Start Stadtteile Jülich SIA ab 2023 auch in Fachinformatik

SIA ab 2023 auch in Fachinformatik

Das Berufskolleg Jülich in Partnerschaft mit der FH Aachen, Campus Jülich ist seit zwei Jahren einer von sechs Pilotstandorten in NRW für das Projekt „ Studienintegrierende Ausbildung" (SiA) NRW. Ab dem Sommer 2023 startet SIA in der Region auch im Bereich Fachinformatik. Interessierte können sich jetzt schon bewerben.

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(v.l.) Markus Weißenbach, Bereichsleiter IT-Berufe am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Aachen, Stephan Gielgen, Teamleiter bei der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, Simone Dargel, Fachbereichsleiterin für den Bereich der IT-Berufe am Berufskolleg für Gestaltung und Technik der StädteRegion Aachen, Fabian Schröder und Noah Erwin Bonzelet absolvieren seit Sommer eine studienintegrierende Ausbildung. Foto: Agentur für Arbeit Aachen-Düren
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Der Startschuss ist gefallen. Anfang November wurde die Kooperationsvereinbarung von den Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung sowie Gestaltung und Technik der StädteRegion Aachen und der Hochschule Niederrhein unterzeichnet. Gemeinsam bieten sie eine neue Möglichkeit an, eine Berufsausbildung und gleichzeitig ein Studium unter Begleitung eines professionellen Coachings miteinander zu verknüpfen. Junge Menschen können so in nur 4 Jahren nicht nur einen Abschluss für eine Ausbildung in Fachinformatik für Anwendungsentwicklung und Systemintegration absolvieren, sondern auch einen Bachelorabschluss in Informatik ablegen.

In Jülich können Jugendliche bereits eine Ausbildung im Bereich Industrie- und Feinwerkmechanik mit einem Maschinenbaustudium kombinieren. Die Ausbildung findet dabei nicht nur in einem Ausbildungsbetrieb und an einer Berufsschule, sondern auch an der Fachhochschule (FH) Aachen statt. Fabian Schröder und Noah Erwin Bonzelet haben in diesem Sommer eine studienintegrierende Ausbildung (SIA) in Jülich begonnen und haben in der Berufsschule für Gestaltung und Technik in Aachen von ihren bisherigen Erfahrungen berichtet. „Ich habe nach meinem Abitur gemerkt, dass ich am besten lernen kann, wenn ich die Dinge auch in der Praxis durchführen und sehen kann, deshalb habe ich mich ganz bewusst für diese Ausbildung entschieden. Außerdem ist es eine tolle Chance in zweieinhalb Jahren schon eine Ausbildung und nach weiteren eineinhalb Jahren dann sogar ein Studium in der Tasche zu haben“, berichtet der 19-jährige Noah Erwin Bonzelet, der seit diesem Sommer eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker und gleichzeitig ein Maschinenbaustudium absolviert.

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Die neue studienintegrierende Ausbildung im Bereich Informatik ist nicht nur für Unternehmen aus der IT-Branche, sondern auch für Unternehmen aus anderen Branchen interessant. Die Jugendlichen arbeiten während des Studiums beziehungsweise der Ausbildung im Betrieb mit und erhalten wertvolle praktische Kenntnisse. So werden sie als zukünftige Fachkräfte direkt an den Betrieb gebunden. „Und genau diese Fachkräfte werden in Zukunft mehr denn je gebraucht, denn ihr Bedarf ist hoch und steigt weiter. Rund 11.000 freie Stellen sind im Moment bei der Agentur für Arbeit Aachen-Düren gemeldet, davon sind gut 80 Prozent für Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem Studium. Die Besetzung dieser Stellen wird immer schwerer. Die SIA ist geeignet, diese Lücke für Betriebe zu schließen“, erklärt Stephan Gielgen zuständiger Teamleiter bei der Agentur für Arbeit Aachen-Düren.

