Margret Esser-Faber war als gebürtige Linnicherin mit ganzem Engagement und Einsatz für die Menschen ihrer Wahlheimat Jülich aktiv. Das bewies sie einerseits im politischen Mandat, das sie von 1999 bis 2020 im Stadtrat für die CDU wahrnahm, und gleich mit Mandatsübernahme 1999 wurde sie zur Ortsvorsteherin für die Innenstadt und das Heckfeld. „Besonders erfüllend war die Tätigkeit immer dann, wenn man für die Menschen in Jülich ganz konkrete Ergebnisse erreichen konnte“, bekannte sie einmal. Gleichzeitig übernahm Margret Esser-Faber Stimme und Auftrag in diversen Ausschüssen und Aufsichtsräten. Sie überzeugte auch die eigene Fraktion derart, dass sie zwischen 2005 und 2009 stellvertretende Fraktionsvorsitzende wurde. Als besondere Entscheidungen, die sie mittragen konnte, hatte sie selbst die Ansiedlung des DLR benannt, den Solarturm im Königskamp und die frühzeitige Planung des Brainergy Parks als „ein Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft weit über Jülich hinaus“.
Von 2009 bis 2014 füllte sie das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin aus. „Das war eine sehr intensive Zeit, die mich stark geprägt hat“, sagte sie bei ihrem Ratsabschied vor sechs Jahren. „Selbstbewusst und vor allem selbstbestimmt“ hatte sie 2020 ihren Platz frei gemacht, um den Generationswechsel der Partei zu ermöglichen.
Menschen waren es aber vor allem, die Margret Esser-Faber im Blick hatte. Dafür ging sie auch um 6 Uhr morgens ans Telefon – etwa wenn eine Geruchsbelästigung die Anwohnerschaft zu dieser frühen Stunde aus dem Bett trieb und bei der Ortsvorsteherin ein offenes Ohr suchte. Für Kinder und Jugendliche setzte sie sich ein. Sie organisierte zur Attraktivierung des Schlossplatz-Spielplatzes einen eigenen Förderverein, akquirierte Gelder und setzte ihre Pläne vor allem um. Gleiches gelang ihr im Neubaugebiet Lindenallee.
Kooperation und Kommunikation waren unbedingte Stärken. Langes Drumherumgerede war ihr nach eigenem Bekenntnis ein Graus. Margret Esser-Faber war ergebnisorientiert. So erschien 2018 ein Einkaufsführer für Senioren – Mitinitiatorin: Margret Esser-Faber. In den Seniorenbeirat zog die Engagierte 2022 als Vertretung für die katholischen Kirchengemeinden ein. Auch hier hörte sie zu und setzte um. In enger Zusammenarbeit wurde unter anderem am Schwanenteich – auch auf Wunsch vieler älterer Menschen – ein neues Stufengeländer installiert, weil eben auch kleine Schritte zählten. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass vieles nur deswegen möglich war, weil ich ein gutes Verhältnis zur Verwaltung pflegte“, gab sich die Ortsvorsteherin, Politikerin und Engagierte bescheiden.
„Die Hände in den Schoß zu legen ist nicht mein Ding, und daher möchte ich auf jeden Fall noch etwas für unsere Gesellschaft tun“, hatte Margret Esser-Faber beim Ratsabschied gesagt. Das hat sie sicher in vorbildlicher Weise in den vergangenen vier Jahrzehnten für Jülich getan. Sie hinterlässt in diesem Sinne eine große Lücke.
Der Rat der Stadt Jülich hat das Wirken von Margret Esser-Faber in einer Gedenkminute gewürdigt. Die Exequien werden am Dienstag, 5. Mai, um 13 Uhr in St. Matthias und Andreas in Lich-Steinstraß begangen. Anschließend findet die Beisetzung auf dem Friedhof Merscher Höhe statt.





















