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Gemeinsam gegen Rassismus und das Coronavirus

Ein Beitrag von Mohamadou Diallo und den Kollegen des IEK-7 vom Forschungszentrum Jülich. Unter dem Slogan der Stadt Jülich "füreinander-miteinander" unterstützen diesen Aufruf zur Solidarität "Gemeinsam gegen Rassismus und das Coronavirus": Prof. Wolfgang Marquardt, Axel Fuchs, Irene Bartolome, Dina Khordakova, Hameed Moqadam, Xiaolu Yan, Chenxi Qui, Yun Li, Cornelia Strube, Jonas Sonnabend, Mengchu Tao, Lukas Krasauskas, Sreeharsha Hanumanthu, Sabine Robrecht, Ann-Kristin Dugstad, Siyuan Zheng, Jan Clemens, Edward Charlesworth, Elionor Tuffnell, Aurelien Podglajen, Jens-Uwe Grooss, Peer Kling, Peter Preuße, Marc von Hobe, Nicole Thomas, Christian Rolf, Johannes Laube, Christoph Kalicinsky, Bärbel Vogel, Karlheinz Nogai, Martina Krämer, Paul Konopka, Nicole Spelten, Hacky Hackhausen, Dorothée & Arne Schenk, Mo Khomassi, Guido von Büren, Ariane Schenk, Claudia Kutsch, David Merz, Christiane Clemens, Mira Otto, Kristina Sehl, Roberto Schmitz, Sophie Dohmen, Frank Lafos, Cornel Cremer, Margot Menningen, Britta Sylvester, Volker Goebels, Yvonne Bielefeld, Olaf Kiel, Renée Ribouem Epanya, Virginia Lisken, Elisabeth Küpper, Oliver Ollech, Birgit Kasberg, Renate Jakob, Angelika Lafos, Anna Maria Gatzen, Michaela Langen, Vera Wilden, Dietmar Müller, Nicole Kuhlmann, Claudia Cormann-Wiersch, Sven Kleer, Jessica Fischer, Helga Conzen, Carla Reinartz, Andreas Wergen, Martin Riese, Anika Backhausen-Egbulle, Helga Hermanns, Felix Plöger, Nicole Jakob, Patricia Peill, Susanne Lucas, Johannes Pauli, Nicola Wenzl, Tobi Peters, Achim Maris, Ulrike Breuer, Andrea Goentgen, Elli Vogel, Lydia & Ingo Herkenrath, Barbara Sentzas, Erika Stäbler, Fatima Abdellaoui, Marco Johnen, Patricia Heck, Susanne Schadowski, Elke Hubert, Matthias Engel, Beatrix Lenzen, Ute Bakar, Elene Iordanishvili, Brigitte Drautmann, Nicole Jacob, Inge Meistes, Dirk Eickenhorst, Markus Rohowsky, Margot Bädorf, Detlef Trzolek, Doris & Günter Vogel, Werner Mittelstaedt, Eberhard Seitz, Hartmut Fischer, Ulrich Schurr, Hanno Scharr, Heike Slusarczyk, Daniel Pflugfelder, Andreas Fritsche, Martina Herrmann, Lutz Tellmann, Olaf Gardeick (to be continued)

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Grafik: Chenxi Qiu
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In den letzten Wochen ist unser gesamtes Leben vom Coronavirus bestimmt. Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind an der Tagesordnung. Arbeitgeber ermutigen zum Home-Office. Es gibt Panikmache, Hamsterkäufe und die Verharmlosung des Pandemie-Problems. Eines ist klar: Der beste Weg, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, ist die Vermeidung von Kontakten, das “social distancing”. Der Wirbel um das Coronavirus hat, und das ist wenig überraschend, auch zunehmend Fremdenfeindlichkeit und Rassismus hervorgerufen.

