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Nachtwanderung für die Mobilität

Die erste Runde des Fußverkehr-Checks hat stattgefunden. Die zweite steht kurz bevor.

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Foto: Volker Goebels
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Es war ein ungewöhnliches Bild, als sich Vertreter der Stadt Jülich, darunter die Mobilitätsbeauftragte Claudia Tonic-Cober und Dezernent Richard Schumacher, zusammen mit Vertretern des Ingenieurbüro VIA in Warnwesten gekleidet in der Nacht mit Jülichern auf dem Schlossplatz trafen. Der Grund dahinter: Bei einer Begehung durch die Innenstadt sollte in Erfahrung gebracht werden, wo Straßen und Wege vielleicht zu dunkel oder unübersichtlich sind und wo sich Stolperfallen verstecken. Eine Nachtwanderung für das „Gut zu Fuß“ zu jeder Tageszeit quasi.

„Danke, dass so viele da sind“, leitete Schumacher das Event ein. „Scheuen sie sich nicht, Dinge zu benennen. Es wird Kleinigkeiten geben, die wir schnell umsetzen können. Wir wollen aber auch die großen Dinge angehen.“ Schon nach den ersten paar Metern fiel auf der Schloßstraße die vergleichsweise dunkle Beleuchtung und ein aus dem Gehweg ragender Stein auf. Schnell wurde notiert. Lange Diskussion bescherte die dortige Abbiegung in die Düsseldorfer Straße, an die auch die Bockgasse angrenzt. „Da bin ich auch nicht mit glücklich“, äußerte eine Teilnehmerin und wies auf die zahlreichen Schilder sowie die rötliche Pflasterung, die bei Nässe glatt werde. Unübersichtlich sei die Stelle auch. „Wir sehen hier die Verkehrsgestaltung verschiedener Jahrzehnte“, sagte Andrea Fromberg von VIA. Ein Problem an dieser Stelle sei, so waren sich die Mitmacher der Aktion einig, der abgesenkte Bordstein. Wer einen solchen quert, muss eigentlich Vorfahrt gewähren. Gelebte Praxis ist dies allerdings nur bedingt. Fromberg machte aber noch einen Vorzug aufmerksam. Die Poller sind am Parkdeck Zitadelle in Rot und Weiß gehalten. Dies sei für die Sichtbarkeit wichtig. Auch für Menschen mit Sehbehinderungen.

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Weitere Schwierigkeit biete die Düsseldorfer Straße in Richtung Propst-Bechte-Platz. Der Fahrradweg wird hier zum Teil auf dem Bürgersteig geführt. Nicht nur, dass der Fahrradweg an sich recht schmal ist, berichtete eine Mutter von Zwillingen, dass es dann mit dem Kinderwagen auch schon mal knapp werden könne. Fromberg machte darauf aufmerksam, dass Radverkehr immer mehr vom Bürgersteig weg auf die Straße verlegt und der Autoverkehr entsprechend verlangsamt werde.

Immer wieder auf dem Weg gab Christoph Beckers mit seinen Erfahrungen als Rollstuhlfahrer Einblicke, beantwortete Fragen und machte aus schwierige Stellen aufmerksam. Beispielsweise gibt es teils auf längeren Strecken auf dem Bürgersteig keine Absenkungen. Wodurch ein Überqueren längere Zeit kaum möglich ist. Auch Regenrillen in der Straße seien ab einer gewissen Tiefe ein Hindernis. Nur die vorsichtige Überquerung verhindere, dass der Rollstuhl Schaden nimmt.

Einige Teilnehmer machten darüber hinaus auf die Fahrrille in der Großen Rurstraße aufmerksam. „Da bin ich mal ganz böse hingefallen“, sagte so jemand, blickte erst die Delle in der Straße anklagend an und hob dann in die Richtung Schumachers die Augenbrauen. Dieser nickte, es wurde fotografiert und notiert.

Letzte Station des Fußverkehr-Checks war der kleine Kreisverkehr auf der Kölnstraße. Für Fromberg ein ganz wichtiger Punkt: Die Zebrastreifen fehlen. „Es gibt einen Ministerialbeschluss für solche Zebrastreifen“, sagte sie und empfahl, aus Sicherheitsgründen möglichst schnell zu handeln. Denn nach Fromberg haben die Fußgänger dort eigentlich keinen Vorrang. „Der Kreisverkehr funktioniert gut. Alle achten aufeinander“, sagte Schumacher. Nichtsdestoweniger werde man sich mit den Zebrastreifen beschäftigen. Die nächste Etappe des Checks findet morgen statt.

Fotos: Volker Goebels

 

 


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