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Heiterkeit – Was ich noch sagen wollte…

Manchmal ist das ja so eine Sache mit der Heiterkeit

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Also mit der von außen und der von innen. Laut Duden ist die Heiterkeit eine frohgemute, aufgeräumte, aufgelockerte Stimmung. Diese kann man verbreiten oder ihr auch erliegen – sie ist nämlich meistens ansteckend. Nicht zu verwechseln ist die Heiterkeit mit der Lustigkeit oder dem Vergnügen, die situationsbezogen meist kurzzeitig eine auf Knopfdruck provozierte gute Laune und Lachen produzieren, derweil die Heiterkeit auf stabilem Niveau lächelt. Aus sich heraus und andere an. Heiterkeit kommt mehr so von innen und ist da eher so etwas wie eine Charaktereigenschaft der Optimisten, quasi als Summe aus Fröhlichkeit und Gelassenheit. Ich lese mich durch die Lexika der Welt und von der Heiterkeit als Merkmal der Erleuchtung, als Folge des gelösten Über-den-Dingen-Stehens, als Frucht spiritueller Erleuchtung. Somit ist Heiterkeit auch immer ein Zeichen von Weisheit. Also wenn mich als Kind ein Lolli einfach nur fröhlich gemacht hat, kann ich als gealterter und durch das Leben geschulter Mensch dadurch durchaus Heiterkeit entstehen lassen. Bei mir selber und bei anderen, denn Heiterkeit breitet sich aus, fliegt einen an, bricht aus und lockert auf. Wer heiter ist, ist aufgeräumt und ausgelassen. Es klingt logisch, dass heitere Menschen besser arbeiten können und dass ihre Gesundheit stärker ist. Wer lächelnd bittet, bekommt öfter ein Ja zu hören. Wer Viren und Bakterien belächelt, macht ihnen den Angriff schwerer. Wie ein Licht breitet sich das heitere Lächeln im Gesicht eines Menschen auf andere aus. Und zwar langanhaltender als das kurzzeitige Gelächter beim Erzählen eines Schenkelklopfers. Seiner mittelhochdeutschen Wortherkunft nach bedeutet das Wort Heiterkeit einfach nur Klarheit. Stutzen lässt mich deshalb, dass in der Meteorologie mit dem Adjektiv heiter keinesfalls ein wolkenloser klarer Himmel, sondern der Bewölkungsgrad zwischen sonnig und leicht bewölkt bezeichnet wird. Wissenschaftlich ausgedrückt sogar exakt mehr als ein und weniger als zwei Achtel Wolken. Immer noch ziemlich klar, aber eben nicht nur. Wenn ich die oben erfahrene Definition des Zusammenhangs zwischen Heiterkeit und Weisheit nun richtig verstanden habe, ist es also gerade deshalb heiter, weil der weise Mensch ja weiß, dass ein völlig wolkenloser Himmel keinen Segen durch Regen bringt? Weil der heitere, also fröhlich-plus-gelassene Mensch – gemäß der meteorologischen Formel – weise eine Dreiviertelstunde Sonne tankt, um eine Viertelstunde Wolkenschatten für Pullerpausen oder Nahrungsaufnahme nutzt? Leichter nachvollziehbar ist da für mich die Betrachtung des angeheiterten Menschen – also leicht angeschickert durch mehr als ein, aber weniger als zwei Achtel Wein. Nicht mehr ganz klar im Kopf, aber noch nicht so benebelt, dass die Sonne nicht mehr zu erkennen ist. Wenn allerdings der Kopf schon vorher und ohne äußere Einwirkung irgendwie komplett wolkenverhangen ist, trübe Gedanken das Hirn vernebeln, funktioniert solches Angeheitersein von innen selten. Weitaus erfolgversprechender ist hier das Aufheitern von außen durch jemanden anderes. Auch hier dürften fröhlich-gelassen-weise Worte helfen – oder manchmal auch einfach nur das Licht des Lächelns, bis die trüben Gedanken vertrieben und die Sonne und der lichte Himmel zu mindestens sechs Achteln wieder zu sehen sind…

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Gisa Stein
Aus dem Herzen der Lutherstadt Wittenberg in die Herzogstadt gekommen und angekommen: "Wenn ich erlebe, dass Menschen weite Wege gehen, gar von anderen Kontinenten anreisen, um die Jülicher Zitadelle zu besichtigen, entwickle selbst ich als "Immi" eine gewissen Stolz..."

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