Gut 15,5 Millionen Euro stehen Jülich aus den Fördermitteln des Nordrhein-Westfalen-Plans für gute Infrastruktur 2025 bis 2036 zur Verfügung. Nach Vorlage der Stadtverwaltung wird das Geld auf drei Bereiche verteilt: die Sanierung des Westgebäudes des Gymnasiums Zitadelle, das Forum am Aachener Tor sowie Feuerwehrgerätehäuser. Damit ist die gesamte Fördersumme verplant.
Die Hälfte des Geldes, rund 7,76 Millionen Euro, soll in das Westgebäude des Gymnasiums Zitadelle an der Düsseldorfer Straße fließen. Der Sanierungsbedarf ist erheblich: Notwendig sind unter anderem Arbeiten am Brandschutz, an Fenstern, Fassade und Dach sowie an der Elektro- und Gebäudetechnik. Hinzu kommen die Beseitigung von Schadstoffen, Planungskosten und Container für Ausweichklassen. Die Verwaltung rechnet insgesamt mit mehr als 7,8 Millionen Euro.
Noch im Juli war eine energetische Sanierung des Westgebäudes über ein anderes Förderprogramm im Gespräch gewesen. Die Entscheidung fiel damals zugunsten des Kopfbaus des Neuen Rathauses. Mit dem Infrastrukturprogramm sieht die Verwaltung nun eine alternative Möglichkeit, die Arbeiten an der Schule zeitnah anzugehen.
Weitere 20 Prozent der Fördersumme, rund 3,1 Millionen Euro, sind für das Forum am Aachener Tor vorgesehen. In der ehemaligen Realschule sind VHS, Museum und Stadtarchiv untergebracht. Auch dort stehen umfangreiche Sanierungen an. Es gehe darum, „das Herz und die Geschichte der Stadt Jülich“ zu schützen, heißt es in der Vorlage. Die grob geschätzten Kosten liegen bei rund 5,7 Millionen Euro. Das Fördergeld würde also nur einen Teil abdecken. Etwa 2,6 Millionen Euro müsste die Stadt zusätzlich im Haushalt bereitstellen.
Die übrigen 30 Prozent, rund 4,66 Millionen Euro, sollen für die Sanierung oder den Neubau von Feuerwehrgerätehäusern genutzt werden. Als Beispiele nennt die Verwaltung Bourheim und Welldorf/Güsten. Welcher Standort das Geld letztlich erhält, soll die Verwaltung entscheiden. Maßgeblich sind die Vorgaben des Brandschutzbedarfsplans und das Ziel, die Mittel zügig einzusetzen. Schon für ein Gerätehaus werden unter Berücksichtigung steigender Baukosten mehr als 4,65 Millionen Euro erwartet.
Bei der Entscheidung für diese Vorhaben verwies die Verwaltung auf den schlechten Zustand vieler städtischer Gebäude und die angespannte Haushaltslage. Wenige größere Projekte sollen zudem den Verwaltungsaufwand begrenzen. Ein schneller Einsatz des Geldes soll Preissteigerungen entgegenwirken und den Bedarf an Krediten samt Zinskosten senken.
Die Aufteilung folgt dem im Förderprogramm vorgesehenen Verhältnis: 50 Prozent für Bildung und Betreuung, 20 Prozent für Gebäudesanierung und Klimaschutz sowie 30 Prozent für weitere Bereiche wie Verkehr, Sport und öffentliche Sicherheit.
Keine Mittel aus diesem Fördertopf soll nach dem Vorschlag das Mädchengymnasium erhalten. Die Schule hatte 50.000 Euro für ihre Heizungssanierung beantragt. Frank Radermacher (CDU) warb dafür, dass das Geld aus dem aktuellen Haushalt bereitgestellt werden solle. Er unterstrich, dass 292 Jülicher Schülerinnen ins Mädchengymnasium gingen, dessen Träger ebenfalls 50.000 Euro beisteuere, dass es einen Contracting-Vertrag mit den Stadtwerken gäbe und das MGJ bewusst mit Jülicher Unternehmen arbeite. Ab 1. November würde die Schule nicht mehr über eine funktionierende Heizung verfügen. Dem stimmte Bürgermeister Axel Fuchs zu und ließ über eine außerplanmäßige Bereitstellung von Mitteln aus dem Haushalt 2026 abstimmen. Der Stadtrat gab für dieses Verfahren sein einstimmiges Votum ab.



















