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Girls übernehmen die FH

Wie läuft eigentlich so ein Girls-Day an der FH ab? Dieser Frage sind die herzöglichen Praktikantinnen Ida Chaineux und Judith Volkmer nachgegangen und haben vor Ort Einblicke und Erfahrungen gesammelt.

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Der Girls-Day definiert sich dadurch, dass Mädchen im Schulalter Berufe ausprobieren können, die normalerweise als sehr männerlastig beschrieben werden. Am Campus Jülich der FH Aachen gab es an diesem Tag sechs verschiedene Angebote. Die Mädchen vor Ort gehörten vor allem der fünften bis achten Klasse an. Viele Altersstufen waren vertreten. Die Mädchen kamen von vielen verschiedenen Schulen, zum Beispiel vom Gymnasium Haus Overbach, der Gesamtschule Langerwehe, einer Schule in Burgau aber auch aus Düren.

Auf die Frage, warum sich die Mädchen für einen Besuch an der FH entschieden haben, antworteten die meisten, dass sie die Naturwissenschaften, aber auch die Technik und die Prozesse sehr interessant finden und gerne mal dahinter schauen würden. Generell wirkten die Mädchen über die verschiedenen Angebote hinweg sehr interessiert und neugierig.

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Sowohl am Institut für Nano- und Biotechnologien als auch im Labor für Steuerungs- und Reglungstechnik waren die „Girls“ an diesem Tag im Schnuppereinsatz. Auch der sogenannte „Reinraum“ im technischen Bereich öffnete seine Türen. Ein Reinraum ist ein Raum für Experimente, der besonders sauber beziehungsweise „rein“ gehalten werden muss. Für den Besuch mussten sich die Mädchen einmal komplett umkleiden: Laborkittel, Haarhaube, Handschuhe und Hauben für die Schuhe. In Raum durften die Mädchen dabei zuschauen, wie eine Fotolack-Prozessierung auf einem Mikrochip aus Silizium stattfindet. Jedes der Mädchen durfte im Anschluss ein Stück von dem Mikrochip mit der Aufschrift „Girls Day, Mädchen Zukunftstag“ als Andenken mitnehmen.

Für eine Fotolack-Prozessierung wird der Mikrochip erst einmal in ein Vakuum gelegt und mit einer speziellen Flüssigkeit beträufelt. Danach kommt der Mikrochip in einen Belichter und anschließend wird dieser wie bei einem alten Foto mit einer Lauge entwickelt. Die Entwicklung wird mit speziellem Rein-Wasser gestoppt. Spannend war es, zu beobachten, dass die „Leitwerte“ erst fielen und dann wieder stiegen. Der Mikrochip konnte entnommen werden, als das Wasser wieder „rein“ war und war nur noch der fertige Fotolack übrig blieb. In einem gewöhnlichen Arbeitsprozess würde an dieser Stelle weiter mit Metall gearbeitet werden. Zuletzt wurde der Mikrochip für jedes Mädchen mit einem Diamantritzer in kleinere Stücke zerschnitten.

Die sehr spannende Atmosphäre im Reinraum wurde durch die „Sicherheits“-Kleidung noch verstärkt. Im ganzen Raum leuchtete es gelb und leicht orange, da dort auch mit UV-empfindlichen Gegenständen gearbeitet wird. Zudem ist der Raum “undicht”, da Luft von oben eingeschleust und unten wieder rausgeschleust wird. Dies dient dazu, dass der Raum weiter von Partikeln gesäubert wird. Die ganzen Maschinen waren sehr beeindruckend anzuschauen. Die Teilnehmerinnen fühlten sich beinahe wie „eine Person der Wissenschaft“.

Auch bei einer pH-Wert-Messung waren die Mädchen dabei. Dort wurde zuerst die pH-Wert-Skala besprochen. Dieser Wert wird mit einer Elektrode gemessen. Bevor die eigentliche Messung beginnen konnte, musste die Elektrode jedoch zuerst kalibriert werden. Dafür wurden Phiolen mit unterschiedlichen Flüssigkeiten befüllt, deren pH-Werte bereits bekannt sind. Nachdem die Elektrode dann kalibriert war, ging es ans Messen verschiedener Werten. Die Mädchen durften nun selbst ans Werk. Sie haben die Werte von Zitrone, Seife, Spülmittel und einigen weiteren Lebensmitteln ermessen. Dabei war das Highlight, die Ergebnisse auf der beschreibbaren Tischplatte zu dokumentieren.

Das Arbeiten mit den Lebensmitteln gab den wissenschaftlichen Arbeiten einen interessanten Alltagsbezug. So weiß man nun, wie verschieden sauer zum Beispiel Kaffee, Cola und Zitronensaft sind. Ein interessanter Fakt war ebenfalls, dass Seife einen ähnlichen PH-Wert zwischen vier und fünf hat, weil er dem PH-Wert der Haut entsprechen soll. Menschliche Haut ist also auch eher sauer als wie ursprünglich von den Mädchen gedacht neutral. Bei weiteren Schötzungen lag eine Gruppe sogar fast komplett richtig mit ihren Einschätzungen.

Danach ging es noch zur Steuerungs- und Regelungstechnik. Hier erfuhren die Mädchen, dass zum Beispiel ein Handy-Prozessor im Reinraum hergestellt wird und dann bei der Steuerungs- und Reglungstechnik programmiert wird, wie auch weitere Prozessoren für verschiedene Elektrogeräte.
Die Teilnehmerinnen durften sich hier selbt am Progammieren eines Microcontroller in Form einer Ampel versuchen. Dafür benötigten sie ein sogenanntes „Raspberry Pi“ (den Microcontroller), ein Steckboard, LEDs und verschiedenen Widerstände. Nachdem die Ampel zusammengesteckt wurde, ging es an die Programmierung. Dafür haben die Mädchen sogar richtige Codes in die Skriptconsole eintippen dürfen. Dabei lag der Fokus vor allem auf dem Schaltzyklus der Ampel.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Girls Day an der FH ein spannender und ereignisreicher gestalteter Tag war, der viele neue Erkenntnisse gebracht hat.


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