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Eine Herzensangelegenheit

Mo Khomassi engagiert sich beruflich wie privat in Jülich in der Hilfe für Geflüchtete. Derzeit der gebürtige Libanese blickt mit Sorge in Richtung Libanon. Vielen dort mangelt es momentan an dem Nötigsten. Das soll jetzt mit einer konzentrierten Gemeinschaftsaktion abgemildert werden.

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Soziales Ehrenamt stärkt den Zusammenhalt. Foto: pixabay
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Am 4. August 2020 explodierten in der libanesischen Hauptstadt Beirut 2750 Tonnen Ammoniumnitrat. Durch die Explosion wurden 190 Menschen getötet. Mehrere tausend wurden verletzt und große Teile der Umgebung beschädigt. Damit nicht genug ist der Libanon besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen und steckt mitten in einer Finanz- und Wirtschaftskrise.

„Die Schwester meiner Frau hat aus dem Libanon angerufen und ist aufgrund der Notlage am Telefon in Tränen ausgebrochen“, sagt der Jülicher Mo Khomassi. Sie habe gerade ein fünf Monate altes Baby und vermische manchmal Honig mit Wasser, um den Hunger zumindest ein wenig zu stillen. Auch ein guter Freund Khomassis sei bei der Explosion gestorben, der eine Frau und zwei Kinder hinterlassen habe. Damit nicht genug sei auch die Lage in den Flüchtlingslagern prekär. „Es gibt teilweise kein Geld, kein Essen, keine Pampers. Kinder sterben. Ich selbst habe eine drei Monate alte Tochter. Mir war nach dem Telefonat unwohl. Ich hatte schön länger die Idee zu helfen, aber ich wusste nicht wie.“

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Dann der Stein, der die Aktion ins Rollen brachte: Während eines Telefonats mit einem guten Freund kam die Idee zu einer Spenden- und Sammelaktion. Mo Khomassi rief in den sozialen Medien zu spenden von Medikamenten, Kleidung, Milchpulver, Windeln und Schuhen auf – mit wenig Hoffnung, wie er selbst sagt. Aber er wurde eines besseren belehrt. „Ich kann kaum in Worte fassen, wie viele mithelfen und auch spenden. Es gibt auf jeden Fall noch Nächstenliebe. Das ist gut.“ Anti-Rassismus-Aktivist Jo Ecker stellte sofort ein Spendenkonto zur Verfügung. Beim sortieren der Spenden oder packen der Pakete beispielsweise setzen sich viele Helfer ein. Auch lokale Geschäfte, darunter beispielsweise Apotheken, machen mit. Ebenfalls in der Jülicher Bevölkerung blieb das Echo und entsprechende Spenden nicht aus. Darüber gibt es auch Spender in Düren und dem „Ruhrpott“.

Es gibt weiter Not

Allerdings ist das spontan entstandene Hilfspaket noch nicht komplett. Noch immer wird alles rund um das Baby und Medikamente benötigt. Genauere Absprachen können hierfür mit Mo Khomassi über sein Facebook-Profil oder unter [email protected] getroffen werden. Auch Geldspenden sind weiterhin willkommen, die vor Ort in Form von Essens- und Sachspenden ausgegeben werden. Diese können mit dem Verwendungszweck „LIBANON“ an das Pay-Pal-Konto [email protected] überwiesen werden.

„Klar, können wir nicht die Welt retten. Aber es ist ein Zeichen dafür, dass wir sie nicht vergessen haben“, sagt Mo Khomassi. Er selbst ist 1989 aus dem Libanon vor einem Bürgerkrieg geflüchtet. Am Sonntag sollen die ersten Spenden nach Libanon verschifft werden. Zwei Wochen später sind sie dann vor Ort. Ein Ende der Spendenaktion steht noch nicht fest.


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