Schuster sowie Küsterin Ursula Otto und Kirchenmusikerin Soline Guillon als Mitarbeiter-Presbyterinnen die Geschicke der evangelischen Kirche in Jülich lenken.


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