Wie groß die Strahlkraft der Initiative „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“ in den 25 Jahren geworden ist, zeigte auf dem Fußballplatz des FC Viktoria Birkesdorf die Gästeschar aus Sport, Politik und Gesellschaft. Unter ihnen waren DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Maxi Tix von der Sportjugend NRW sowie zahlreiche Menschen, die Ecker über viele Jahre begleitet und unterstützt haben.
Selbst Eberhard Schulz, Initiator von „Nie Wieder“, war eigens aus München angereist. Ecker freute sich sichtbar über viele bekannte Gesichter aus der Region, aus Frankfurt und seiner Heimat Kelz – und vor allem über „einen Haufen Demokraten“.
Jo Eckers launige, mit reichlich Anekdoten gespickte Rede geriet zum Rückblick auf ein Vierteljahrhundert Engagement. Ausgangspunkt war ein Fußballspiel vor 25 Jahren, bei dem Eckers U14-Mannschaft mit massiven rassistischen und antisemitischen Beschimpfungen konfrontiert wurde. Ecker brach das Spiel ab und wurde dafür seinerzeit sogar sportgerichtlich belangt.
Aus dem Erlebnis entstand später das Schild „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“. Rund 2800 Exemplare seien inzwischen auch außerhalb des Fußballs zu finden. Beschädigte Schilder würden ersetzt: Seine Botschaft habe schließlich „Garantie auf Lebenszeit“.
Dass Humor für Ecker zum Durchhalten gehört, bewies er mehrfach. Einst habe er sich mit verschiedenen DFB-Präsidenten samt Schild fotografieren lassen – und alle seien vier Monate später nicht mehr im Amt gewesen. Nur Neuendorf habe die Serie durchbrochen.
Auch seine eigene Vergangenheit als wenig schiedsrichterfreundlicher Fußballer nahm Ecker aufs Korn: Durch seine Aktion habe er versucht, „vom Saulus zum Paulus“ zu werden. Die Verleihung des Julius-Hirsch-Preises des DFB wurde dabei zu einem wichtigen Meilenstein.
Im Kern blieb die Botschaft ernst: Fußballvereine seien „Schulen der Demokratie“. Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Sexualität dürften keine Rolle spielen. Entscheidend seien gemeinsames Spiel, Respekt und Toleranz. Gerade jungen Menschen müssten diese Werte vorgelebt werden.
Zum Jubiläum gehörte deshalb nicht nur das Reden, sondern vor allem der Fußball. Besonders weit angereist war der FC Mainaustraße aus München. Die Mannschaft entstand aus Geflüchteten, die 2016 in einer Unterkunft an der Mainaustraße eine erste Heimat fanden, und spielt heute in der Kreisliga A München. Zum Jubiläum trat sie zu einem Freundschaftsspiel gegen eine Dürener Auswahl an.
Ein Schlusspfiff soll das Jubiläum für Ecker ohnehin nicht sein. Er wolle seine Bekanntheit im Amateursport weiterhin nutzen. Denn der Einsatz für Demokratie und friedliches Miteinander, brachte er es passend zum Fußball auf den Punkt, sei kein Spiel, das nach 90 Minuten endet: „Es gibt auch noch ’ne Verlängerung.“


