Noah Erwin Bonzelet und Fabian Schröder berichten von ihren Erfahrungen während der studienintegrierenden Ausbildung. Foto: Arbeitsagentur
Auch der 23-jährige Fabian Schröder ist mit seiner Wahl mehr als zufrieden. Er hat vorher sein Abitur an einem Berufskolleg nachgeholt und auch schon erste Berufserfahrung gesammelt: „Ich habe von einem Lehrer von dieser Möglichkeit der Ausbildung erfahren und konnte über die Schule direkt Kontakt zu meinem jetzigen Ausbildungsbetrieb aufnehmen. Nachdem ich dort ein vierwöchiges Praktikum und im Anschluss einen Ferienjob gemacht habe, war ich begeistert.“ Der angehende Industriemechaniker und Maschinenbauingenieur blickt zuversichtlich in die Zukunft. „Man kann in einem Unternehmen Fuß fassen und das ohne Erwartungshaltung. Ich muss mir keine Sorgen machen, dass ich nach dem Studium nicht direkt eine Stelle finde oder ich vielleicht mit den Erwartungen, die an mich gestellt werden, nicht zurechtkomme. Ganz im Gegenteil, ich arbeite ja schon die ganze Zeit bei meinem Arbeitgeber“, beschreibt Fabian Schröder seine Situation. Die Jugendlichen sind mit dem Unternehmen durch die Praxisinhalte bereits vertraut und können nach dem Abschluss daran nahtlos anschließen. Außerdem werden durch die studienintegrierende Ausbildung leistungsbereite und motivierte Bewerberinnen und Bewerber angesprochen, die perspektivisch als Fach- und Führungskräfte in Unternehmen tätig werden.

„Voraussetzung für diese Art der Ausbildung ist die volle Fachhochschulreife oder eine allgemeine Hochschulreife. Gleichzeitig sollten die Jugendlichen zum einen die Praxisnähe einer Berufsausbildung und zum anderen den theoretischen Inhalt einer Hochschule schätzen. Die Jugendlichen brauchen Disziplin und Biss. Eine verkürzte Ausbildung und gleichzeitig ein Studium kann eine Herausforderung sein. Aber bei uns hat noch nie jemand abgebrochen. Mit unseren Coaching-Angeboten unterstützen wir die Jugendlichen, bevor Probleme auftreten“, erklärt Markus Weißenbach, Bereichsleiter IT-Berufe am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Aachen.

Da überrascht es nicht, dass sich bereits zahlreiche Unternehmen in der Region für das neue Ausbildungsangebot interessieren. „Es konnten bereits viele regionale und überregionale Unternehmen gewonnen werden. Auch für Jugendliche, die zwischen einer Ausbildung und einem Studium schwanken, ist diese Art der Ausbildung besonders interessant, aber leider noch zu unbekannt. Sie bietet die Möglichkeit den Beruf wirklich von der Pike auf zu lernen und gleichzeitig auch das nötige theoretische Fachwissen zu erlangen“, macht Simone Dargel, Fachbereichsleiterin für den Bereich der IT-Berufe am Berufskolleg für Gestaltung und Technik der StädteRegion Aachen deutlich.

Jugendliche, die Interesse daran haben mit der studienintegrierenden Ausbildung innerhalb von vier Jahren sowohl einen Ausbildungsabschluss im Bereich Informatik für Anwendungsentwicklung und Systemintegration als auch einen Bachelor in Informatik zu absolvieren, können sich telefonisch an die Agentur für Arbeit Aachen-Düren unter 0241 897-9900 wenden. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die sich für die studienintegrierende Ausbildung interessieren erreichen den gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter unter 0800 4 5555 20.

Auf der Ausbildungsmesse am 6. Dezember im Berufskolleg für Gestaltung und Technik, Neuköllner Str. 15, 52068 Aachen können sich Interessierte außerdem persönlich von 13 bis 15 Uhr über die studienintegrierende Ausbildung und zahlreiche Unternehmen informieren.


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