Start Magazin Geschichte/n Eine Reise durch die Zeit

Eine Reise durch die Zeit

Eine Dauerausstellung zur Geschichte des Bistums Aachen soll bis 2025 am Standort des Diözesanarchivs entstehen und etwa 10 Stationen umfassen. In der ehemaligen Kirche St. Paul in Aachen soll die Entwicklung der Diözese und auch Historie und Entwicklungen der Regionen widergespiegelt werden. Zur Heiligtumsfahrt Aachen sind die ersten Stationen zu sehen. Fokus werden dabei nicht etwa Kunstwerke oder Bistumsschätze, sondern beispielsweise Objekte, Fotos, Schriftstücke und Karten.

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Eröffneten die Ausstellung "Geschichte des Bistums Aachen": Generalvikar Dr. Andreas Frick (v.l.), Architekt Martin Schlüter, Architekt Peter Schumacher, Kuratorin Anke Asfur und Dr. Beate Sophie Fleck, Leiterin des Diözesanarchivs. Foto: Anja Klingbeil | Bistum Aachen
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Ohne Vergangenheit keine Gegenwart und auch keine Zukunft, denn: Sich der Geschichte bewusst zu sein, ist kein bloßer Luxus, sondern es ist auch eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Geschichte und eine große Zahl an historischen Zeugnissen beherbergt das Bischöfliche Diözesanarchiv in der ehemaligen Kirche St. Paul in Aachen. „Am Ort, an dem das Gedächtnis des Bistums Aachen aufbewahrt wird, begegnen sich in der Dauerausstellung zur Geschichte unserer Diözese Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zukünftig können hier auch Veranstaltungen stattfinden und die ehemalige Kirche St. Paul noch mehr mit Leben füllen“, betont Generalvikar Andreas Frick. Wo könnte also besser eine Dauerausstellung zur Geschichte des Bistums Aachen ihren Platz finden als an dem Ort, an dem das Gedächtnis der Diözese aufbewahrt wird?
Zur Heiligtumsfahrt Aachen sind drei Stationen realisiert, die folgende Themen behandeln: die Baugeschichte von St. Paul, das napoleonische Bistum Aachen (1802-1826), Christentum in der Region sowie Bistum Aachen – zum Zweiten. Voraussichtlich wird noch in diesem Jahr eine vierte Station eröffnet, die sich der Zeit des Nationalsozialismus widmet. Insgesamt wird die Dauerausstellung, die bis 2025 fertiggestellt sein soll, zirka zehn Stationen umfassen.

Die Dauerausstellung, die im wesentlichen von der Kuratorin Anke Asfur erstellt wurde, fügt sich harmonisch in die wiederhergestellten Seitenschiffe der ehemaligen Kirche ein. Die Standorte der Vitrinen sind mit Blick auf die Gestalt des Raumes gewählt. Der Raum der 1950er Jahre soll weitgehend wahrnehmbar bleiben. Die großen Vitrinen laden ein, Dinge auch spielerisch zu entdecken: etwa multimedial am Tablet oder sie verbergen Spannendes in Schubladen, die sich öffnen lassen. „Der Erlebnischarakter, der ganz leicht Historisches entdecken lässt, war uns wichtig“, sagt Beate Sophie Fleck, Leiterin des Diözesanarchivs; die ausgestellten Exponate sind dabei kein „Bistumsschatz“ oder etwa hochkarätige Kunstwerke, wie sie erläutert. Erzählt wird die Geschichte des Bistums anhand von Objekten, Fotos, Schriftstücken und Karten. Auch der Bischofsstuhl, der sowohl im ersten Bistum wie auch von 1931 bis 2001 benutzt wurde, ist zu sehen, ebenso der Bischofsstab aus dem Jahr 1931, den später auch Bischof Klaus Hemmerle und Heinrich Mussinghoff nutzten. Da ist auch die 200 Kilogramm schwere Bronzeglocke aus der abgebaggerten Pfarrkirche Laurenzberg (1860) oder ein Erinnerungsblatt an die Heiligtumsfahrt aus dem Jahr 1750.

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Das Diözesanarchiv ist bereits seit 2018 in der ehemaligen Kirche untergebracht. Vorgabe für die Planungen war es, so wenig wie möglich in die Bausubstanz des denkmalgeschützten Sakralgebäudes einzugreifen. Möglich wurde dies durch eine Haus-in-Haus-Konstruktion. Nun wurden Fenster, Wände und Fußboden saniert, die barocken Figuren wieder eingefügt sowie der ehemalige Altarbereich zurückgebaut. Ein barrierefreier Zugang ist nun möglich. „Mit der Fertigstellung von Seitenschiffen und Chorbereich ist der geplante Entwurf umgesetzt und das Erlebnis des Raumes komplett“, freut sich Architekt Martin Schlüter.

Mit der Wiederherstellung der ehemaligen Kirche wird das Bistum Aachen auch den Auflagen des Denkmalschutzes gerecht. Insgesamt liegen die Kosten dafür bei zirka einer Million Euro. Während der Heiligtumsfahrt Aachen ist die Ausstellung von Sonntag, dem 11. Juni, bis Donnerstag, dem 15. Juni, jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. An den Öffnungstagen findet immer um 15 Uhr eine Führung statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Nach der Heiligtumsfahrt wird die Dauerausstellung für Besucher des Diözesanarchivs sowie für angemeldete Gruppen (etwa Schulklassen) zugänglich sein.

Untergebracht ist das Diözesanarchiv mit drei Kilometern Archivalien in der ehemaligen Kirche St. Paul an der Jakobstraße. Zu den wichtigsten Beständen zählen unter anderem Dokumente der Bischöflichen Sekretariate, des Generalvikariates und des Domkapitels. Weitere Informationen gibt es auf https://www.bistum-aachen.de/Bischoefliches-Dioezesanarchiv/.


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