Start Magazin Kunst & Design Nachruf auf einen großen Künstler

Nachruf auf einen großen Künstler

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Juan Fernandez (1939-2024). Foto: Dorothée Schenk
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Aufsehenerregend und doch zurückhaltend, das waren die zwei Pole, die den gebürtigen Chilenen Juan Fernández ausmachten. Stets umspielte ein gewinnendes Lächeln seine Mundwinkel, und gab seinem Gegenüber das warme Gefühl, willkommen zu sein. Durch die Vielseitigkeit seiner Persönlichkeit und seines Wissens garantierten die Gespräche mit dem Künstler stets einen Erkenntnisgewinn. Und diese ergaben sich oft und gern, denn das Haus der Familie Fernández ist bekannt für seine Gastfreundschaft und „offenen“ Türen. Das gilt allerdings überwiegend für das Private – die Schaffensprozesse fanden hinter den Türen der zum Atelier umgestalteten Scheunen der Burg Engelsdorf statt – auch wenn er gerne Kunststudenten an seinem Wissen teilhaben ließ, die er einlud, eine zeitlang Gast „auf der Burg“ zu sein. Hier entstanden unter seinen Händen Werke, die an vielen Orten der Welt zu finden sind; im europäischen Ausland ebenso wie in Nord- und Südamerika und dem Nahen Osten.

Spektakulär sind die 5,30 Meter hohe Marmorstatue der Hl. Teresa de los Andes für den Petersdom im Vatikan und das „Altarschiff“, das er gemeinsam mit seiner Frau Maria für das Magdala-Center am See Genezareth schuf. Beides sorgte dafür, dass auch auf Jülich ein Stück des Glanzes seiner Schaffenskraft fiel. Aus diesem Grund erhielten Juan und Maria Fernández die Joseph Kuhl Medaille 2019 und zwei Jahre später den Stadtmarketing-Preis.

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Aber nicht nur in der Ferne glänzte seine Kunst. Das erste „regionale“ Werk entstand 1994 für Aldenhoven: Juan Fernández schuf eine vier Meter hohe Säule mit der Geschichte des Bergbaus und einer bekrönenden Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute.

Nach Deutschland kam der 1939 in Santiago de Chile geborene Juan Fernández erstmals zum Studium, wo er 1971 in Münster sein Diplom in Philosophie und Theologie ablegte. In Deutschland traf er seine spätere Frau Maria, als sie zum Studium nach Europa gekommen war. Er drängte seine Frau, den gemeinsamen Wohnort nach Deutschland, in das Herz Europas, wie er deutlich machte, zu verlegen. Das Paar bezog 1978 die Burg Blessem bei Erftstadt. Vor über 20 Jahren zog Juan Fernández mit seiner Frau und seinen drei Kindern in die Burg Engelsdorf. Ein Glücksfall, denn auch der Bau aus dem 15. Jahrhundert profitierte durch das handwerkliche Wissen und Können von seinen Bewohnern. Neben seiner Kunst widmete Juan Fernández sich der Restaurierung des historischen Bauwerks mit Unterstützung der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz” (DSD).

Begraben wurde er unter großer Anteilnahme der Menschen aus und um Jülich auf dem Friedhof Merscher Höhe.


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