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Biersommelier

Frank Lieth

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Der Biersommelier | Foto: KidA
Frank Lieth und KidA | Foto: KidA
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05.08.2014, 09.00 Uhr, Büro

CK: Kommt noch was?

KidA: Was kommt noch?

CK: Kennst du den Begriff Redaktionssitzung?

KidA: Was soll das? Ja und Nein!

CK: Würdest du an unseren Redaktionssitzung teilnehmen, wäre Dir bewusst, dass du vor ca. einer Woche für unsere Rubrik „Menschen“ ein Interview mit Deinem Freund, dem deutschlandweit bekannten Biersommelier Frank Lieth, abliefern musstest, wie ich es Dir in meiner Mail von vor zig Wochen mitgeteilt hatte.

KidA: Ach ja, kein Problem, ist schon alles geklärt, treffe mich gleich mit Ihm, äh… also heute Abend!

CK: Super, dann krieg ich ja bald was von Dir.

KidA: Ja klar, mit Bildern, Tschüss Christoph.

Scheisse, wo ist mein Handtelefon, L…Litti-anrufen.

FL: Hey, Kid! Lange nix gehört von Dir, wat hammer??

KidA: Also Litti, also ich hab da ein Problem, äh… du kennst doch dieses Kulturmagazin, den Herzog.

FL: Klar, Supersache der Herzog!

KidA: Also die brauchen noch ganz kurzfristig in der Rubrik Menschen ein Interview, weil einer was vergessen hatte, und da die Ausgabe den Oberbegriff „Voll“ hat, haben die an Dich gedacht.

FL: Hahaha ist ja geil, da haben die echt an mich gedacht? Wann soll es denn passieren?

KidA: Heute!?

FL: Heute? Hast‘e aber Glück. Habe heute Abend Zeit.

Bosses, da hab ich aber nochmal Schwein gehabt. Gleich treffe ich mich mit meinem alten Kumpel Litti. Litti, mein Kegelbruder (damals) und Ulk-Kollege (jetzt). Ich hab noch nie ein Interview gemacht, soll ich mir vorher Fragen überlegen? Was frage ich ihn überhaupt? Sollen wir uns einfach unterhalten? Beim WDR Montalk geht es immer so los:

Name: Frank Lieth | Alter: 50 Jahre | Familienstand: verheiratet, 2 erwachsene Töchter | Beruf: Key Account Manager, Vertriebsleiter national, Weisses Bräuhaus G. Schneider u. Sohn GmbH, Biersommelier – zu langweilig.

Hahahaha – Hallo Litti? Name: Litti? Quatsch!

05.08.2014, 19:00 Uhr, Irish Pub Jülich

KidA: Hallo Litti, sollen wir direkt loslegen?

FL: Hey Kid! Klar, warte, noch schnell ne Bestellung: Kitty, machst du uns zwei Bier?!

KidA: Also pass auf, ich habe mir ein paar Fragen überlegt und daraus ergibt sich dann der Rest, so mit Blabla und so….ne? Frank, also ich sag jetzt extra Frank, weil Litti,..

FL: Ist doch total egal, fang jetzt endlich an!

KidA: Du bist gelernter Augenoptiker, dann aber im Jahre 1991 ins Biermetier gewechselt!

Siehst du Parallelen – z.B. „tief in Glas schauen“? Warum bist du überhaupt gewechselt?

FL: Haha!„Tief ins Glas schauen“, gut, aber Parallelen gibt es gar keine. 1991 wollte ich in meinem Handwerk den Meister machen, war auch schon zur Meisterschule angemeldet, dachte ich zumindest, irgendwie hörte ich von denen aber nichts. Da hab ich da mal angerufen und gefragt, wo meine Unterlagen bleiben. Dann stellte sich heraus, dass der Kurs schon lief und man mich schlichtweg vergessen hatte. Dann kam das Angebot von Mike (Getränke Schmitz) und da hab ich mir gedacht: jetzt oder nie! Und dann ging es los. Zuerst Schmitz, dann zur Brauerei Becks und von da aus zum Weissen Bräuhaus G. Schneider u. Sohn. Im Nachhinein muss ich sagen: Reines Glück!

KidA: Warte kurz, ich schreib noch was auf – heißt das wirklich „Bräuhaus“?

FL: Kurze klare Antwort: Jo! Und noch zwei Bier.

KidA: Gut, Prost und Frage 2: Was bedeutet Bier für Dich? Genuss? Kultur? Mehr?

