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Aufbruch ins Morgen-Land

Beim "Blauen Teppich" der IHK Aachen war insbesondere der Strukturwandel Thema: IHK-Präsidentin Gisela Kohl-Vogel forcierte einen Aufbruch ins "Morgen-Land" mit dem Strukturwandel als Chance statt als Bedrohung.

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Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Über aktuelle Herausforderungen in den Unternehmen und künftige Formen der Organisation tauschen sich (v. l.) Gisela Kohl-Vogel (Präsidentin der IHK Aachen), Roger Lothmann (CEO der House of HR Germany GmbH aus Aachen) und Lasse Rheingans (CEO der Rheingans GmbH aus Bielefeld) mit Moderatorin Janine Steeger aus. Foto: IHK Aachen | Heike Lachmann
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Ab jetzt gilt es: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen wird mit Nachdruck die wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft anpacken, damit der Strukturwandel im Rheinischen Revier gelingt. „Wir stehen heute vor grundlegenden Zukunftsfragen“, verdeutlicht IHK-Präsidentin Gisela Kohl-Vogel die Dringlichkeit der anstehenden Aufgaben während der Eröffnung des diesjährigen Dialogforums Blauer Teppich im Krönungssaal des Aachener Rathauses. „Wie wollen wir morgen leben und arbeiten? Wie meistern wir als Wirtschaft und Gesellschaft den demographischen Wandel, Dekarbonisierung und Digitalisierung? Welche Chancen und Perspektiven werden wir unseren Kindern und Enkelkindern ermöglichen?“ Damit diese und weitere drängende Fragen nachhaltig beantwortet werden, ruft Kohl-Vogel die mehr als 300 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung dazu auf, gemeinsam die wirtschaftliche Zukunft der Region zu gestalten.

„Der Strukturwandel beginnt in unseren Köpfen und muss jetzt schnell und konsequent in Taten münden“, fordert die IHK-Präsidentin. Zugleich ist sie überzeugt: „Die Menschen in unserem IHK-Bezirk – in der Städteregion Aachen und in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg – können Strukturwandel.“ Seit den 1980er-Jahren siedeln sich in dem einstigen Steinkohle-Revier verstärkt Technologieunternehmen an. Rund 1.800 Betriebe haben in diesem Segment bereits mehr als 36.000 Arbeitsplätze in der Region geschaffen. Der aktuelle Strukturwandel sei eine weitere Möglichkeit, die Zukunft des Rheinischen Reviers proaktiv zu gestalten. „Die IHK Aachen ist als Vertreterin der Wirtschaft dazu bereit“, betont Kohl-Vogel. „Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass durch verbesserte Rahmenbedingungen innovative Unternehmen gezielt unterstützt werden, um mehr Wertschöpfung vor Ort zu generieren und neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.“

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Ziel der IHK Aachen ist es, aus dem Rheinischen Revier ein Morgen-Land zu machen – eine wirtschaftlich starke Region mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen. Folgerichtig geht es in den beiden Gesprächsrunden des Blauen Teppichs darum, welche Möglichkeiten der Strukturwandel Menschen und Unternehmen im Rheinischen Revier bietet und wie das als Morgen-Land bezeichnete Ideal einer nachhaltigen, innovativen und lebenswerten Region effizient erreicht werden kann.
In der ersten Gesprächsrunde des Blauen Teppichs skizziert Katja Wünschel, CEO der RWE Renewables GmbH für die Bereiche Onshore Wind und Solar in Europa und Australien, die Zukunftspläne ihres Unternehmens und zeigt auf, wie RWE den Ausbau erneuerbarer Energie vorantreibt. Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, beschreibt, wie die Politik die Energiewende auf den Weg bringt und welche Perspektiven der Strukturwandel einer Region wie dem Rheinischen Revier ermöglicht.

Professor Constantin Häfner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik in Aachen, berichtet von seiner Zeit im Silicon Valley und erläutert, wie aus Spitzenforschung industrielle Wertschöpfung entstehen kann – ein Standortvorteil, den das Rheinische Revier durch seine exzellenten Hochschulen mit ihren zahlreichen Ausgründungen schon heute für sich verbucht. Dass Wissenschaft ein Wirtschaftsfaktor ist, belegt eine Studie der IHK Aachen: Wissenschaftliche Einrichtungen bescheren der regionalen Wirtschaft jährlich rund 1,23 Milliarden Euro Umsatz. Darüber hinaus bringen die Hochschulen hochqualifizierte Expertinnen und Experten für Arbeitsfelder der Zukunft hervor – ein Potenzial, das aus Sicht der IHK Aachen hiesige Unternehmen künftig noch stärker nutzen sollten.

In Gesprächsrunde zwei stellt Lasse Rheingans, Unternehmer aus Bielefeld, sein international beachtetes Arbeitszeitmodell vor, das auf Selbstmotivation und Eigenverantwortung setzt und den Mitarbeitenden eine flexible Wahl ihrer Arbeitszeit und des Arbeitsorts gewährt. Roger Lothmann, CEO der House of HR Germany GmbH aus Aachen, beschreibt die Rekrutierung von Mitarbeitenden aus Europa und verdeutlicht, was sich verbessern müsste, damit Arbeiten in Deutschland für internationale Fachkräfte attraktiver wird.

Gisela Kohl-Vogel kündigt eine Weiterbildungsoffensive der IHK Aachen an, die auf Bedarfe der Unternehmerinnen und Unternehmer zugeschnitten ist. Außerdem will sie Kommunen dabei unterstützen, Modellschulen für berufliche Bildung zu etablieren, in denen Schülerinnen und Schüler durch Praktika nicht nur frühzeitig fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden, sondern auch schneller und einfacher einen passenden Ausbildungsplatz in der Region finden. „Wir, die Wirtschaft, stehen dafür bereit“, versichert Kohl-Vogel und bietet allen Interessierten die Zusammenarbeit mit der IHK Aachen an. „Ich wünsche mir für uns alle eine Mentalität des Loslegens“, bekräftigt die IHK-Präsidentin. „Das beginnt damit, einen Umbruch wie den Strukturwandel nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu sehen.“

Wer nicht am diesjährigen Blauen Teppich im Aachener Krönungssaal teilnehmen konnte, findet auf dem YouTube-Kanal der IHK Aachen einen Mitschnitt des Dialogforums. Dieser ist auch über die Website der IHK Aachen unter www.ihk.de/aachen/blauerteppich2022 abrufbar.


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