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Uli Breitbach

Uli Breitbach im Interview mit Uwe Mock.

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Uli Breitbach mit Tusq | Foto: Sandy Worm
Uli Breitbach mit Tusq | Foto: Sandy Worm
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Mein heutiger Gast Uli Breitbach weilt derzeit in Finnland, um mit seiner neuen Band „Tusq“ ein neues Album zu produzieren! Kein Problem, der HERZOG zahlt sicherlich gern, also schnell angeklingelt und unter dem Vorwand das finnische Unternehmen „Nokia“ als Sponsor zu gewinnen auf Verlagskosten rüber auf die suomische Insel Hailuoto gepaddelt. Und da hab ich ihn nun neben mir sitzen in einer wohltemperierten finnischen Sauna:

Uwe: Hi Uli!
Uli: Hyvää päivää, Uwe!

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Uwe: Tusq, deine neue Band ist ein Bandgemisch aus Hamburg und Berlin. Warum geht man da zu den Musikmogulen nach Finnland in`s Studio?
Uli: Als wir Tusq gegründet haben, war es ein Ziel neben dem Musik machen, mit der Band an so viele verrückte Orte wie möglich zu reisen. Von Anfang an war es unser Plan, das erste Album in Finnland aufzunehmen, weil dort ein Freund unseres Gitarristen Timo wohnt, der ein sehr guter Produzent ist. Beim ersten Album hat das super geklappt, deswegen wollten wir zur zweiten Platte auch unbedingt wieder hin.

Uli Breitbach in Action | Foto: Sandy Worm
Uli Breitbach in Action | Foto: Sandy Worm

Uwe: Du bist jetzt zarte 35 Jahre alt. Beleuchten wir zunächst mal deinen Werdegang. Der übliche Rockstar, von der Schule geflogen, Lehre abgebrochen und jetzt wohnst Du in Berlin ?
Uli: Ich bin in Aachen geboren und mit meinen Eltern Ende der 70er nach Jülich gekommen. Ich bin in Bourheim aufgewachsen, habe auf Overbach Abi gemacht und bin danach zum Studieren nach Köln. Nach Ende meines Studiums habe ich als Redakteur bei Viva TV angefangen und bin nach deren Übernahme durch die Firma MTV nach Berlin umgezogen. Mittlerweile arbeite ich als freier Redakteur und Videoproducer, und mache weiter Musik.

Uwe: Wie bist Du zur Musik gekommen? War es das Lied der Schlümpfe oder die ZDF-Hitparade mit D.T. Heck?
Uli: Meine Eltern haben mich an der Musikschule angemeldet und dort habe ich Klavier und Saxophon gelernt. Außerdem hab ich mich sehr früh mit ihrer Plattensammlung beschäftigt, und bin so mit den Beatles in Kontakt gekommen.

Uwe: Wann gab`s Deine erste Band und welche musikalischen Einflüsse hattet Ihr?
Uli: Meine erste Band hatte ich mit 13 in Aldenhoven. Da hab ich Keyboard gespielt. Und dann kamen 1993 „The Drunken Sailors“ (später D-Sailors).

Uwe: Mit den „Sailors“ habt Ihr 17 Jahre gespielt bis Ihr 2010 euer Abschiedskonzert im KuBa gegeben habt. War es nur die räumliche Entfernung oder gab es noch andere Gründe für die Auflösung?
Uli: Die räumliche Entfernung – definitiv. Wir haben es versucht, ein Album haben wir geschafft und dann festgestellt, dass es so nicht funktioniert. Auch deshalb das Abschlusskonzert als krönender Höhepunkt – 33 Songs in 2 1/2 Stunden!

Uwe: In all den Jahren gab es ne Menge Spaß auf den Proben und bei den Konzerten, aber dann kam die Krankheit von eurem Drummer Marco Böddecker, der dann nach seiner Ablösung verstorben ist. Wie seid Ihr damit umgegangen und wie konntet Ihr das verarbeiten?
Uli: Marcos Tod war ein schwerer Schlag. Dass Marco so jung aus dem Leben gerissen wurde, ist nach wie vor unfassbar. Bandintern hatten wir bereits vorher mit Matthi einen tollen Nachfolger gefunden und es war immer in Marcos Sinne gewesen, dass wir die Band weitermachen. Aber es ist einfach tragisch, dass das so passiert ist und ich denke immer noch oft an ihn, da er mir immer noch in so vielen alltäglichen Situationen begegnet. Darüber hab ich auch in dem Song „See you within“ geschrieben, der letzte Song auf unserem letzten Album. Wir haben ihn eigentlich nur bei Konzerten in Jülich live gespielt und das waren immer krasse Gänsehautmomente. Ich wünschte, dass er das alles noch hätte erleben können.

