Start Stadtteile Barmen Unsichtbares sichtbar machen

Unsichtbares sichtbar machen

Regelmäßig veröffentlicht der HERZOG Beiträge des AstroClubs vom Science College. Diesmal schreiben Felice Dresia und Charlotte Lehrach über das Radioteleskop.

21
0
TEILEN
Das Radiotelescop auf dem Science College in Barmen. Foto: AstroClub
- Anzeige -

Kennen Sie die größten Feinde der optischen Teleskope? Sie sind das Wetter und Strahlung außerhalb des sichtbaren Lichts. Jeden Abend hoffen wir also auf einen wolkenfreien Himmel. Aber das ist meistens nicht der Fall. Deswegen brauchen wir alternative Wege, um Himmelsobjekte beobachten zu können. Unsere erste Alternative ist die halbautomatisierte Sternenwarte auf dem Dach des Science Colleges. Damit haben wir unseren ersten Feind besiegt. Nun können wir von zu Hause aus unser Ziel eingeben, das dann bei optimalen Wetterbedingungen von dem Teleskop in unserer Kuppel aufgenommen wird.

Aber unser Teleskop kann nicht alles sehen. Es ist nur eine Art verbessertes Auge, mit dem wir in das Weltall gucken können. Jetzt gibt es im Universum aber nicht nur die Dinge, die wir mit typischen Teleskopen beobachten können. Und zu einem dieser Dinge gehören Radiowellen, für deren Beobachtung wir unser Radioteleskop benutzen.

- Anzeige -

Radiowellen zählen zu den elektromagnetischen Wellen genauso wie Mobilfunk, Licht, UV- oder Röntgenstrahlung. Der Frequenzbereich der gemessenen Radiowellen liegt dabei zwischen 10 MHz und 1 THz , also Wellen, die wenige Millimeter bis hin zu 30 Meter lang sind. Im Vergleich: Sichtbares Licht hat Frequenzen zwischen 380 und 790 THz, also Wellenlängen von einigen Hundert Nanometern. Und genauso wie wir sichtbares Licht mit unseren Augen wahrnehmen können, können wir Radiowellen mit Radioteleskopen empfangen und sichtbar machen. Die sehen aus wie überdimensionierte Satellitenschüsseln. Und vom Prinzip her sind sie auch genau gleich!

An dieser Stelle lässt sich berechtigt fragen: Was genau macht man da sichtbar? Wie funktioniert ein Radioteleskop? Und warum funkt nichts dazwischen?

Viele von uns cremen sich im Sommer ein. Dies ist notwendig aufgrund von UV-Strahlung, die die Sonne neben dem für uns sichtbaren Licht aussenden. Und genauso wie die Sonne Strahlung in verschiedenen Frequenzspektren absondert, strahlen Himmelsobjekte – um genauer zu sein ihre Atome – Radiowellen ab. Wasserstoff, das häufigste Element im Kosmos, strahlt eine Frequenz von 1,42 GHz ab – was genau in dem Spektrum für Radiowellen liegt. Diese Wellen reisen dann durch das Universum, bis sie irgendwann bei uns ankommen. Im besten Fall landen sie auf der riesigen sogenannten Parabolantenne eines Radioteleskops. Die schwachen Signale werden dann gebündelt und in einen Empfänger geleitet. Dieser verstärkt die Wellen und wandelt sie in digitale Daten um, aus denen Computer schließlich Bilder, Karten oder Messwerte berechnen. Auf diese Art und Weise lassen sich durch Radioastronomie nicht nur Objekte beobachten. Die Bilder verraten uns auch etwas über die Zusammensetzung von Galaxien, lassen uns hinter Staubwolken im Universum blicken oder Bilder von Schwarzen Löchern machen. Daher sind Frequenzen, die für die Radioastronomie wichtig sind, geschützt. Kein Funkgerät oder Radio darf in diesen Spektren arbeiten. So funkt nichts dazwischen – und die Radioteleskope können uns weiter neue Daten und Erkenntnisse über den Weltraum ermöglichen.


Im AstroClub können Sie selbst mal unser Radioteleskop ausprobieren kommen. Dafür sind wir freitags ab 19 Uhr im AstroLab (der obersten Etage) des ScienceColleges Overbach in Barmen oder auf Instagram unter @astro_club.sc zu finden.


§ 1 Der Kommentar entspricht im Printprodukt dem Leserbrief. Erwartet wird, dass die Schreiber von Kommentaren diese mit ihren Klarnamen unterzeichnen.
§ 2 Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.
§ 3 Eine Veröffentlichung wird verweigert, wenn der Schreiber nicht zu identifizieren ist und sich aus der Veröffentlichung des Kommentares aus den §§< 824 BGB (Kreditgefährdung) und 186 StGB (üble Nachrede) ergibt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here