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Danke

Was ich noch sagen wollte…

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Kolumne | Foto: HZG
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Manchmal ist das so eine Sache mit dem Dank. Also dem empfundenen oder auch dem geschuldeten. Rein etymologisch kommt das Wort Dank von Denken, also demnach ist Dank „das in denkender Gesinnung sich äußernde Gefühl“. Klingt logisch, denn in dem Wort Gedanke steckt der Dank ja schon drin. Wenn ich also etwas bekomme, das mir gut tut, das mich erfreut oder mit dem ich nicht gerechnet habe, ist mein Dank die wohlwollende Erwiderung empfangener Zuwendung – ob nun materiell oder nicht, also vom offenen Ohr über die Gehaltserhöhung bis zur Gesundheit. Manchmal ist Dankbarkeit aber auch einfach schon das Fehlen von Unzufriedenheit über etwas, das ich nicht habe. Wenn ich beispielsweise ein altes Auto habe und beim Anblick eines neuen Flitzers nicht frustriert auf meine Rostlaube blicke, sondern dankbar bin für die Tatsache, dass sie mich von A nach B bringt. Ganz anders ist es mit der Dankesschuld. Wenn mir also jemand einen Flitzer vor die Tür stellt, mir meine Rostlaube wegnimmt und ich mich dafür tagtäglich bedanken muss. Kleine Kindern erlernen Dankbarkeit oftmals über den Umweg der Dankesschuld. „Was sagt man?!“, fragt Mama mit hochgezogener Augenbraue, derweil die Knirpse eine Zuwendung in Form eines geschenkten Lutschers als natürliche Pflichterfüllung sehen. Im Gegenzug dafür sind Eltern dann auch mehr als dankbar, wenn das Kind durch reines Nichtstun für die unerwartete Zuwendung in Form einer durchgeschlafenen Nacht sorgt. Im Fundbüro gefundene Gegenstände abzugeben, ist eigentliche eine Selbstverständlichkeit. Der Finderlohn, den der Eigentümer im Nachhinein zahlt, ist zwar freiwillig, wird aber durchaus erwartet. Letztlich ist wohl der gemeinsame Nenner all dessen, was Dankbarkeit hervorruft, dass man dieses nicht einfordern kann oder aber eine Pflicht ist, die auch abgewiesen werden könnte. Zwar ähneln sich auf den ersten Blick Dankbarkeit und Dankesschuld, doch führt das oftmals zu völlig gegensätzlichen Ergebnissen: Dankesschuld kann dazu führen, dass der Beschenkte den Helfer zukünftig beschämt meidet, während Dankbarkeit dazu motivieren kann, dass sich die Beziehung zwischen Sender und Empfänger verbessert, weil sich beide dabei besser fühlen: Der eine durchs Geben, der andere durch das, was er bekommen hat. Wissenschaftler haben sich in umfassenden Experimenten mit dem Dank beschäftigt. Die Ergebnisse bestätigen dankenswerterweise meine eigenen Dank-Gedanken: Kunden, die nach einem Kauf angerufen und bedankt wurden, haben später um 70 Prozent mehr gekauft. Eine andere Untersuchung ergab, dass Stammgäste eines Restaurants mehr Trinkgeld gaben, als die Kellner einfach zusätzlich das Wort „Danke“ auf die Rechnung schrieben. Am überzeugendsten waren für mich die Schilderungen neuerer psychologischer Forschungen über Dankbarkeit, die untersuchten, wozu es führt, wenn man mehr oder weniger dankbar ist. Demnach sind dankbare Menschen glücklicher. Sie haben mehr positive Möglichkeiten mit den Schwierigkeiten in ihrem Leben umzugehen, weil sie andere Menschen viel wahrscheinlicher um Unterstützung bitten und dankbar Lösungen annehmen, wenn sie selber nicht drauf gekommen sind. Und erwiesen ist auch, dass dankbare Menschen besser schlafen, weil sie mehr positive Gedanken vor dem Einschlafen haben. In diesem Sinne: Schlafen Sie gut und vielen Dank, dass Sie meinen Gedanken bis zur letzten Zeile gefolgt sind…                           

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