Über fünf Jahrzehnte prägte Ines Nagelschmitz das Mädchengymnasium Jülich und seine Schulgemeinschaft – zunächst als Schülerin, später als Lehrerin, Schulleiterin und schließlich auch nach ihrer Pensionierung als engagierte Stifterin.
Als Internatsschülerin kam die gebürtige Ines Rath nach Jülich an die damalige St.-Josef-Schule. Hier legte sie den Grundstein für einen Weg, der sie nach dem Studium der Ökotrophologie an der Universität Bonn 1972 an ihre alte Schule zurückführte. Sie unterrichtete Ernährungswissenschaften und Politik – Fächer, die ihr ebenso am Herzen lagen wie die jungen Menschen, die sie auf ihrem Weg begleitete.
1985 wurde Ines Nagelschmitz die erste Leiterin der neu gegründeten Fachoberschule für Ernährung, die dem Mädchengymnasium Jülich angegliedert war. Mit großer Tatkraft, Weitblick und einem feinen Gespür für die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen baute sie die Schule über zwölf Jahre entscheidend mit auf. Sie glaubte an Bildung, die Horizonte erweitert, Selbstvertrauen stärkt und junge Menschen auf das Leben vorbereitet.
1997 übernahm sie die Leitung des Mädchengymnasiums Jülich. Wer ihr begegnete, erinnert sich nicht zuerst an Titel oder Amt, sondern an ihre Bescheidenheit, ihre Herzlichkeit und ihre offene Tür. Sie war für Schülerinnen ebenso ansprechbar wie für Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeitende. Zuhören gehörte zu ihren besonderen Stärken.
Während ihrer elfjährigen Amtszeit setzte sie viele Impulse, die bis heute nachwirken. Die internationalen Austauschprogramme wurden bis nach Kanada und Australien ausgeweitet. Sozialprojekte führten Schülerinnen und Lehrkräfte nach Peru und Kenia und machten gelebte Solidarität erfahrbar. Eine Cafeteria mit Mittagstisch entstand, das Lernzentrum wurde eingerichtet, ein Schulgarten angelegt – und vieles mehr. Stets ging es ihr darum, Schule als Lebensraum zu gestalten.
Das Fundament ihres Handelns war ihr christlicher Glaube. Bildung verstand sie nie allein als Wissensvermittlung, sondern als Erziehung zu Verantwortung, Menschlichkeit und gegenseitigem Respekt. Unvergessen bleibt vielen die Pilgerreise ins Heilige Land im Jahr 2000, an der Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen gemeinsam teilnahmen – ein Ausdruck jener Schulgemeinschaft, die ihr wichtig war.
Auch mit dem Eintritt in den Ruhestand 2008 endete ihr Engagement nicht. Mit der Gründung der Stiftung Mädchengymnasium Jülich schuf sie eine bleibende Unterstützung für kommende Generationen von Schülerinnen. Es entsprach ihrem Wesen, Verantwortung nicht mit dem Ausscheiden aus dem Amt abzugeben.
Die Exequien werden in ihrer Heimatgemeinde am Donnerstag, 23. Juli, um 11 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Martinus in Bedburg-Kirchherten gehalten.



















