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Christina Hofmann

Von Kaffeesatz und anderen Geschichten: Wer heute die Kaffeerösterei Beans and Friends in der Kleinen Rurstraße 3 besucht, trifft auf eine Frau, die ihren Weg nicht von Anfang an geplant hatte – ihn aber mit viel Leidenschaft gegangen ist. Christina Hofmann ist Kaffeesommelière, Röstereibesitzerin und Unternehmerin. Seit mittlerweile 16 Jahren ist sie mit ihrem Geschäft in Jülich präsent und fühlt sich längst als Teil der Stadt.

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Christina Hofmann. Foto: La Mechky Plus
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Dabei stammt Christina Hofmann ursprünglich gar nicht aus Jülich. Hofmann kommt aus dem Raum Gangelt-Selfkant und arbeitete rund 20 Jahre in der Holzindustrie. Als dort Stellen abgebaut wurden, stand sie vor einer Entscheidung: einen neuen Job suchen oder noch einmal ganz neu anfangen. Die Inspiration kam eher zufällig. Während einer Phase der Neuorientierung besuchte sie eine Kaffeerösterei in Daun in der Eifel. „Ich habe mir das angeguckt, bin raus, bin wieder rein und habe gesagt: Ich möchte das machen“, erinnert sie sich. Die Begeisterung war sofort da. Anschließend bereitete sie sich zwei Jahre lang auf den Berufswechsel vor, absolvierte die Ausbildung zur Kaffeesommelière, machte Barista-Kurse und eignete sich umfangreiches Fachwissen an.

2009 fiel schließlich die Entscheidung für die Selbstständigkeit. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort orientierte sie sich an Städten mit lebendigen Märkten und einer attraktiven Innenstadt – und wurde in Jülich fündig. Ihr erstes Geschäft eröffnete sie auf der Düsseldorfer Straße. Es folgten weitere Umzüge, die nicht immer freiwillig waren. Besonders für eine Kaffeerösterei seien Standortwechsel schwierig, erklärt Hofmann. Strenge Auflagen beim Brandschutz, technische Anforderungen an die Röstanlage und behördliche Vorgaben müssten berücksichtigt werden. Trotz aller Herausforderungen blieb sie der Stadt treu. „Die Jülicher sind mir wirklich dankbar und verbunden“, sagt sie. Umgekehrt empfindet auch sie eine enge Bindung zu ihrer Wahlheimat. „Ich bin eigentlich mehr integriert hier in Jülich als praktisch bei mir vor Ort.“ Die vergangenen Jahre waren von zahlreichen Veränderungen geprägt. Nach der Corona-Zeit traf sie eine wichtige Entscheidung: Die Gastronomie wurde aufgegeben. Der Fokus liegt seitdem auf der Rösterei, dem Verkauf und dem Onlinehandel. Produziert wird inzwischen in einer Halle im Selfkant, während das Ladenlokal in Jülich weiterhin als Anlaufstelle für Kunden dient.

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Ein besonderes Beispiel für ihre Verbundenheit mit Jülich ist die „Jülicher Mischung“. Diese Kaffeespezialität wurde nicht hinter verschlossenen Türen entwickelt, sondern gemeinsam mit den Kunden. Während Verkostungstagen konnten Besucher verschiedene Mischungen testen und ihre Favoriten auswählen. „Wir haben gesagt: Wir kreieren zusammen mit euch die Jülicher Mischung“, erzählt Hofmann. Das Ergebnis gibt es bis heute unverändert im Sortiment. „Da haben wir nichts dran geändert, und die Leute sind immer noch äußerst zufrieden mit der Mischung.“

Die Erfolgsgeschichte der „Jülicher Mischung“ spiegelt zugleich wider, was Hofmann seit Jahrzehnten an ihrem Beruf fasziniert: die besondere Welt des Kaffees. Denn unabhängig von allen Veränderungen ist eines in den vergangenen Jahren gleich geblieben – ihre Leidenschaft für das Produkt. Bis heute begeistert sie vor allem die enorme Vielfalt des Kaffees. Für sie ist er weit mehr als ein Alltagsgetränk. „Kaffee ist einfach nicht nur Kaffee“, sagt sie. Die Vielfalt der Sorten, die unterschiedlichen Anbaugebiete und die geschmacklichen Nuancen machten das Produkt für sie so spannend. Ähnlich wie beim Wein beeinflussen Herkunft, Höhenlage und Klima den Charakter der Bohnen. Hinzu kommen aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, steigende Nachfrage und die Suche nach neuen Kaffeesorten für die Zukunft. Trotz aller Herausforderungen bereut sie ihren Weg nicht. Auf die Frage, ob ihre Arbeit eine Berufung sei, antwortet sie ohne Zögern: „Sonst würde ich das gar nicht durchhalten, was ich alles so mitgemacht habe.“ Die Leidenschaft für Kaffee habe ihr geholfen, Rückschläge zu überstehen und immer wieder nach vorne zu schauen.

Auch abseits des Berufs spielt Aktivität eine wichtige Rolle. Früher betrieb sie intensiv Crossfit, heute hält sie sich mit Treppenläufen und Stabilisationstraining fit. Denn wer täglich Kaffeesäcke bewegt und zwischen Produktion und Verkauf pendelt, braucht Ausdauer.

Für die Zukunft hat Christina Hofmann klare Ziele. Sie möchte ihr Unternehmen weiter strukturieren, Prozesse automatisieren und den Onlinehandel ausbauen. Großes Wachstum steht dabei nicht mehr im Mittelpunkt. Viel wichtiger ist für sie eine stabile wirtschaftliche Grundlage und die Freude an ihrer Arbeit.

Was als spontaner Entschluss bei einem Besuch in einer Kaffeerösterei begann, ist heute längst zu ihrer Berufung geworden – und soll es auch in Zukunft bleiben.


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