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Aus Kreishaus wird Kartäuserstraße

Die Stadtverwaltung hat im vergangenen Stadtrat eine Beschlussvorlage eingebracht. Dabei geht es um eine Planänderung: Statt ins Kreishaus soll die „Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger in der Innenstadt“ in die Kartäuserstraße umziehen.

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Rathaus Jülich. Foto: Stadt Jülich / Gisa Stein
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Wie bringt man die Stadtverwaltung unter, während der so genannte „Kopfbau“ des Rathauses saniert wird? Diese Frage schien bislang beantwortet: Viele ziehen in den Neubau auf dem Brainergy Park, die „Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger in der Innenstadt“ sollte im Kreishaus untergebracht werden. Nun liegen die Karten allerdings doch nochmal anders.

In einem Beschlussentwurf aus der letztes Ratssitzung ist zu lesen, dass sich die Bedingungen für eine Unterbringung im Kreishaus geändert haben. Anders als zuvor besprochen gebe es nun doch keine Vollmöblierung, der Mietpreis sei höher angesetzt worden und es sei nicht klar, ob die vorhandene Infrastruktur des Kreishauses – darunter beispielsweise die Personenaufrufanlage und die Zahlstelle – mitbenutzt werden können. Die Kriterien, die nachträglich zum Ausschluss dieser Variante führten, seien allerdings ein begrenzter Mietzeitraum und Verträge zu je einem Jahr gewesen. Die energetische Sanierung des Kopfbaus soll gemäß der Förderung bis Ende 2029 erfolgen.

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Als Alternative schlug die Verwaltung nun vor, doch das Nebengebäude des Rathauses in der Kartäuserstraße vorübergehend zu nutzen. In Bezug auf Strom, Wasser und Wärme sowie gebäudetechnisch könne die aktuelle Situation zwei weitere Jahre genutzt werden, auch wenn die Risiken der veralteten Infrastruktur und die bekannten Probleme – genannt wurde die Trinkwasserversorgung, gemeint sind vermutlich die Bleispuren darin [Anm. d. Red.] – weiterhin bestünden. Die Anbindung an Telefonanlage und IT müsse dafür angepasst werden, da sich die zentralen Einheiten im Hauptgebäude befänden. Diese sollen allerdings in das Brainergy Forum umziehen.

Das Erdgeschoss solle „aufgehübscht“ werden, notwendige Infrastruktur dorthin verlagert, sodass es für die Arbeitsabläufe angepasst ist. Möglicherweise, wird vorgeschlagen, könnte auch Raum für Mitarbeitende genutzt werden, die vornehmlich in der Innenstadt arbeiteten. Nach Abschluss der Sanierung erfolge dann der Umzug in das sanierte Kopfgebäude.

In der Sitzung brachte Heinz Frey (UWG JÜL) ein, dass man den Weg zwar grundsätzlich so gehen könne, aber bekannt sei, dass man sich noch in Gesprächen für eine andere Option befinde. Zu dem Zeitpunkt seien diese noch nicht spruchreif, darum bat er darum, den Beschluss mit einen Vorbehalt für eine Alternativlösung zu verknüpfen. Das gebe die Möglichkeit dass die Verwaltung diese Gespräche führen kann. Über ein etwaiges Ergebnis der Gespräche könne man dann danach entscheiden. Im Falle eines negativen Ergebnisses habe man immer noch den Beschluss. Dem entgegnete Harald Garding (SPD), dass diese Aussage ein bisschen wie „ein Blindflug“ sei. Das Thema stünde schon länger auf der Tagesordnung, die Ankündigung der Option sei auch schon mehrere Monate alt. Er schlug vor, dem Verwaltungsvorschlag zu folgen. Bürgermeister Axel Fuchs schlug vor, im Protokoll aufzunehmen, dass man falls kurzfristig eine „noch bessere“ Möglichkeit auftauche über diese „umgehend“ informiert werde und die Verwaltung dieser nachgehen könne.

Christine Klein (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich irritiert, dass es bei der Ursprünglichen Diskussion Information gegeben habe, dass eine in der Vorlage vorgeschlagene Nutzung des Nebengebäudes nicht möglich sei. Als Grund dafür sei der Anschluss von Wasser, Strom und Wärme genannt worden. Die Vorlage sage anderes aus. Ihre Fraktion ärgere, dass damals auf falscher Grundlage entschieden wurde.

Die Vorlage wurde bei zwei Enthaltungen angenommen.


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