Start Stadtteile Jülich Exklusiv Identitätsstiftendes in Grün und Gold

Exklusiv Identitätsstiftendes in Grün und Gold

In bester Feierlaune präsentierten sich die Gäste zur Enthüllung des Kunstwerks von Marc Remus, das der Landrat noch am Tag der Eröffnung des Jülicher Kreishauses im September per Handschlag in Auftrag gegeben hatte. Gefreut hätte er sich, so Wolfgang Spelthahn, über die spontane Bereitschaft des Frankfurter Künstlers mit einem Herz für Jülich, über die Zusage ein exklusives, identitätsstiftendes Kunstwerk zu schaffen.

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Eine Stadt wird enthüllt: Künstler Marc Remus (v.r.), und Bürgermeister Axel Fuchs gucken Landrat Wolfgang Spelthahn zu, der das neue Werk enthüllt, zu dem es noch ein kleineres Format gibt, das zugunsten des Stammhauses versteigert wurde, für das Gabriele Stobbe und Dr. Albrecht Fuchs bei der Enthüllung Pate standen. Foto: Dorothée Schenk
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Es grünt in Jülich! Die Farbe des Aufbruchs, der Hoffnung und Erneuerung wählte Marc Remus als Grundton seines neuesten Werkes, das im Großmaß in Jülich angekommen ist. Außerdem glänzt Jülich, hat einen Hauch von Gold und Glammer. Die Muttkrate machen sich vom Erdreich am Fuße des Werkes auf ins Kreishaus Jülich, zum zentral gelegenen Hexenturm und den zwei christlichen Kirchen der Innenstadt. Zu entdecken gibt es liebevolle Details wie Fuchs und Gänse, den Glockenbaum aus der Kölnstraße und den Muttkrat-Brunnen der El(l)ritzen. Die Wappen von Kreis Düren und Stadt Jülich sind fast vereint – sehr symbolisch.

„Ich hatte alle Freiheit – es gab keinen Kompromiss“ meinte Marc Remus zur Motivwahl und deswegen sei das Werk besonders harmonisch geworden und genau so, wie er es sich als Künstler gewünscht hätte. Daher gab Remus das Lob für ein ungewöhnlich unkomplizierte Miteinander an Landrat Spelthahn zurück. Auf alle Fragen nach der Gestaltung hätte dieser geantwortet: „Das ist Ihnen überlassen?“ „Sehr ungewöhnlich!“

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Remus erklärte nicht nur ausführlich die Technik, sondern lüftete auch das Geheimnis, welche Wege ihn eigentlich vor fast 20 Jahren auf der Autobahn nach Aachen bewegt haben, in Jülich abzufahren. Bürgermeister Axel Fuchs hatte die Frage noch einmal in seinem Grußwort aufgeworfen. „Es war die Zitadelle“, also vielmehr das Schild, das den Künstler neugierig machte und ihn in die Stadt lockte.

Kurze Rückblende:„Es war eine schwierige Annäherung“, gab der Künster zu. „Ich hatte mir Jülich als kleine Fachwerkstadt vorgestellt.“ Da war erstmal Ernüchterung angesagt. Als Remus nach einem Fussmarsch den Hexenturm erreicht, bricht langsam das Eis, aber selbst am Marktplatz angesichts der Mariensäule bleibt er skeptisch. „Die Herausforderung ist, die kleinen Feinheiten zu entdecken.“ Dabei hätte er die Zitadelle und ihr Schloss fast verpasst, wie der 50-jährige mit jungenhaftem Schalk erzählt. Erst bei der dritten Umrundung des Wallgrabens findet er die Renaissance-Fassade. 300 Fotografien macht der Künstler an diesem ersten Tag von den Jülicher Sehenswürdigkeiten. Auf dem Rückweg – wieder einer der Zufälle, an die Remus gar nicht glaubt – entdeckt er die Galerie An der Zitadelle und Georg Loven. „Hier ist Bedarf an Kunst“, denkt sich Remus und stößt bei dem Jülicher Geschäftsmann auf offene Ohren und Räume. Man einigt sich: Zum besonderen Anlass, nämlich der Feier zum zehnjährigen Geschäftsjubiläum der Galerie An der Zitadelle 2004 wird die erste Marc-Remus-Ausstellung „Jülicher Impressionen“ eröffnet. Seither vertritt die Galerie den Frankfurter und hat auch die Vermittlung zwischen Kreis und Künstler hergestellt.

