
Schon zu Beginn konnte man klar vernehmen: Das Interesse an Alice im Wunderland im Gymnasium Haus Overbach war riesig. Der Saal war bis fast auf den letzten Platz gefüllt und die Vorfreude förmlich spürbar. Kaum begann das Stück, flogen die Türen auf und die ersten Figuren stürmten durch das Publikum. Doch nicht nur zu Beginn wurde der gesamte Raum in die Inszenierung einbezogen: Immer wieder nutzten die Schauspielerinnen und Schauspieler die gesamte Spielfläche der Aula. Selbst die Herzkönigin marschierte mitten durch die Zuschauenden und machte das Publikum kurzerhand zum Teil des Geschehens.
Das umher schwenkende Licht und die Musik unterstützten die kraftvolle Inszenierung zusätzlich und verstärkten ihre eindrucksvolle Wirkung. Auf der Bühne gab es jede Menge Bewegung, Reime, Wortwiederholungen und Witz. All das sorgte für ein flottes, abwechslungsreiches und unterhaltsames Tempo. Besonders die beiden Darsteller von Diedeldum und Diedeldei in ihren gestreiften Anzügen beeindruckten mit flinker Akrobatik und brachten das Publikum immer wieder zu lautem Schmunzeln. Dazu tanzte die Grinsekatze nahezu ununterbrochen durch die verschiedenen Szenen und verlieh der Inszenierung zusätzliche Lebendigkeit. Sogar das Lied „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem „Dschungelbuch“ fand seinen Platz in dem Stück und sorgte für eine gelungene Überraschung. Eine besondere Leistung zeigte vor allem die Darstellerin der Alice. Während die meisten Figuren immer wieder von der Bühne verschwanden, war Alice nahezu die gesamte Aufführung präsent. Sie führte das Publikum durch die Geschichte, sprach, spielte und reagierte ohne Unterbrechung und trug das Stück vom Anfang bis zum Schluss.
Besonders beeindruckend waren zudem die fantasievollen Requisiten der Inszenierung, die die Kreativität und den Einsatz des Literaturkurses eindrucksvoll widerspiegelten. Ein Kajak auf einer Holzkonstruktion fuhr über die Bühne, dazu kamen eine Tür, ein Bett, ein übergroßer Pilz und sogar eine qualmende Shisha. Zahlreiche weitere kreative Ideen sowie aufwendig von der Hand gemalte Hintergrundbilder kamen zum Einsatz und rundeten das Bühnenbild ab. In einer der Szenen wurde ein Darsteller sogar tatsächlich mit Wasser überschüttet. Auch die liebevoll gestalteten Kostüme zeigten, wie viel Hingabe in dem Projekt steckt.
Hinter der Inszenierung stand vor allem der Schüler Bendix Krone, wie Lehrer und Leiter des Literaturkurses Henning Achenbach betonte. Bendix Krone selbst beschrieb die Arbeit an dem Stück als „großes Abenteuer“ mit viel Eigenverantwortung, Teamarbeit und einigen Herausforderungen. Letztendlich sei „das Ergebnis das größte Geschenk“. Zwischen Shisha, Pilzen und Grinsekatze wurde deutlich: Diese Reise ins Wunderland war nicht nur für Alice, sondern auch für das Publikum ein unvergessliches Erlebnis.


























