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Jülichs Visionärin

Jülich im Jahr 2030. Fliegende Autos, Co2 neutrale Fabriken und Weltfrieden? Wohl eher nicht. Bis dahin sind es immerhin nur noch 10 Jahre.

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Nachhaltigkeitsmanagerin der Stadt Jülich: Stefanie Reichenbach. Foto: Stadt Jülich / Gisa Stein
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Die Stadt hat ambitionierte Ziele, eine nachhaltige und entwicklungsreiche Zukunft zu gestalten. Soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit dabei unter einen Hut zu bringen ist eine wahre Herausforderung. Um das meistern zu können, hat die Stadt Jülich eine neue Stelle ins Lebens gerufen: die Koordination für kommunale Entwicklungspolitik.

Seit Dezember 2019 ist eine Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik: Stefanie Reichenbach im Dienst. Ihre Aufgabe ist es, die Aktionsräume der Stadt zusammenzuführen. „Mich hat gereizt, dass die Stadt sehr ambitionierte Ziele hat. Es gibt schon viele Ansätze, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen.“ Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bekannter zu machen, gehört ebenfalls zu Reichenbachs Aufgabe. Darüber hinaus soll den aktiven Initiativen der Stadt eine Plattform geboten werden, um sie miteinander vernetzen zu können. Nahziel ist es, bis November 2021 ein entwicklungspolitisches Handlungskonzept zu entwickeln – angelehnt an die Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.

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Für ihren Bereich bringt Stefanie Reichenbach reichlich Berufserfahrung mit: Sie hat Regionalwissenschaften von Lateinamerika mit dem Schwerpunkt auf globale Wertschöpfungsketten in Köln studiert. Berufsbegleitend kam Umweltwissenschaften als Studium dazu, um auch die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit abdecken zu können. In der Modebranche hat sich die Koordinatorin mit den Arbeitsbedingungen in Textilfabriken beschäftigt. Auch in der kirchlichen Verwaltung wurde sie tätig. Dabei hat Stefanie Reichenbach hauptsächlich an Projekten zum fairen Handel gearbeitet. Zuletzt war sie dann bei einem Zertifizierungssystem. Und jetzt: Jülich.

Stefanie Reichenbach wurde schon oft gefragt: Was kann eine Stadt wie Jülich auf kommunaler Ebene für die Ziele tun, obwohl die Probleme eher globale Einsatzkraft brauchen? „Hier versuchen wir diese globalen Ziele auf die Jülicher Verhältnisse anzupassen. Die Kommunen sind eben genau die politische Ebene, die am nächsten an den Menschen dran sind und auf kommunaler Ebene sehr viel machen können.“ Das startet zum Beispiel schon bei „öko-fairer-Beschaffung“ von Lebensmitteln, Kleidung und vielem mehr. „Sei es durch bewusstseinsbildende Maßnahmen oder auch indem wir zum Beispiel E-Mobilität fördern. Die großen Probleme, wie den Welthunger zu stoppen, werden wir nicht schaffen. Aber das zweite Ziel ,kein Hunger’ beinhaltet zum Beispiel auch das Unterziel Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen. Das ist etwas, was wir auch hier vor Ort sehr gut angehen können.“, so die Koordinatorin zuversichtlich.

Bürgermeister Axel Fuchs freute sich schon vor einigen Monaten über die Erklärung des Stadtrates, die 17 Ziele für eine bessere Welt auf kommunaler Ebene zu unterstützen. Koordiniert wird das Projekt von Stefanie Reichenbach. Foto-Archiv:. Stadt Jülich/Stein

Die Arbeit sichtbar machen, entwicklungspolitisches Engagement in Jülich stärken und weiter ausbauen – das klingt sperrig. Was soll das eigentlich heißen? Eine große Veranstaltung mit einem externen Referenten, der die Ziele vorstellen sollte, war im März geplant. Wie so ziemlich alles im ersten Quartal diesen Jahres musste auch diese Aktion abgesagt werden. Nun wird erst einmal mit kleineren Aktionen gestartet: Im Rahmen der Mobilitätswoche im September wird ein Infostand aufgestellt und Flyer werden erstellt, um die Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Desweitern werden bald Postkarten ausgelegt, die den Bürgerinnen und Bürgern, die Möglichkeit bieten, die drei wichtigsten Ziele für sie persönlich anzukreuzen und Vorschläge für die Umsetzung dieser zu äußern.

Die Koordinatorin für globale Entwicklungspolitik hat schon von Anfang an gemerkt, dass in Jülich die Ideen zu mehr Nachhaltigkeit seit Jahren „schlummern, aber es hat immer irgendwie der Anreiz gefehlt” In der letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Stadtrat entschieden, dass sich Jülich als Fair-Trade-Town bewerben wird.“ Sie freut sich schon darauf, welchen Weg die Stadt Jülich zukünftig einschlagen wird.

Dabei möchte sie besonders eins verdeutlichen: „Wir wollen zeigen, dass nachhaltig Leben nicht gleich Verzicht bedeutet, sondern Handlungsalternativen aufzeigen, die zielführend sind.“

Weitere Informationen zu den 17 Nachhaltigkeitszielen und den Handlungsfeldern der Stadt zu den einzelnen Zielen befinden sich auf der Seite der Stadt Jülich unter Nachhaltigkeit.


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