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Kunsthandwerk statt Müll

Taschen aus M&M-Tüten oder Schalen aus alten Telefondrähten – im Jülicher "Weltladen" am Markt gibt es verschiedenste Kunstwerke zu betrachten und erwerben. Schülerinnen des Mädchengymnasiums Jülich bekamen einen genaueren Einblick in die Vielfalt der handgemachten Produkte.

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Die Schülerinnen des Mädchengymnasiums durften sich die Upcycling-Produkte einmal genauer ansehen. Foto: Renée R. Epanya
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Upcycling – in vielen Ländern dieser Welt werden aus Abfallprodukten neuwertige Dinge geschaffen. Was dabei rauskommen kann, stellte der Weltladen in Jülich den Schülerinnen des katholischen Religionskurses der Jahrgangsstufe 7 und Schulleiterin Christiane Clemens vor. Nach einer kurzen Einführung in den fairen Handel erklärten die Ehrenamtler mit Hilfe einer symbolischen Weltreise mit Hintergrundgeräuschen aus dem Amazonas, woher die ausgewählten Produkte stammen und woraus sie hergestellt wurden.

Die Reise begann in Afrika. Im Süden des Kontinents stellen viele Frauen Taschen und Beutel aus Baumwolle, geschmückt mit Perlen, her. Aber auch aus Telefondrähten können Kunstwerke geschaffen werden. Häufig werden diese nicht mehr genutzt. Ehe sie weggeworfen werden, verarbeiten die Männer sie zu Schalen.

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Aus Ghana und Kenia präsentierte das Weltladen-Team Taschen und Platzsets, es werden aber auch Tischläufer und andere Textilprodukte hergestellt. In Madagaskar werden auch echte Krokodil- und Haifischzähne verkauft. „Den Krokodilen passiert nichts“, betonte Marzena Vomberg, die den Weltladen seit vielen Jahren ehrenamtlich unterstützt. Dasselbe gelte natürlich auch für die Haifische. Die Tiere verlieren ihre Zähne im Verlauf des Lebens, diese wüchsen aber nach. Eine weitere Besonderheit von der Insel: Modellfahrräder und –Flugzeuge aus Aluminiumdosen.

Weiter ging es mit Asien. Marzena Vomberg erklärte, dass früher in Aleppo, Syrien, alte Fabriken standen, in denen Seifen hergestellt wurden. Im Bürgerkrieg wurden diese zwar zerstört, die Seifenproduktion hat aber nicht aufgehört. Heute verkaufen die Syrier Seifen aus Oliven- und Lorbeeröl.

Elefanten- und Nashornmist sind wichtige Mittel in Nepal. Sie werden gereinigt, desinfiziert und gepresst, bevor sie zu Papier weiterverarbeitet werden. Daraus werden dann Deko-Elefanten oder aber auch Karten hergestellt. Sri Lanka nutzt die Ayurveda-Heilkunst, ebenfalls für die Seifenherstellung. Besonders sei aber die Verpackung: Sie besteht aus gepressten Bananenblättern.

Taschen aus Moskito- und Fischereinetzen bekommt der Weltladen aus Kambodscha. Ein Unternehmen aus 90 Frauen stelle diese her und dürfen sich im Gegenzug über Lohn, Mutterschutz und Altersvorsorge freuen.

Wie auch Madagaskar macht sich Vietnam Aluminium zu Nutze. Aus alten Milchdosen werden dort Laternen hergestellt. In Asien werden aber auch Becher und Seifenschalen aus Bambusfasern hergestellt. Mit Hilfe des Kunststoffes Melamin werden sie gepresst und zusammengeklebt. Den Ehrenamtlern sei es dabei wichtig, dass der Kunststoff in für Menschen unbedenklichen Mengen angewandt wird, um dem Körper nicht zu schaden.

In Südamerika endete die Reise. Während im Amazonas in Brasilien Lesezeichen aus Kakao und Schmuck aus verschiedenen Samen, etwa der Tagua-Nuss, gerfertigt werden, stellen die Mexikaner Taschen und auch Schmuck ebenfalls aus Getränkedosen her. Auch hier gibt es eine Besonderheit: Einige Taschen werden auch aus Verpackungen hergestellt wie M&M-Tüten.

Abschließend erklärte das Weltladen-Team, wieso sie sich für den fairen Handel einsetzen. Durch die Globalisierung sei es für mehr Menschen möglich, sich den Lebensunterhalt selbst zu verdienen. In den Entwicklungsländern sei es aber hauptsächlich in den Großstädten der Fall. Das habe zur Folge, dass viele Menschen in die nächste Metropole ziehen würde, woraus in verschiedenen Bereichen der Städte Elend entstehe. Damit man nun die Auswanderung betroffener Menschen verhindern könne, sei der faire Handel und die fairen Arbeitsbedingungen besonders wichtig. Auch, um den Menschen weiterzuhelfen.

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