Start Nachrichten Region Wasserstoffpioniere

Wasserstoffpioniere

Momentan herrscht Aufbruchstimmung. Politik und Industrie bereiten sich auf die Energiewende vor. Auf dem Spiel steht viel. Dem Klima zuliebe sollte die Wende möglichst schnell über die Bühne gehen. Gleichzeitig müssen die Industrie und die Bürger weiterhin sicher mit Energie versorgt und während der Wende mitgenommen werden. Auch ein anderer Aspekt ist spürbar: Das Wettrennen um die schnellste Umsetzung und die erfolgreichste Innovation ist eröffnet. 

116
0
TEILEN
- Anzeige -

Mit der Tagung „Strukturwandel in der Energieversorgung – Wie stärken wir das Energieland NRW?“ hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen eine Plattform geschaffen, bei der sich Vertreter aus Politik, Forschung und Industrie aufeinander getroffen sind, um den Energiewandel zum Thema zu machen. Dieser ist durch den Kohleausstieg ausgelösten Strukturwandel unumgänglich.

Besonders der Wasserstoff, der als Energieträger der Zukunft gilt, zeichnet sich momentan auch als Hoffnungsträger einer Region ab, die vor großen Herausforderungen steht. Er soll es ermöglichen, die Industrie im Rheinischen Revier zu halten und in der Folge Arbeitsplätze zu sichern. So drückte es zumindest Dirk Harten, der Vize-Präsident der IHK Aachen aus, der bezüglich Energieversorgung zusammen mit der Politik Rahmenbedingungen in zwei Punkten schaffen möchte: Eine verlässliche Energieversorgung, die in ihrem Preis – auch wenn „grün“ ist – nicht steigen darf.

- Anzeige -

Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs beleuchtete den bereits beschrittenen Weg durch die Schaffung des Brainergy-Parks. „Wir haben uns genau dieser Thematik, gemeinsam mit unseren starken Partnern Titz und Niederzier, gestellt. Was sich da in den nächsten Jahren auch in Sachen Wasserstoff tun wird, ist ein richtiges Vorzeigemodell.“ Dabei stellte Fuchs die wichtigste Aufgabe des Strukturwandels heraus: Die Menschen in der Region in Lohn und Brot zu halten und damit den sozialen Frieden zu sichern.

Auch der Landrat des Kreises Düren, Wolfgang Spelthahn, ist „wasserstoffbegeistert“. Mercedes Deutschland habe 200 Wasserstofffahrzeuge gebaut. Drei davon seien im Kreis Düren. Damit sei der Kreis schon mal der Mittelpunkt der Sparte Wasserstoff von Mercedes Deutschland, sagte er lächelnd. Außerdem habe man bereits 20 weitere Wasserstoffbusse ausgeschrieben und sei auch dabei, fünf Wasserstofftankstellen im Kreis zu installieren. Dann etwas ernster: „Jetzt kommt der entscheidende Punkt:Wir müssen den Menschen genau zeigen, wie es funktioniert. Wir haben uns vorgenommen, die ganze Kette grünen Wasserstoff abzubilden, ihn hier zu lagern, zu nutzen und zu vertreiben.“ Dies sei der Beitrag, die Wirksamkeit im lokalen Raum kritischer Überprüfung standhalten zu lassen.

Auch Christoph Dammermann, der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW, sieht Nordrhein-Westfalen, das übrigens das Bundesland mit dem meisten Stromverbrauch sei, als das Bundesland des Wasserstoffs. NRW gehe voran man strebe einen weltweiten Vorbildcharakter des Rheinischen Reviers an. Das sei eine Riesenverantwortung.

Dennoch gibt es Aufgaben. „Wir müssen Kollateralschäden durch den Kohleausstieg vermeiden“, sagte Christoph Dammermann, der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW, vor dem Plenum und stellte eine klar Forderung an die Bundesregierung: Kurzfristige Fördermöglichkeiten für die Industrie, die wegen des Ausstiegs umrüsten muss und Nachbesserung im Strukturstärkungs- und Kohleausstiegsgesetz.

Da 80 Prozent des Energiebedarfs Deutschlands aktuell durch Import gedeckt werde und der Import von Energie auch bleiben werde, müsse eine grüne Wasserstoffwirtschaft global entwickelt werden, warf Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei dem Bundesministerium für Bildung von Forschung, ein. Die Rolle der Deutschen Industrie sehe er vor allem in der Forschung für Innovation. Das Ziel sei, eine nachhaltige Technologie- und Marktführerschaft zu erreichen.“Wir brauchen einen systemischen Ansatz, der Branchen, Disziplinen und über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg das notwendige Wissen für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft generiert und wir sind überzeugt, systemische Lösungen werden den Praxistest nur bestehen, wenn sie groß, grün und global sind“, sagte er.

Der Stream steht auf dem YouTube-Channel der IHK Aachen zur Verfügung.

 


§ 1 Der Kommentar entspricht im Printprodukt dem Leserbrief. Erwartet wird, dass die Schreiber von Kommentaren diese mit ihren Klarnamen unterzeichnen.
§ 2 Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.
§ 3 Eine Veröffentlichung wird verweigert, wenn der Schreiber nicht zu identifizieren ist und sich aus der Veröffentlichung des Kommentares aus den §§< 824 BGB (Kreditgefährdung) und 186 StGB (üble Nachrede) ergibt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here