Die Mitteilung im jüngsten Stadtrat brachte es an den Tag: Es kostet mehr Zeit und wird teurer, wenn die Heckfeldbrücke und die Brücke zum Freibad zeitgleich geplant und umgesetzt werden würden.
Anlass der Untersuchung war ein Prüfauftrag von CDU und UWG JÜL, der eine gemeinsame Planung der beiden Brücken favorisierte. Ziel war, Einsparpotenzial zu ermitteln.
Das Prüfergebnis der Verwaltung dürfte jetzt Wasser auf die Mühlen vor allem der SPD sein, die der Regierungskoalition „Verzögerungstaktik“ vorgeworfen hatte. Bereits 2024 gab es einen einstimmigen Ratsbeschluss, in dem ein schnellstmöglicher Neubau der Heckfeldbrücke dokumentiert ist. Seither ist für den Laien nichts Sichtbares mehr passiert. Der Antrag, so SPD-Parteichefin Katja Böcking, habe den Prozess weiterhin verlangsamt. Zusätzlich waren die Mittel für den Neubau nicht mehr im Haushalt vorgesehen. Sie fragte die Verwaltung nach dem weiteren Vorgehen.
Baudezernent Robert Helgers verwies auf die Stellungnahme der Verwaltung, die in der Ratssitzung in gekürzter Form vorgestellt wurde. Die Kernaussage sei eindeutig: Eine gemeinsame Planung der beiden Brücken bringe keine erkennbaren Synergieeffekte. Nach Einschätzung der Verwaltung unterscheiden sich beide Bauwerke hinsichtlich Lage, Konstruktion und Anforderungen so deutlich, dass sie ohnehin als Einzelprojekte geplant werden müssten. Eine gemeinsame Ausschreibung der Planungsleistungen hätte zudem zur Folge, dass ein europaweites Vergabeverfahren notwendig würde. Dieses würde nach Angaben der Verwaltung allein vier bis sechs Monate zusätzlich in Anspruch nehmen und weitere Kosten, etwa für Rechtsberatung, verursachen.
Ob bei einer gemeinsamen Bauausführung überhaupt Einsparungen erzielt werden könnten, lasse sich derzeit nicht belastbar beziffern. Dem stünden zudem Risiken gegenüber, etwa Verzögerungen durch Kampfmittel-, Denkmal- oder Baugrundfunde.
Unabhängig davon prüft die Verwaltung derzeit weiterhin mögliche Förderprogramme für den Ersatzneubau der Heckfeldbrücke. Genannt werden Fördermittel des Landes im Bereich Nahmobilität sowie Mittel aus dem Strukturwandel zur Umsetzung des Rheinischen Radverkehrskonzepts.
Die Verwaltung weist außerdem darauf hin, dass bei einem Verzicht auf einen Brückenneubau die derzeit an der Brücke befestigte Schmutzwasserdruckleitung der Stadtwerke anderweitig verlegt werden müsste. Auch hierfür würden erhebliche Kosten entstehen. Zusätzlich wären rund 160.000 Euro für den Abriss der bestehenden Brücke zu veranschlagen.
Bürgermeister Axel Fuchs schloss mit einem Lächeln in Richtung SPD: „Es ist so, wenn ein Antrag käme, dass die Brücke mit den Mitteln des Sondervermögens finanziert wird, dann haben wir das zu befolgen.“
Vorausgegangen war der Ratssitzung eine Demonstration: Zwischen – die Zahlen variieren – 200 und 300 Roller- und Radfahrer sowie Rollator-Nutzer hatten sich von der Aachener Landstraße über die Rurbrücke und Große Rurstraße zum Rathaus aufgemacht, um mit Parolen und Plakaten ihrem Unmut Luft zu machen und der Forderung nach einem Brückenneubau Ausdruck zu verleihen.



















