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Nils Bauske

„Unmöglich gibt’s nicht.“ Das ist der Leitgedanke von Nils Bauske – Schweißer aus Leidenschaft. Nils Bauske ist die Schweißwurzel seines Teams. Er erklärt, dass dies die Unterseite der Schweißnaht sei. Das fertige Objekt würde von Innen heraus durch diese Wurzel gestärkt und zusammengehalten werden. Und genau das tut Nils Bauske. Er „schweißt“ sein Team von Innen heraus zusammen.

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Nils Bauske. Foto: la mechky+
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Er ist gebürtiger Heinsberger und lebt dort bis heute. Seit 19 Jahren schlägt er seine Brücke und pendelt täglich nach Jülich. Als gelernter Mechaniker leitet der 36-Jährige heute das Team der Schweißtechnik des Zentralinstituts für Engineering, Elektronik und Analytik – Engineering und Technologie (ZEA-1). Das ist reichlich Verantwortung. Seine ersten Schweißerfahrungen macht Nils Bauske schon im Alter von fünf Jahren mit einer Elektrode aus dem letzten Jahrhundert. Täglich sei diese sogar noch in Gebrauch, wenn er Reparaturen im landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters vornimmt. Und dies tut er mit einer beeindruckenden Hingabe, die zeigt, wie viel Spaß und Freude es ihm bereitet. Auf seinem Weg zum Teamleiter der Schweißtechnik nimmt Nils Bauske noch zwei Jahre Montage in Tennessee, in den USA, an Erfahrungswerten mit. Um den Platz des Teamleiters letztendlich wahrnehmen zu können, musste er sich zum Maschinenbautechniker in einer Abendschule weiterbilden.

Kernkompetenzen des Schweißens sind wohl Geduld und Ruhe. Beides sind laut eigener Aussage des Teamleiters nicht seine Stärken. Genau abzuwägen, welche Fähigkeiten die Mitglieder seines Teams haben, ist die wohl wichtigste koordinatorische Aufgabe von Nils Bauske. Jeder Schweißer arbeitet anders. Manche können die kleinsten und feinsten Aufgaben meistern, andere sind eher für die größeren Bauprojekte gemacht. Er hat den absoluten Überblick über sein Team. 20 Prozent seiner Arbeit macht außerdem das Auswerten von Schweißnähten mithilfe eines Röntgengeräts aus. Spannend ist dabei zu beobachten, mit welch einem Leuchten in den Augen er über die vielen Möglichkeiten spricht.

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Schweißtreibend ist auch Nils Bauskes Ausgleichssport, das Mountainbiken. 60 bis 70 Kilometer stehen sonntagsfrüh auf der Tagesordnung. Früher spielte er auch Handball. Laut eigener Aussage lernte er besonders dort, im Team zu arbeiten. Die Arbeit im Forschungszentrum würde auch nur funktionieren, sagt er, wenn die Arbeit Hand in Hand geht – mit verschiedenen Menschen aus ganz unterschiedlichen Instituten der Einrichtung.

Nils Bauske liebt und lebt seinen Beruf. Er arbeitet leidenschaftlich gerne mit seinen Händen. Es gäbe nichts Schöneres, als aus einem Stück Eisen etwas zu fertigen. Absolute Begeisterung zeigt sich bei ihm, wenn er über seine Arbeit, die Materialien und auch die Reparaturen spricht, die er zusammen mit seinem Vater anfertigt. Beeindruckend ist dabei auch, wie sich Nils Bauske hinter seine Arbeit stellt. Er empfindet sich als Teil des großen Ganzen. Auf die Frage, wie lange sie an einem Projekt für ein Bestandteil eines Teilchenbeschleunigers gearbeitet haben, begann er seine Erzählung mit dem Jahr, in dem die Planungen der Konstruktion in den USA begonnen haben, und nicht, als er an der handwerklichen Arbeit teilhatte.

Auch bei dem neueren Projekt des Sonnenfängers des Jülicher Künstlers Rudi Vaasen betrachtet sich Nils Bauske als Teil des ganzen Projekts und nicht nur als Teil des Teams, das die Umsetzung eines solchen Kunstwerks möglich macht. Auch wenn die Statik des Kunstwerks erst einmal zu Bearbeitungen in Kooperation von Künstler Rudi Vaasen und Statikern führte, ist Nils Bauske stets zuversichtlich und meint, es sei zwar schwierig, aber nicht unmöglich, ein solches Kunstwerk von sechseinhalb Metern Höhe aufzustellen. Auch wenn er einige Teile erst vor Ort – am Fuße der Solartürme – fertig schweißen könnte.

Angstschweiß treibt Nils Bauske wohl die Zukunft auf die Stirn. Was passiert in 10 Jahren mit seinem Job? Welche Auswirkungen hat Industrie 4.0 und die Automatisierung vieler Gerätschaften auf sein Arbeitsumfeld? Übernehmen die Schweißrobotoren den Großteil der Arbeit? Programmieren sei nicht so sein Ding, sagt Nils Bauske. Mit den Händen arbeiten aber schon. Aber dieser Fortschritt der Technik bringt Vorteile mit sich. Ein Traum des Teamleiters ist das 3D Drucken des Schweißens.

Ob in seiner Freizeit oder auf der Arbeit, Nils Bauske liebt das Schweißen und die Handarbeit. Dabei kann er Entspannen, meint er. Und wenn Arbeit Spaß macht und Entspannung mit sich bringt, ist es dann überhaupt noch Arbeit?

Auch wenn Nils Bauske bis heute noch keinen Schweißschein gemacht hat, ist er ganz klar die Schweißwurzel seines Teams.


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