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Bernhard Hoffschmidt

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Bernhard Hoffschmidt. Foto: la mechky+
Bernhard Hoffschmidt. Foto: la mechky+
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Prof. Bernhard Hoffschmidt, geistiger Vater des „Solarturms“ und „Synlight“ strahlt! Wortspiele zum Thema „Sonne“ kommen einem unwillkürlich in den Sinn bei dem Mann, der Jülich zu einem bedeutenden Standort in der Solarforschung gemacht hat.

Neben dem gewinnenden Lachen, des in Köln-Nippes geborenen mit „sonnigem“ Gemüt, ist es die Haltung, die er ausstrahlt. Hier sitzen einem Zuversicht, Selbstbewusstsein und Offenheit gegenüber. Wenig verwunderlich, schließlich – um es salopp zu formulieren – hat der Mann „die Sonne“. Der Mittfünfziger ist erfolgreicher sechsfacher Firmen(mit)gründer, und Wissenschaftler. Was Prof. Hoffschmidt anfasst, scheint zu gelingen – das wenigstens nimmt die Öffentlichkeit so wahr. Ein Glücksfall also für Jülich, dass er zum zweiten Geschäftsführer des ehrgeizigen interkommunalen Projektes Brainergy-Park gewählt worden ist. Just an dem Tag des Interviews hatte er den Vertrag unterschrieben und erzählt lachend vom Bewerbungsverfahren: Erst nach der Entscheidung „habe ich verstanden, dass die Region mich akquiriert hat und nicht ich den Auftrag“. Das kümmert ihn aber nicht, denn ihn reizt die Herausforderung. „Wir erfinden viel in Deutschland. Dazu gehört das Genaue, das Tüfteln, das die Deutschen gut können. Wir setzen aber relativ wenig um , denn dazu gehören Abenteuer, Mut und Gefahr zu…und darin sind wir nicht die Größten.“

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„Der Brainergy-Park ist etwas, an dem ich gerne mitwirke“ sagt Prof. Hoffschmidt und sieht sich als gute Ergänzung zu den Stadtentwicklern und Architekten. Seinen Part definiert er klar: „Ich gebe die Energie-Komponente dazu.“ Gelesen klingt es bescheiden angesichts der Kontakte und Erfolge, wer zuhört, hört nur das Selbstverständnis eines erfahrenen „Team-Players“. „Wir müssen noch viele überzeugen“, sagt er und macht dazu in diesem Monat seinen Antrittsbesuch als Geschäftsführer Brainergy-Park beim Bundeswirtschaftsministerium. Es geht um viel Geld, das einzuwerben ist. Vom Gelingen ist ein wichtiger Teil des anstehenden Strukturwandels in der Region abhängig. Da er alle seine Unternehmen gegründete hat, „mit Null Euro“ von der Bank als Kredit, können die Jülicher mit dem habilitierten Maschinenbauer guten Mutes sein. Denn: „Unsere Ausgangssituation aufgrund der Kohle-Situation ist hervorragend.“ Schnelles Handeln ist gefordert und das Konzept Brainergy steht gut vorbereitet in den Startlöchern. „Das ist auch ein Stück Glück.“ Große Potentiale attestiert er für die Umstrukturierung und hofft, dass einmalig eine „Geldregen“ niedergeht, den es gelte „aufzufangen“.

„Auffangen“ ist nichts anderes als „speichern“ und auch damit kennt sich der Professor aus. Sein Schwerpunkt ist die Kraftswerkstechnik seit Studienzeiten. Wärme und Energiespeicherung gehören zu den brennenden Problem in der Region, vor allem, wenn die „Kohle“ vor dem aus steht. Die bestehenden Kraftwerke sollen nach Hoffschmidts Vorstellungen stehen bleiben und modifiziert werden. Statt Braunkohle soll Solarenergie genutzt werden. Der Knackpunkt ist die Speicherung, aber , ist er überzeugt und gibt damit Hoffnung für die Menschen, die um ihre Arbeitsplätze fürchten. Deutlich sagt er: „Wir brauchen Leute, die etwas von Kraftwerken verstehen. Ob die Wärme aus dem Dampferzeuger kommt oder der Dampferzeuger mit flüssigem Salz betrieben wird… das ist für die Arbeitnehmer vor Ort kein Hexenwerk.“ Auf offene Ohren stößt er damit bei RWE. „Ich hätte nie dran gedacht, dass wir irgendwann unser Technik einbringen, um die konventionelle Kraftwerkstechnik umzubauen.“

Apropos Bauen: Der Vater dreier Söhne hat bereits im Wortsinn mit der Familie zwei Häuser gebaut, einen Kilometer hinter der Stadtgrenze von Köln, dem Lebensmittelpunkt von Bernhard Hoffschmidt von Kindbeinen an. Hier ist er als „Lehrerskind“ im katholischen, aber weltoffenen Elternhaus aufgewachsen. Der Vater hat Mathematik und Physik unterrichtet, aber auch Philosophie und Musik studiert; die Mutter war examinierte Germanistin und Geschichtslehrerin. Außerdem lernte der Schüler Bernhard Griechisch und Latein. Bei fünf Geschwistern sei außerdem ein stetiges Kommen und Gehen Normalzustand im Hause Hoffschmidt gewesen. „Es wurde alles und immer viel diskutiert.“ Das freie Denken habe ihn sehr geprägt.

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