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Kommunikation und Transparenz

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Heinrich Stommel sagte als Stadtdirektor in einer Pressekonferenz am 10. Dezember 1992: „Die Landesgartenschau Jülich 1998 ist der Motor zukünftiger Stadtentwicklungsplanung in Jülich.“ Ist diese Vision umgesetzt? In einer Bilanz nach 20 Jahren Brückenkopf-Park gGmbH gibt es sicher neben allem Lob, das der aktuelle Geschäftsführer für die Mitarbeiter der Vergangenheit und Gegenwart ausspricht, auch durchaus Kritisches anzumerken – und zwar aus dem Fanlager, von einer, die leidenschaftliche Fürsprecherin des Brückenkopf-Parks ist.

Nicht gelungen ist die Anbindung an die Stadt Jülich, der Brückenschlag zur pasqualinischen Altstadt und der Zitadelle. Der Park liegt auf der „scheel Sick“, und das bleibt auch so. Vielleicht sollte man das als Fakt einfach akzeptieren lernen und den Solitär auch als Edelstein im Stadtmarketing behandeln.

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Dass es gelungen ist, trotz sinkender Zuschüsse den Park zu erhalten, ist sicher ein Pfund. Die Besucherzahlen sind konstant, schaffen aber den seit Jahren anvisierten Sprung über die 200.000 Marke kaum. Der Park „läuft“ – gemächlich, aber läuft. Klar ist aber auch: Da ist noch Luft nach oben. Sie muss genutzt werden, wenn der 600.000-Euro-Zuschuss in Bälde wieder zur Diskussion stehen wird.

Der Park ist „wetterfühlig“. Als Ensemble mit dem JuFa und dessen Indoor-Spielmöglichkeiten ist er aber grundsätzlich wetterunabhängig und könnte sogar ein Magnet sein, wenn es als Ensemble beworben würde. Dazu ist ein übergeordnetes Marketing nötig, das nicht – wie im besten Fall üblich – im vier Wochen-Rhythmen die Medien sucht, sondern sich mit einer sichtbaren Jahresplanung beschäftigt, Einblick in Perspektiven und Vorhaben gibt. In der digitalen Welt unkompliziert wären ein Newsletter, der funktioniert, eine moderne Internetseite, die mehr als nackte Fakten bietet, soziale Medien, die täglich für frischen Wind und Aufmerksamkeit in der „Community“ sorgen. Kommunikation und Transparenz sind wichtig, und da wie dort herrscht Nachholbedarf.

Für den Top-Act des Jahres – Rüdiger Hoffmann – wird kaum sichtbare Werbung gemacht, weil die marode Hauptbühne abgebaut werden musste, die neue bis 7. Juni nicht steht, und bis Anfang April noch unklar war, wie die Alternative aussieht. Die Kartenkäufer sind verunsichert, was sich in Zahlen messen lässt. Unmut entstand übrigens auch bei einem anderen Veranstalter, der sich auf den Bühnenaufbau verlassen hatte und vom Abbau der Bühne aus der Presse erfuhr.

Abgehakt. Blick nach vorne!

Nach Jahren der Stagnation ist Bewegung im Brückenkopf-Park zu spüren. Das „Abenteuer Wissen“ als Abbild der Forschungslandschaft Jülich, dessen „Kick off“ noch von Dorothee Esser als Geschäftsführerin präsentiert wurde, ist ein wichtiger Schritt. Wichtig wäre jetzt aber eine verbindliche Zeitschiene, um aus „Vorhaben-Status“ in den „Umsetzungsmodus“ umzuschalten. Gelder müssen beantragt, Sponsoren gefunden werden.

Das Veranstaltungskonzept der drei Bühnen ist richtig – und gar nicht mal so neu: Fast jeden Sonntag waren einst die Bühnen bespielt: In der Blumenhalle, der Nordbastion und auf der Hauptbühne gab es Musik. Neben namhaften Künstlern gehören wieder die „Regionalen“ in den Park, die von Jazz bis Punk die Generationen einbinden. Dann wird es nicht nur im verdreifachten Dauerkartenverkauf messbar, sondern auch wieder gefühlt der Park der Jülicher.

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