FL: Bier ist Alles! Genuss, Geschichte, Kultur. Bier ist so alt wie Wein. Würdest du mir dieselbe Frage auch über Wein stellen? Nein! Denk nur mal an die alten Sumerer, die liefen da mit ihrem Wasser rum, dann fällt da was rein, und paar Tage später laufen die alle schöppendicht durch die Gegend.

Für die war Bier „Teufelswerk“ und trotzdem haben sie weitergemacht dieses Getränk zu brauen. Hier sind wir bei der Geschichte der Gärung – spannend oder? Oder Kölsch, äh… Kitty, noch Zwei bitte… den Begriff Kölsch gibt es offiziell erst seit 1906, erstmalig genutzt von der Sünner Brauerei in Köln, das ist Geschichte und Kultur zugleich.

KidA: Wie kommt man auf die Idee Biersommelier zu werden?

FL: Auf die Idee ist mein Chef gekommen, G. Schneider. Zum Glück! Das war ja damals, im Jahr 2008, noch total abgefahren und unbekannt. Ich war der 2. Biersommelier im Rheinland und der 99. weltweit! Weinsommeliers gab es immer, warum sollte es nicht auch Biersommeliers geben? Dadurch wird Bier ungemein aufgewertet und gegenüber Kunden strahlt man sehr viel mehr Kompetenz aus.

KidA: Und wie läuft die Ausbildung zum Biersommelier? Kitty, zwei Bier, bitte.

FL: Der Studiengang beinhaltet Chemie, Rohstoffkunde, Glaskunde, also welches Glas zu welchem Bier und warum, welche Speise zu welchem Bier, welche Schokolade zu welchem Bier und warum und natürlich ganz wichtig Sensorik!

KidA: Ah, Aromen herausschmecken, aus meinem Kölsch schmecke ich gediegene 4,9 % Alk. heraus.

FL: 4,8%! Und außerdem ist das kein Aroma.

KidA: Dann halt Bier bzw. die nächste Frage: Es gibt Weinsommeliers, Wassersommeliers, Experten für Spirituosen, Affineure für Käse, Wo siehst du den Biersommelier im Ranking?

FL: Wir machen alle unser Ding und von daher kann es kein Ranking geben. Wir befinden uns alle auf einer Stufe. Vor Jahren habe ich bei einem Weinsommelier in dessen Winzerkeller einen mehr oder weniger konspirativen Biersommelier Vortrag gehalten. In seinem Winzerkeller war noch nie, das heißt seit hunderten von Jahren nur ein Tropfen Bier getrunken worden. Nach der Show kam er zu mir und sagte: Sensationell, du machst ja genau das Gleiche wie ich!

KidA: Kitty, nomma‘, genau, zwei Bier… Litti, erzähl mir doch was über Deine Bierlustseminare. Wie sind die Reaktionen?

FL: Die Reaktionen sind durchweg sehr positiv, die Leute sind teilweise so begeistert, die nehmen als Andenken sogar die leeren Pullen mit. Die Location im KuBa ist sensationell, andere Sommeliers sind ein wenig eifersüchtig, wenn sie vom KuBa hören. Jedes Seminar ist anders, wer wissen will, was abgeht, einfach beim nächsten Mal vorbei kommen, aber frühzeitig Karte sichern. Die nächste Bierlust ist übrigens am 11. Oktober im  KuBa Jülich.

KidA: Mein Lieber, und damit geht‘s in die Schlussrunde: Wann können wir mit “Litti-Bier“ rechnen?

FL: Das gibt es schon, aber selbst ich habe nur eine Flasche davon, mit ordentlichen 9% Alkohol, ein unverkäuflicher Versuch in unserer Brauerei. Ansonsten wird es nie ein selbstgemachtes Craft-Litti-Bier geben. Weil meine Frau meint, danach stinkt die Garage zu sehr. Nach „Gestank“, hahaha.

KidA: Noch ganz kurz 3 Fragen: Weizen oder Kölsch?

FL: Weizen – Chef liest mit.

KidA: Welldorf oder…

FL: …Güsten und Serrest und die umliegenden Höfe.

KidA: „Alaaf“ oder „Halt Pohl“?

FL: Alaaf natürlich, auch wenn ich bekennender Borussia Fan bin.

KidA: So, das war es schon. Kitty, genau, nochmal Zwei. Vielen Dank L…L…Li…Litti.

06.08.2014, 06.00 Uhr, Dusche

KidA: Aua, Kopfschmerzen, Teufelswerk!


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