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Gelichtet

Zügiger als gedacht sind die Arbeiten an der Kirchberger Straße vorangekommen. Bereits Ende der Woche werden die Verkehrsbehinderungen an der Tangente zwischen Jülich und Kirchberg vorüber sein. Das liegt an den guten Wetterbedingungen und dem unerwartet guten Untergrund, erklärt Thomas Mülheims, als Liegenschaftamtsleiter der Stadt Jülich zuständig.

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Stamm um Stamm müssen die kranken Baumstämme aus dem Verkehrs gezogen werden. Fotos: Dieter Benner
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Kaum zu übersehen war das Großaufgebot an Material und Menschen: Große Lastwagen mit Aufbauten blockierten die Straße, zwischen den Kronen entlang der Kirchberger Straße schwebten an Kränen hängend die Spezialisisten für diese Art von Fällungen. Rund 50 der rund 187 Pappeln standen auf der roten Liste. Sie mussten aus Gründen der Verkehrssicherheit fallen. Das brachte Folgen für den Privatverkehr und auch Schulbusverkehr mit sich. Eine Woche früher als ursprünglich vorgesehen, werden die Arbeiten voraussichtlich beendet sein.

Mit viel Spielraum, so Thomas Mülheims, hatte die Stadt in Verbindung mit dem zuständigen Förster Moritz Weyland den „Eingriff“ geplant. Denn bei Wind und Regen verzögern sich die Arbeiten, weil das schwere Gerät bei Nässe in den Boden einsinkt und die Arbeit der „frei schwebenden Baumfäller“ bei Wind nicht möglich sind.

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Den Zuschlag für die Fällungen hat als günstigster Anbieter ein niederländisches Unternehmen bekommen. Die Kosten schlagen mit 50.000 Euro fürs Fällen und 7000 Euro für die Absperrung zu Buche. In den Kosten fürs Fällen sind die Einnahmen aus dem Holz eingerechnet. Die gefällten Pappeln werden in der Papierindustrie weiter verwertet.

Die Fällungen sind die Folge der im vergangenen April von Dr. Jürgen Kutscheidt vom Sachverständigenbüro für Baumpflege in Krefeld vorgenommenen Untersuchungen an dem rund 1 Kilometer langen Uferstreifen der Rur. Rund ein Viertel, so das Ergebnis waren als nicht mehr „verkehrssicher“ eingestuft worden. Im Mai hatte es hierzu ein anderthalbstündige Diskussion im Umweltausschuss gegeben, bis geklärt wurde, welche Bäume tatsächlich der Säge zum Opfer fallen würden.

Der Pappelbestand, so besagt das Gutachten dürfte zwischen Kriegsende und Anfang der 50er-Jahre begründet worden sein, nur einige wenige Bäume sind jünger. „Die untersuchten Pappeln in der Ruraue sind mit etwa 70 Standjahren bereits seit einigen Jahren in der Alterungsphase“, heißt es außerdem im Untersuchungsergebnis. Über zehn Prozent des ursprünglichen Bestandes seien bei den letzten starken Stürmen gekippt oder gebrochen.

An 50 der untersuchten Bäumen wurden Fäulehinweise festgestellt, sind aber noch nicht akut gefährdet, Spätestens in drei Jahren sollten hieran neu Untersuchungen vorgenommen werden. „Hier ist zu erwarten, dass dann auch noch einige hiervon gefällt werden müssen. In dem lückiger werdenden Pappelbestand werden die verbliebenen Bäume, die mittlerweile eine Höhe von 35 bis 42 Meter erreichen, wegen ihres großen Kronensegels immer anfälliger gegen Sturmeinwirkungen. Somit muss hier bei starken Stürmen mit weiterem Windwurf und Windbruch gerechnet werden.“ In den kommenden 20 Jahren werden nach Einschätzung des Gutachters „nahezu alle Pappeln durch natürliche Ereignisse oder erforderliche Fällung verloren gehen“.

Mit dieser Fällmaßnahme sind die „Lichtungen“ noch nicht abgeschlossen. Auch in Koslar und Kirchberg stehen in diesem Jahr noch Fällungen an. Wann, ist noch unklar, denn es kommt darauf an, auch ein Fachunternehmen verpflichten zu können, erläutert Thomas Mülheims. Für die Arbeiten steht ein festgelegtes Zeitfenster zur Verfügung: Bis Ende März oder erst wieder ab Herbst können die Bäume gefällt werden.

Beim Gutachten wurde auch festgestellt, dass Kastanien auf dem Rurdamm zum allergrößten Teil in einem guten bis befriedigendem Gesamtzustand sind. Die sonst häufig auftretenden Symptome der Rosskastanien-Komplexerkrankung mit Bluten und typischen Fäulepilzen konnten nur an einzelnen Bäumen zumeist in schwacher Ausprägung gefunden werden.

Fotos: Dieter Benner


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