Nun soll sie also kommen, die Zentrale Unterkunftseinrichtung (ZUE). Thomas Mülheims – Leiter des Dezernats für Soziales, Bildung und Kultur – erklärt allerdings auch: Selbst die Stadt muss bei diesem Thema immer wieder bei der Bezirksregierung anfragen. Denn Jülich selbst habe eigentlich nichts mit der Anlage zu tun. Sie sei Sache der Bezirksregierung und des Landes. Seines Wissens nach seien die Gespräche mit dem privaten Grundstückseigentümer allerdings so weit, dass mit Planung und Bau 2027 begonnen werden könne.
Mit diesem von Bezirksseite aus geplanten und finanzierten Gebäude dürften voraussichtlich so gut wie keine weiteren Asylsuchenden in Jülich ankommen. Grund ist der so genannte „Königsberger Schlüssel“, nach dem die Geflüchteten verteilt werden. Dieser regelt, wie viele Schutzsuchenden die jeweiligen Kommunen aufnehmen müssen – auch mit Rücksicht darauf, wie viele bereits vor Ort sind. Durch den Bau der ZUE, in der neu Angekommene erstmals aufgenommen, registriert und dann verteilt werden, würden diese bis zu 500 Personen Jülich angerechnet. Dabei würden diese Menschen nur kurzzeitig auf dem Gebiet bleiben, ehe sie in die nächste Kommune geschickt würden. Sie bezögen in Jülich keine Wohnplätze und gingen dort auch beispielsweise nicht zur Schule.
In Jülich selbst gibt es aktuell etwa 800 Geflüchtete, so Thomas Mülheims. An der Zahl ändere sich aber immer wieder etwas. Mit neuen Zuteilungen oder beispielsweise auch, weil jemand anerkannt wird und damit die Wohnauflagen und Zuständigkeiten fallen. In diesen Fällen helfe die Stadt auch, eine neue Wohnung zu finden. Gerade seien – so hieß es auch in der letzten Sitzung des JuFISSS – die Einrichtungen in Mersch und Güsten aufgestockt worden, sodass dort jeweils 64 Menschen Platz finden. In den Containern in Bourheim wohnten aktuell bis zu zehn Personen. Außerdem habe die Stadt Wohnungen angemietet. Manchmal käme es dazu, dass frisch Anerkannte den bisherigen Mietvertrag ihrer Wohnung, der über die Stadt lief, übernehmen könnten. Das sei schön für Mietpartei und Vermietung, allerdings fehle der Stadt dann eine Wohnung für weitere Asylbewerbende. Positives könne er daher von der Rheinbau sagen: Diese biete zeitgleich mit einem persönlichen Mietvertrag für die frisch Anerkannten auch der Stadt eine neue Wohnung an.
Die ZUE soll am Stadtrand Jülichs in Richtung Mersch – zwischen Brainergy und Wohnbebauung – entstehen. Und bringt zukunftsorientiert organisatorische Entlastung für die Stadt mit. Doch bis es soweit ist, bleibt noch einige Zeit abzuwarten.



















