Ich ziehe vielleicht nicht im Geheimdienst Ihrer Majestät durch die Straßen von Jülich, bin aber ganz sicher im Auftrag der Herrin unterwegs. Sie ist die HERZOGin. Ja, und wenn das so ist, dann bin ich der Prinz-Gemahl.
Hört sich an, als sei ich ein Wesen zwischen James Bond und Prinz Philip. Wird jetzt von mir erwartet, dass ich aggressiv aktiv die Steine aus dem Feuer hole und Feuerwehrmann spiele, wenn es brennt? Oder sollte ich eher demütig in gebührendem Abstand hinter dem gekrönten Haupt einhertrotten, um nicht zu viel Glanz von der Lichtgestalt wegzunehmen?
Nun denn, mit der Waffe in der Hand fühle ich mich nicht so recht wohl. Demut halte ich dahingegen für eine viel zu unterschätzte Tugend. Auf alle Fälle sorge ich schon für ein gepflegtes Äußeres. Auch was den HERZOG betrifft. In meinem Blick-Filter bleiben etliche Fehler in der Endkorrektur haften, damit sie nicht in den Druck geraten und so das Licht der Jülicher Welt erblicken. Oder noch wichtiger: damit die Jülicher Welt nicht sie, also die Fehler, erblickt. Was natürlich keineswegs bedeutet, dass nicht hin und wieder ein solcher durch die Maschen meines Netzes schlüpft. Sollte nicht, passiert trotzdem.
Ansonsten ziehe ich mich diesbezüglich gerne hinter das Fenster zur Öffentlichkeit zurück. Die Journalisten-Bühne überlasse ich mittlerweile anderen, schaue aber immer gerne durch das Loch im Bühnenvorhang auf das öffentliche Geschehen. Allerdings springe ich ab und an auch noch mal ein, mache Fotos bei der CCKG-Trunkstehung, filme den Auftakt vom Lazarus-Umzug oder schreibe diesen Text.
Nun gut, ertappt: Manch einer weiß bestimmt, dass ich zuweilen auch im Halbdunkel einer Bühne gerne einmal die musikalische Sau rauslasse. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte, die dann auch jemand ganz anderes schreiben sollte.
Wie ist eigentlich so das Leben Ihrer Majestät? Eigentlich bin ich ja viel zu nah dran, um dies beurteilen zu können. Mal überlegen… Sie gehört zu den Menschen, die das private nicht von dem öffentlichen Leben und schon gar nicht Freizeit und Arbeit voneinander trennen können.
Zum Abspannen geht sie nach der Arbeit schon mal gerne in eine Kneipe, um den Kopf frei zu bekommen. Hinterher kommt sie in der Regel mit drei bis fünf neuen Geschichten nach Hause. Journalistin ist frau halt immer, und immer wieder passiert es, dass jemand mit einer tollen Idee für einen neuen Artikel sie anspricht: „Ich hätte da eine Story für Sie…“
Wow, eine ganz neue Geschichte! Als ob sie selber ständig die Daumen drehen und überlegen würde, worüber sie zum Himmel als nächstes schreiben könne. Jetzt verrate ich ein kleines Geheimnis: Der Spruch „Es passiert nur so viel, wie im HERZOG-Magazin.de steht“ stimmt leider nicht so ganz. In Wirklichkeit passiert viel mehr.
Ihre Ladyschaft könnte sich darüber ausgiebig mitteilen. Ihr Arbeitstag hat zuweilen 24 Stunden. Und dann kommt noch die Nacht dazu. Beispielsweise um die Fotos und Filme nach der CCKG-Sitzung zu bearbeiten und ins Netz zu schieben. Denn am Folgetag lautet es für sie wieder recht früh „Marsch Marsch“. Die Sitzung von Lazarus Strohmanus und der Kengerzoch wünschen ihre Beteiligung.
So bearbeitet sie in den Pausen alleine zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch über 3000 Fotos und fast 600 Filme. Ohne ihre getreuen Hoflieferanten, die ebenfalls in Sachen Bild und Text unterwegs sind, wäre dies natürlich überhaupt nicht machbar.
Es ist wirklich ein in jeder Hinsicht starkes Team, das für den Erfolg des HERZOGs durch das Jülicher Land zieht. Und dicht an ihrer Seite steht das Kreativ-Team der Agentur für Design und Kommunikation La Mechky Plus mit Mastermind Hacky Hackhausen, der sich immer wieder Neues ausdenkt, damit Gesicht und Gestalt des HERZOGs so anmutig wie möglich daherkommen. Sogar ein eigener HERZOGin, also Ihre Herrschaft in hochprozentigem Gewand, ist fest in Planung.
Und gut, dass auch die Nachfolgerin bereits in den Startlöchern steht und ihrer Hoheit bereits bei der Trunksitzung textlich die Hand führte. Wie es sich in einem herrschaftlichen Haus geziemt, wird auch im Falle des HERZOGs das Zepter an die Erstgeborene weitergereicht.
Sie sei nicht der Prinzessinnen-Typ, hat sie früher immer über sich selbst geäußert. Falsch gedacht. Bald wird sie halt Prinzessin sein, und das ab April live in der HERZOG-Redaktion. Ährlisch! Ce n’est pas une Scherz. Mitbringen wird sie jede Menge fachliches Wissen aus ihrer Arbeit in einer Werbeagentur.
Auch der Sohn ihrer Majestät hat sich bereits auf den Weg gemacht, die Stadt als künftiger Immobilien-King zu erobern. Immerhin legt er sich mächtig ins Zeug und hat sich innerhalb kurzer Zeit jede Menge Know-how in Theorie und Praxis zugelegt. Das Unternehmen, in dem er arbeitet, leitet er quasi alleine. Auch das mein voller Ernst.
Bei uns beginnen die Märchen halt nicht mit „Es war einmal“, sondern mit „Es wird einmal so sein“.
(Apropos Kneipe: Dieses Etablissement hat viel zu Unrecht einen zuweilen üblen Ruf. Auch Politiker und Wirtschaftsmagnaten (lustig!) treffen sich gerne in der entspannten Atmosphäre, die dort geboten wird. Hier lassen sich in aller Ruhe und in allen Details wichtige Angelegenheiten besprechen, für die zwischen Tür und Angel keine Zeit ist und für die ein von Angesicht zu Angesicht zwingender und vertraulicher ist als ein von Ohr zu Ohr. Nur Vorsicht: Immer sind dort auch andere Ohren zugegen, für die die Gesprächsthemen nicht bestimmt sind.)
