Uwe: Du hast mit deinen Bands auf vielen Konzerten gespielt. Was war Dein geilstes Konzert?
Uli: Ich durfte bereits so viele tolle Konzerte spielen. 10 Jahre D-Sailors im KuBa, alle Trunksitzungen der CCKG, die erste D-Sailors Brasilientour, die erste Tusq Brasilien und die erste Tusq Russland-Tour. Da waren jede Menge tolle Auftritte dabei.

Uwe: Wo würdest du gerne mal spielen?
Uli: Ich würde gern mal in Japan auf Tour gehen.

Uwe: Du bist im März 1977 geboren: Hast Du eine Ahnung, wer damals in ersten drei Plätze in den Musikcharts belegte?
Uli: Nöö, aber ich wollte das immer mal nachschauen, nachdem das auf Facebook die Runde gemacht hat.

Uwe: 1.Platz: Living Next Door To Alice – Smokie – 2. Platz: Oh Susi – Frank Zander und 3.Platz: Under The Moon Of Love –  Showaddywaddy
Uli: Oha, geil ist anders, aber man kann nicht alles haben.

Uli Breitbach noch mehr in Action | Foto: Sandy Worm
Uli Breitbach noch mehr in Action | Foto: Sandy Worm

Uwe: Gibt es für Dich musikalische Vorbilder, wenn ja, warum?
Uli: Musikalische Vorbilder gab es auf jeden Fall früher, wie zum Beispiel Greg Graffin von Bad Religion oder Fat Mike von NOFX. Ich verfolge hier und da noch ihren Werdegang, aber sie sind nicht mehr prägend für mich. Heutzutage freue ich mich über gute Platten und gute Konzerte, aber musikalische Vorbilder hab ich nicht mehr.

Uwe: Auch bei der CCKG Kapelle „Les 6 Kölsch, ein Cola“ spielst Du seit vielen Jahren auf der Trunksitzung das Saxophon. Was treibt dich dazu? Die musikalische Champions-League, die Heimat oder das rheinische Brauchtum an sich?
Uli: Ich fühle mich Jülich sehr verbunden, auch wenn ich nicht mehr so oft da bin. In Jülich wurde in mir der Grundstein für die Musik gelegt. Einmal im Jahr zu Karneval zurückzukommen ist mir wichtig, um die alten Kumpels zu treffen und richtig zu feiern. Für mich ist es auch eine richtige Ehre, dass ich bei Les 6 Kölsch 1 Cola spielen darf, das ist echt was Besonderes.

Uwe: So, zum Abschluss ein kleines Spiel. Ich schmeiße ich Dir ein paar Worte an den Kopf und du musst spontan einen Satz dazu sagen, ohne zu überlegen: „Jülich“
Uli: Da komm ich her und kehre immer wieder gern zurück.

Uwe: „Fußball“.
Uli: Mein Lieblingsfernsehprogramm.

Uwe: „Karneval“.
Uli: Kommando Winnetou und Les 6 Kölsch 1 Cola.

Uwe: „KuBa“.
Uli: …bleibt in Jülich hoffentlich noch lange als kulturelle Keimzelle erhalten.

Uwe: Uli, ich muss wieder zum Kanu und zurück in die Heimat, eine Übernachtung wollte der „HERZOG“ nicht springen lassen. Mach`s gut. Wir sehen uns hoffentlich spätestens am 16. Mai zum Tusq-Konzert im KuBa…
Uli: Danke Uwe! Ja, 16. Mai bitte alle vorbeikommen. Das wird ein super Abend. Mit Tusq, und mit den neuen Bands der ehemaligen Mitglieder der D-Sailors. Die Academies mit Matthi am Schlagzeug, und „Tag Zwei“ mit Ingmar und Uli.


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