
Im Agenturbezirk Aachen Düren zeigt die aktuelle Halbjahresbilanz eine deutliche Bewegung: So ist die Anzahl der Bewerbenden gestiegen, während gleichzeitig weniger Ausbildungsstellen gemeldet wurden. Trotz dieser Entwicklung bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt.
Seit Beginn des Berichtjahres haben sich rund 4900 junge Menschen gemeldet, 205 mehr als im Vorjahr. Dem gegenüber stehen 4200 gemeldete Ausbildungsstellen. Damit gibt es, erstmals seit Jahren, mehr Ausbildungssuchende als freie Ausbildungsstellen. Trotzdem ist der Ausbildungsmarkt zur Jahresmitte noch nicht ganz ausgeschöpft. Aktuell suchen noch rund 3700 junge Menschen einen Ausbildungsplatz, gleichzeitig sind noch etwa 2800 Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz bleiben somit weiterhin gut.
Ein wesentlicher Faktor bei der Zahl der Bewerber ist die Zuwanderung: Während die Zahl der deutschen Bewerber leicht rückläufig ist, ist die Zahl der Bewerber mit Migrationshintergrund deutlich gestiegen. Die Zuwanderung stabilisiert also im guten Sinne das Ausbildungsinteresse, so die Arbeitsagentur.
Besonders gefragt sind bei den jungen Menschen die kaufmännischen Berufe. Am beliebtesten sind momentan insbesondere Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel, Verkäufer und Büromanagement. Im Handwerk besteht weiterhin ein großer Bedarf an Nachwuchskräften.
Außerdem bleiben regionale Unterschiede bestehen. In der StädteRegion Aachen gibt es mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als Bewerbende, während in den Kreisen Düren und Heinsberg mehr junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Die wichtigsten Faktoren bleiben dabei Mobilität und Flexibilität.
Die Arbeitsagentur verweist auf die langfristigen Auswirkungen des demografischen Wandels. Bereits heute sei ein erheblicher Anteil der Bevölkerung 60 Jahre oder älter und wird folglich bald das Rentenalter erreichen. In derselben Zeit rücken weniger junge Menschen nach, was in den meisten Branchen bereits deutlich spürbar sei. Besonders hoch ist der Fachkräftebedarf in den Branchen Handwerk, Pflege und Industrie bis hin zur öffentlichen Verwaltung.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich der Ausbildungsmarkt wandelt, jedoch trotzdem weiterhin gute Chancen auf Ausbildungen für junge Menschen bietet. Entscheidend sei, Bewerbende und Betriebe besser zusammen zu bringen. Für eine gute Zusammenarbeit sollte Offenheit als zentraler Fokus auf beiden Seiten fungieren. Dafür sollten junge Menschen neue Wege und weniger bekannte Berufe in den Blick nehmen und die Betriebe sollten die Potenziale erkennen und auch mehr jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf eine Chance geben, geben die Fachleute von der Arbeitsagentur sowohl Betrieben als auch potentiellen Azubis mit auf den Weg.


















