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Mike Küven

Gewinnen ist immer der Erfolg vieler, meint Meike Küven. DerPräsident des TTC Jülich hält nicht nur im Verein den Ball hoch.

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Mike Küven. Foto: La Mechky Plus
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Ob als Berufssoldat, Präsident des TTC indeland Jülich oder leidenschaftlicher Fußballfan – Mike Küven übernimmt Verantwortung. Seit 2015 steht der 64-Jährige an der Spitze des Tischtennisclubs Jülich und prägt den Verein mit viel Engagement. Dabei ist ihm eines besonders wichtig: Erfolg ist nie das Werk eines Einzelnen.

Geboren und aufgewachsen in Jülich ist Mike Küven seiner Heimat bis heute treu geblieben. Der verheiratete Familienvater von drei Kindern absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, bevor ihn sein Weg 1982 zur Bundeswehr führte. Aus dem Grundwehrdienst wurde zunächst eine Verpflichtung als Zeitsoldat, später eine Laufbahn als Berufssoldat. Seine ersten Dienstjahre verbrachte Küven in Geilenkirchen, bevor er 1989 nach Köln wechselte. Dank seiner kaufmännischen Ausbildung arbeitete er dort im Personalbereich und machte Karriere bis zum Oberstabsfeldwebel – dem höchsten Dienstgrad, den Unteroffiziere erreichen können. Rückblickend macht er keinen Hehl daraus, wo seine berufliche Leidenschaft lag: „Meine Berufung war ganz klar Soldat.“

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Mit 54 Jahren trat er 2016 in den Ruhestand. Untätig zu Hause zu sitzen, kam für ihn jedoch nie infrage. „Ich habe drei Möglichkeiten: Ich lege mich auf die Couch und gucke den ganzen Tag Fernsehen, ich fange an, Vogelhäuser zu bauen, – oder ich mache etwas, das mir Spaß macht. Und das ist der Sport mit Kindern.“ Doch schon vor seinem Ruhestand stellte das Leben ihn vor eine große Herausforderung. Anfang 2015 verstarb sein Vater Reinhold Küven plötzlich und unerwartet – nur 20 Tage nach der Diagnose. Reinhold Küven hatte den TTC Jülich seit 2001 als Präsident geführt und wollte seinen Sohn eigentlich über zwei Jahre hinweg in das Amt einarbeiten. Dazu kam es nicht mehr. „Ich bin damals ins kalte Wasser geschmissen worden“, erinnert sich Mike Küven.

Nur wenige Wochen nach dem Tod seines Vaters übernahm er die Präsidentschaft des Vereins – ohne die geplante Übergangsphase. Unterstützung fand er im bestehenden Vorstand, den er zunächst bewusst unverändert ließ, um sich Schritt für Schritt einzuarbeiten. Mit der Zeit setzte er jedoch eigene Akzente. Besonders wichtig war ihm, jüngere Menschen für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Das Durchschnittsalter des Gremiums lag damals bei über 65 Jahren. Über mehrere Wahlperioden hinweg gelang es ihm, den Vorstand deutlich zu verjüngen. „Die Mischung macht‘s“, sagt Küven. „Wir sind nicht so, dass wir sagen: Früher war alles besser. Aber wir müssen auch nicht alles Neue übernehmen.“

Heute sieht er sich vor allem als Repräsentant des Vereins. „Ich halte die Fäden in der Hand, aber ohne mein Team wäre das alles nicht möglich.“ Genau dieses Miteinander ist für ihn die Grundlage eines funktionierenden Vereinslebens. Dabei führte ihn ausgerechnet sein Sohn zum Tischtennis. Eigentlich war Mike Küven Fußballer, spielte in seiner Jugend als Libero für Jülich und probierte auch andere Sportarten aus. Tischtennis spielte er zwar hobbymäßig mit seinem Vater, aktiv im Verein war er jedoch nie. Erst als sein Sohn Patrick Ende der 1990er Jahre mit dem Tischtennis begann, änderte sich das. Weil der Großvater nicht immer Zeit hatte, begleitete Mike seinen Sohn regelmäßig zum Training. Aus zwei Trainingstagen wurden schnell mehr. Schließlich wurde er gefragt, ob er selbst eine Mannschaft betreuen wolle. Küven sagte zu und absolvierte sogar die Trainerausbildung. „Dann bin ich wohl so konsequent, wie ich immer im Leben gewesen bin.“

Neben dem Tischtennis schlägt sein Herz bis heute für den Fußball. Die Begeisterung wurde ihm von seinem Vater mitgegeben. Sein erstes Stadionerlebnis führte ihn als Zwölfjährigen zunächst zu Fortuna Köln, wenig später zum Heimspiel von Borussia Mönchengladbach gegen den Hamburger SV. Gladbach gewann 6:1. Eine Woche später folgte ein 5:1 gegen Kickers Offenbach. „Seitdem bin ich durch und durch Borussia.“ Bis heute besitzt Küven eine Dauerkarte und besucht jedes Heimspiel. Für ihn steht dabei weniger das Ergebnis als der Sport selbst im Mittelpunkt. „Ich möchte unterhalten werden. Dazu gehören auch Niederlagen – solange die Leistung stimmt.“

Ob beim Fußball oder im Tischtennis – Mike Küven lebt den Sport mit Leidenschaft. Noch wichtiger als Siege sind ihm jedoch Zusammenhalt, Verantwortung und das Ehrenamt. Werte, die ihn schon während seiner Zeit als Soldat begleitet haben und die heute den TTC Jülich prägen.


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