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Zum Tod von Peter Schmitz

Den Menschen zugewandt, überzeugend und über fünf Jahrzehnte immer im Sinne seiner Heimatstadt unterwegs war Peter Schmitz. Krankheitsbedingt hatte er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Am Fronleichnamstag, dem 30. Mai, ist er mit 80 Jahren gestorben.

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Peter Schmitz (1943- 2024). Foto: Dorothée Schenk
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Es ist sicher kein Zufall, dass Peter Schmitz die Einrichtung des Stadtteilzentrums im Jülicher Nordviertel als eines seiner großen Projekte bezeichnet hat. Es steht für das, was den langjährigen Ortsvorsteher des jüngsten Jülicher Viertels ausgemacht hat: Offenheit, Vermittlung, Problemlösung, Verbindlichkeit, Vielfalt und ein gutes Maß an Miteinander und Geselligkeit. Für „sein Viertel“ richtete er Spiel- und Sportfeste aus, ließ den Kicker-König unter Kindern und Jugendlichen ermitteln, rief zum Nationencup und Bienengipfel und brachte die Boulebahn in direkter Nachbarschaft zur Sales-Kirche auf den Weg. Beides wird stets sichtbares Erinnerungszeichen für Peter Schmitz‘ Wirken sein.

Uneitel und uneigennützig, dafür im besten Sinne für die Menschen hat sich Peter Schmitz eingesetzt. Seine Haltung spiegelt sich im Fächerkanon des Realschullehrers – und später bis zur Pensionierung 2009 auch Rektor der Aldenhovener Käthe-Kollwitz-Realschule – wider: Politik und Sozialwissenschaften unterrichtete er neben Englisch und Erdkunde. Darüber hinaus stand er 32 lange Jahre Opfern von Gewalttaten im „Weißen Ring“ zur Seite; zuletzt als dessen Leiter der Außenstelle Düren. Verantwortung spüren und sie auch zu übernehmen war ein Wesenszug von Peter Schmitz, den er fast immer mit einem Lächeln trug. Bekannt war er vor allem auch als „Teamplayer“: Er war Gründungsmitglied des Stadtmarketing Vereins und im Vorstand. In dieser Funktion initiierte er mit Sunita Gupta-Lessmann 2011/12 den Wettbewerb „Jülich 2030“. Hier konnten Kinder und Jugendliche kreative Zukunftsideen für ihre Stadt einreichen. Außerdem rief er einen Einkaufsführer mit ins Leben, damit ältere Menschen Dienstleistungen „frei Haus“ erfahren konnten. Peter Schmitz war Beiratsmitglied im Regionalverband Düren des Bunds Deutscher Karneval und Aufsichtsratsmitglied des Brückenkopf-Parks sowie Mitglied im Wassersportverein. Zu seinen Stärken gehörte, dass er sich nicht wegduckte, wenn Schwierigkeiten sich auftaten. Bestes Beispiel sind hier die unwirtlichen Jahre beim SC Jülich 1910/97, dem Peter Schmitz von 1996 bis 2008 als Vorsitzender diente.

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Sein politisches Zuhause war die CDU, deren Parteibuch er seit 1976 hielt. Auch hier galt, dass er nicht nur Mitglied war, sondern sich als Impulsgeber, Initiator und Mitstreiter einmischte. 20 Jahre lang bis 2009 vertrat er im Rat der Stadt Jülich seine Partei, 10 Jahre war er Ortsvorsteher im Nordviertel. Als Bürgermeisterkandidat trat er 2004 an und fungierte zwei Amtszeiten als stellvertretender Bürgermeister.

Neben politischem Engagement und Sportsgeist hatte Peter Schmitz auch Kunstsinn: Unter seiner Federführung wurden Musikevents veranstaltet, ein Theaterfestival und zuletzt ebnete er die „Wege zur Kunst“. Vom Solarturm bis zum Brückenkopf-Park sollen Kunstwerke Jülicher Künstler das verbindende Element sein. Dessen erstes sichtbares Zeichen wird er nun nicht mehr erleben. In der Planung befindet sich der Sonnenfänger des 2021 verstorbenen Rudolf Vaasen am Solarturm. In diesem Herbst soll die Pasqualini-Statue von Maria Fernandez auf dem Marktplatz Gestalt annehmen.

Als „Erfinder der Netzwerke“ hatte ihn Wolfgang Hommel 2021 gewürdigt, als ihm der Stadtmarketing-Preis coronabedingt in kleinem Kreis in der Schlosskapelle verliehen wurde. Außerdem würdigte die Innecken-Prüss-Stiftung ihn mit dem Stifterpreis für Einzelpersonen und die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus ihn mit dem – wenn man den Jülichern folgt – höchsten Orden der Stadt: 2016 erhielt Peter Schmitz den Hexenturmorden.

Peter Schmitz wurde von seiner Familie im engsten Kreis beerdigt.


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