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Zwei Frauen, eine Leidenschaft.

Kultur ohne Grenzen mit Marijke Barkhoff-Freeling und Berti Ritschel.

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Marijke Barkhoff-Freeling und Berti Ritschel | Foto: Verein
Marijke Barkhoff-Freeling und Berti Ritschel | Foto: Verein
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Das gemütliche Beisammensein, das Erlebnis, Künstlern in kleinem Kreis begegnen zu können, Gespräche führen – sowohl mit den Künstlern als auch mit anderen Zuhörern – und das Kennenlernen neuer Kulturen. All das hat Berti Ritschel schon von Kindesbeinen an mit Hausmusik verbunden. Die gelernte Bürokauffrau hegt eine Leidenschaft für dieses außergewöhnliche Musikerlebnis, die man ihr ansieht, wenn sie davon erzählt, und die sie mit Marijke Barkhoff-Freeling gemeinsam hat. Und genau diese Leidenschaft für Kunst und Kultur führte die beiden Frauen 2008 zusammen.

„Ich war im Jülicher Musikschul-Chor. Dem damaligen Leiter habe ich von der Hausmusik vorgeschwärmt. Er hat dann die Verbindung zu Frau Barkhoff hergestellt“, erzählt Berti Ritschel. Marijke Barkhoff-Freeling ist erste Vorsitzende und Gründerin des Jülicher Vereins „Kultur ohne Grenzen“ und versteht es, als Unterstützerin vor allem von Künstlern im Exil, Hauskonzerte auszurichten. Schnell wurde aus einer Bekanntschaft eine produktive Arbeitsgemeinschaft. Berti Ritschel ist inzwischen zweite Vorsitzende des Vereins und engagiert sich vor allem für dessen Öffentlichkeitsarbeit – damit noch mehr Menschen die Vorträge, Veranstaltungen für Kinder oder Hauskonzerte des Vereins besuchen.

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Sie sind die Spezialität des Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Musikern und bildenden Künstlern Möglichkeiten zu schaffen, ihre Werke vorzustellen. „Ich sage immer, wir haben alles, von Afghanistan bis Syrien.“ Was Marijke Barkhoff-Freeling damit meint, sind die über 40 professionell ausgebildeten Künstler, die der Verein in seiner Kartei hat. Eine bunte Mischung verschiedener Kulturen und Musik-richtungen sozusagen.

Über das Jülicher Kleiderlädchen hat Marijke Barkhoff-Freeling einst ein chinesisches Künstlerehepaar kennengelernt. „Er war Musikprofessor und sie Tänzerin“, berichtet die gebürtige Niederländerin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann schon seit 20 Jahren in Deutschland lebt. Schnell habe sie gemerkt, dass solch großartige Künstler hier in Deutschland einfach keine Kontakte haben und erst recht keine Auftrittsmöglichkeit.

Sieben Jahre hat die Musikliebhaberin dann privat versucht, verschiedenen Künstlern Auftrittsmöglichkeiten zu geben. Dabei hat sie, wie sie selbst sagt, einen Brief nach dem anderen geschrieben und unzählige Telefonate geführt. Dann hat sie 1999 den Verein „Kultur ohne Grenzen“ gegründet.

„Denn das ist ja auch ein Ziel, das wir haben: Vorurteile über andere Kulturen auszuräumen.“ Schon immer hat die studierte Englischlehrerin sich für Musik und Kunst aus fernen Kulturen interessiert. Das lässt sich auch in ihrem Haus erkennen. In ihrem Wohnzimmer finden sich zahlreiche Musikinstrumente, zum Beispiel aus Afrika oder Indien. Bei unserem Interviewtermin zeigt die engagierte Vereinsvorsitzende allerhand Instrumente, Figuren und Kunstwerke.

Dass ferne Kulturen oft Kunst und Musik der besonderen Art bieten, davon kann sich jeder in einem der Hauskonzerte, die der Verein regelmäßig veranstaltet, überzeugen. Jeder kann dorthin kommen. Natürlich sei damit erst einmal eine gewisse Hemmung verbunden, meint Ritschel, schließlich finden die Konzerte in Privathaushalten statt. Aber das sei eben auch das Besondere. Man könne gemeinsam der Musik lauschen, mit den Künstlern sprechen, Kuchen essen und einfach die Geselligkeit genießen. Jede Spende, die die Besucher nach dem Konzert geben, wird zu einhundert Prozent an die Künstler weitergegeben, versichern Ritschel und Barkhoff.

Die gemeinsame Leidenschaft und das daraus resultierende Engagement hat die beiden Frauen schon seit Jahren zusammengeschweißt. „Seit Frau Ritschel und auch Gerald Schröder im Verein sind, hat sich meine Arbeit erheblich reduziert“, lobt Marijke Barkhoff-Freeling ihre Vertreterin und den Kassierer des Vereins. Trotzdem arbeite sie immer noch 25 bis 35 Stunden in der Woche für ihr Projekt, wie sie schätzt.

Und die Arbeit lohnt sich. Das weiß auch Berti Ritschel aus eigener Erfahrung. Im November 2008 habe sie selbst ihr erstes Konzert in ihrem eigenen Haus ausrichten dürfen, anlässlich ihres Geburtstages. Eine besondere Erfahrung, das merkt man ihren Erzählungen an. Wer diese Erfahrung einmal selbst miterleben möchte, kann zum nächsten Hauskonzert mit Kanunspieler Hesen Kanjo kommen.

Sarah Plahm

 


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