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Julius

Was ich noch sagen wollte…

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Kolumne | Foto: HZG
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Manchmal ist das ja so eine Sache mit dem
Julius… Julius wer? Woran denkt man zuerst, wenn man „Julius“ hört? Julius Cäsar vielleicht. Und sofort habe ich die lustigen Asterix-Hefte vor Augen mit all den „ix“-Figuren: Obelix, Idefix, Miraculix und Majestix haben dafür gesorgt, dass Latein, einstmals Amtssprache des römischen Reiches, schon in Kinderzimmern Einzug hielt, bevor in der Schule die erste Fremdsprachen-Lektion auf dem Stundenplan stand. Zumindest ich war dann allerdings auch schon mit meinem Latein wieder am Ende. Außer in ein paar Floskeln wie „in dubio pro reo“*, „in vino veritas“**, „quid pro quo“***, „veni, vidi, vici“**** oder „alea iacta est“***** hat die tote Sprache bei mir kein Lebenszeichen hinterlassen. Mit „nomen est omen“ wäre ich wieder bei Julius – eigentlich Gaius Iulius Caesar, jenem römischen Staatsmann, der blutige Feldzüge in Gallien, Spanien und Afrika führte und Bücher darüber schrieb, mit denen Kinder bis heute im Lateinunterricht gequält werden. Ich erteile mir auf Julius` Spurensuche selber eine Lektion mittels Internet-Lexikon und lerne: Der Familienname „Iulius“ bedeutet „vom Geschlecht der Julier, deren sagenhafter Stammvater der Legende nach der Sohn Aeneas und somit göttlichen Ursprungs ist.“ Als bekanntestem Mitglied der Familie wurde ihm zu Ehren dem siebten Monat im Jahr sein Name gegeben. Von den Germanen wurde das Wort „Kaiser“ als Gattungsname vom Familiennamen des Römers übernommen – als Titel des höchsten weltlichen Herrschers in bestimmten Monarchien. Mit den römischen Namen war das sowieso so eine Sache. Sie bestanden aus drei Teilen. Während die Auswahl der Vornamen damals sehr begrenzt war und der Mittelteil die Sippenzugehörigkeit dokumentierte, war der dritte Teil ein Beiname, der körperliche oder persönliche Merkmale der Person ausdrückte und damit für die größtmögliche Namenvielfalt sorgte. Einmal benannt – immer erkannt. „Nomen es omen“****** eben. Viel übrig geblieben ist davon bis heute nichts. Herr Peter Klein oder Frau Minna Schlotterbein können durchaus hoch gewachsen und standhafte Persönlichkeiten sein. Heute ist eher der Spruch „Namen sind wie Schall und Rauch“ populär. Allerdings nach einer Flaute von 1940 bis 1980 mittlerweile auch wieder der Vorname Julius. Auf der Suche nach berühmten Julius`en in der Weltgeschichte stoße ich auf Nobelpreisträger und Sportler, Politiker und Künstler. Und natürlich Päpste. Julius I. legte den Geburtstermin Jesus auf den 25. Dezember fest und Julius II. ließ den Petersdom erbauen. Allerdings stoße ich auch auf Julius als Namensgeber einer Spracherkennungs-Software, die „ununterbrochene Sprachflüsse versteht und mit großen Wortschätzen umgehen kann.“ Nomen es omen? Weil ich jetzt darüber nachdenken muss, ob das mit den Päpsten oder dem Monat oder Asterix zu tun haben könnte, verabschiede ich mich schnell mit der passenden Abschiedsformel:

„Gruß und Kuss – Dein Julius“

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