Aber nicht nur das Kreishaus Jülich kann sich mit einem neuen „Remus“ schmücken. Es gab ein „Gewinnermodell für alle“ wie es Landrat Spelthahn nannte. An diesem Tag konnte jeder Besucher der Enthüllungsfeier „ein Stück Kunst“ mit nach Hause nehmen. Zum einen wurde ein kleineres Geschwisterwerk zugunsten des Jülicher Stammhauses versteigert. Ein zehnminütiges Bieterduell entschied Axel Fuchs für die Stadt Jülich. Künftig wird auch an der Wand des kleinen Ratssaales, der derzeit renoviert wird, ein „Remus“ hängen: 1150 Euro aus der Versteigerung gehen als Spende an das Jülicher Stammhaus. Spontane Freude löste das bei den Gästen vom Stammhaus, Gabriele Stobbe, Leiterin des Bereichs „Betreutes Wohnen“, und Vorstand Dr. Albrecht Fuchs aus.

Darüber hinaus wurden nummerierte Drucke des Originals für 100 Euro verkauft. Die Hälfte des Kaufspreises spendete der Künstler ebenfalls an das Stammhaus. Insgesamt hat die Aktion 1600 Euro für den guten Zweck eingebracht, die nun dem Stammhaus Jülich zugutekommen. Die Summe könnte sogar noch steigen, da weitere elf Drucke für den guten Zweck verkauft werden. Interessenten können sich in der Kreisverwaltung Düren bei Katrin Weinberger unter 02421/22-2343 oder per E-Mail an [email protected] melden.

Kurz Revue passieren ließ Landrat Wolfgang Spelthahn zu dieser Gelegenheit die Genese des Kreishauses, das nicht nur kosten- und fristgerecht errichtet worden sei, sondern auch von Anfang an „unter einem guten Stern“ gestanden habe. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Jülich sei dabei immer „konstruktiv und herzlich“ gewesen. Das führt Spelthahn auch zurück auf den engagierten Bürgermeister, den er als Glücksfall für die Stadt bezeichnete.

„Herausragend gut“ angenommen worden sei das Kreishaus inzwischen von den Jülicher, referierte Spelthahn: Anfänglich wären 80 Besucher pro Tag gekommen, inzwischen ist die Zahl auf 115 angestiegen. Es gebe eine weitere Tendenz nach oben. „Das Haus wird vollumfänglich angenommen.“

Dem Festakt voraus gegangen war eine Gespräch mit Oberkreisdirektor Hüttemann hatte noch die alten Vertrag von 1971 zur Hand, aus dem hervorgehe, dass der Kreis Düren nach der kommunalen Neugliederung möglichst auch dezentrale Einrichtungen vorhalten solle „wenn es denn kostenverträglich“ sei. Diesen Aspekt bewertet man heute offenkundig anders, denn etwa ein Drittel der Kreisbevölkerung könnte in Jülich jetzt auf kurzem Weg die Dienstleistungen des Kreises nutzen. „Wir dehnen die Leistungen sukzessive aus, weil die Nachfrage stetig steigt“, kündigte Hausherr Spelthahn an. Das werde auch weiter zur Belebung der Innenstadt beitragen – wenn die zweite Großbaustelle abgeschlossen sei, mit der das Wohnhaus im Lückenschluss zwischen Baier- und Kapuzinerstraße gemeint ist. „So stelle ich mir Arbeiten Hand in Hand in der kommunalen Familie vor.“ Es sei eine Investition in ein nachhaltiges Projekt, das den Menschen einen Gewinn bringe.

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