Unsere chinesischen Kollegen im Forschungszentrum Jülich (FZJ) berichten, dass feindlich Gesinnte sowohl in Jülich wie auch in den Zugverbindungen zwischen Aachen und Jülich ihnen den Mittelfinger zeigen, sie anhusten und sogar als Coronavirus bezeichnen. Die Opfer berichten ferner von verbalen Angriffen und sogar von Körperverletzungen. Der Rassismus, den viele Menschen ostasiatischer Herkunft derzeit in der Welt anlässlich des Coronavirus erleben, erinnert an das Schicksal muslimischer Familien in den USA, die nach 9/11 monatelang in Angst leben mussten. Muslimische Familien, die sich seit Generationen integriert und gleichbehandelt glaubten, trauten sich plötzlich nicht mehr, das Haus zu verlassen und ihre Religionszugehörigkeit zu offenbaren. Vermeintliche Schulfreunde verprügelten ihre muslimischen Kumpels. Dass der Terroranschlag diese muslimischen Amerikaner genauso in Angst und Schrecken versetzte wie alle anderen, wurde völlig verkannt. Es schien nur darum zu gehen, seiner eigenen Verzweiflung Raum zu geben und diese in Gewalt umzuwandeln. Der längst überholte Rassismus wurde erneut entflammt. Offensichtlich ist der Rassismus dem Menschen nicht auszutreiben. Denn keine 20 Jahre später erleiden Menschen mit ostasiatischem Aussehen erneut Fremdenfeindlichkeit. Angst und Ignoranz sind eine gefährliche Kombination und tragen zur Verbreitung von Gerüchten und der Unwahrheit bei. Was sind also die Fakten?

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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben Menschen asiatischer Abstammung nicht mehr zur Corona-Infektion beigetragen als andere. Das gilt auch für unsere chinesischen Kollegen im Forschungszentrum Jülich.

Unser einziger gemeinsamer Feind ist das Coronavirus. Es ist stumm, unsichtbar und unterscheidet nicht nach Herkunft, Geschlecht, Religion, Hautfarbe, Beruf, Alter oder sozialem Status. Das Coronavirus verbreitet sich, weil wir in einer globalisierten Welt leben. Es herrscht ein Mangel an Vorsorge und persönlicher Verantwortung. Um die Verbreitung des Virus zu vermeiden und somit Leben zu retten, muss jeder von uns Verantwortung übernehmen, soziale Kontakte minimieren und selbst Quarantäne praktizieren.

Menschen in Quarantäne minimieren das Risiko der Virus-Verbreitung in der Bevölkerung.

Logo miteinander – füreinander | Stadt Jülich

Dieser Aufruf lädt uns alle ein, zu erkennen, dass jede/r von uns eine wichtige Rolle spielt. Es geht um Aufklärung. Es geht darum, diskriminierendes Verhalten zu unterbinden. Jede/r von uns steht in der Verantwortung. Es gilt die Vorurteile im Keim zu ersticken. Es muss sachlich richtig über das Coronavirus berichtet werden. Angst und Unsicherheit dürfen die Fakten nicht verzerren. Alle Zeugen solcher Anfeindungen müssen das Wort ergreifen! Wir wollen sicherstellen, dass die Menschen im FZJ, in NRW und in der Welt die Fakten (er)kennen. Greifen Sie beherzt ein, wenn Sie Zeuge von Diskriminierung werden. Das wird uns allen helfen, eine Kultur des Miteinander zu kultivieren und zu stärken. Es geht darum, der Bedrohung der Menschheit durch das Coronavirus gemeinsam entgegenzutreten!

Wir danken allen Menschen, die in dieser schwierigen Zeit Solidarität und Verständnis für die vom Coronavirus betroffenen Familien und auch für unsere asiatischen Kollegen aufbringen.

Anm.d.Red: Gerne können Sie unter diesem Beitrag das Kommentarfeld für Ihre Stimme nutzen.


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28 KOMMENTARE

  1. Da bin ich ganz bei euch und hoffe, dies gilt auch für unsere FH. Auch hier gilt Solidarität mit unseren Studenten, die fern der Heimat sind, sich Sorgen machen, wie es ihren Liebsten zu Hause geht. Da braucht es nicht noch Anfeindungen. In dieser schweren Zeit sollten alle zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen.

  2. Gegen Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit setze ich gerne ein Zeichen.
    Unwissenheit ist das Eine, dies aber auch noch einzusetzen um fremdenfeindlich zu reden und zu handeln, zeigt auch noch die gefährliche Kombination von Unwissenheit und Dummheit.

  3. Ich bin auch dabei! Goethes Aufforderung „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“ ist auch fast 200 Jahre später noch gültig!

  4. Danke für diesen sehr guten und absolut notwendigen Artikekl! Ich stehe da voll und ganz dahinter!

  5. Ich unterschreibe das gern.

    Das Ganze macht mich besonders traurig mit dem Hintergrund wie freundlich man in Ostasien immer aufgenommen wird. In meinem Fall in Taiwan im November – und dann so was 🙁

    Volle Solidarität mit den Betroffenen!

  6. Lobenswerter Einsatz, den ich voll unterstütze. Eine Naturkatastrophe in Form einer Pandemie kann man nur offen, solidarisch und weltweit bekämpfen. Wie sonst?

  7. Mit großer Überzeugung die volle Unterstützung auch meinerseits. Danke für eure Initiative – mehr davon!

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